Wieso Menschenrechte zu kurz kommen!

Als deutsche und europäische Bürger genießen wir einen oft unterschätzten Luxus. Klar ist nicht alles perfekt. Klar können wir immer noch massive Diskrepanzen zwischen beispielsweise Gehälter von Männern und Frauen erkennen, gesellschaftliche Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Minderheiten gehören in vielen Teilen Europas zum Alltag. Dennoch leben wir in einer Gesellschaft, die sich ideologisch dazu verpflichtet hat Menschen- und Grundrechte zu wahren. Wir leben in einer Gesellschaft, die institutionelle Mittel installiert hat, um eben für diese zu kämpfen. Jeder Bürger, jede Bürgerin genießt die Freiheit für eine Sache zu kämpfen und Meinungen öffentlich zu vertreten. Ob rechtes Gedankengut, linke Ideologie oder der Kampf für volle Geschlechtergleichstellung. Leider erleben wir immer wieder, dass durch fehlende öffentliche Akzeptanz vereinzelte Bewegungen als Idiotie abgeschmettert werden. Was aber bleibt, ist, dass wir die rechtlichen Rahmenbedingungen genießen uns für die Sache einzusetzen, die wir als wichtig empfinden, für die Leute ihr Leben verschrieben haben.

Oft missfällt uns bei dieser Debatte, dass trotz aller erwähnten Widrigkeiten allein die Möglichkeit zur freien Meinungsäußerung im globalen Kontext ein besonderes Gut darstellt.

Menschenrechte in der Politik

Wie unterschiedlich die Situation in anderen Teilen der Welt ist, zeigt das bekannte Schicksal des saudi-arabischen Menschenrechtsaktivisten Dschidda Raif Badawi. Organisationen wie Amnesty International versuchen auf diese Missstände aufmerksam zu machen. Uns selbst haben zahlreiche Email Aktionen der NGO erreicht. Zwar kann man über die Taktik von Emailverteilern streiten, dies rührt aber ganz einfach daher, dass der Kampf für Menschenrechte aufgrund unserer privilegierten Situation gesellschaftlich kaum verankert ist. Andere Wege Aufmerksamkeit zu generieren, verlaufen sich im leeren Raum.

Umso besser, dass wir in den Reihen der Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl 2017 mit Dr. Christopher Gohl jemanden haben, der sich explizit der Verteidigung von Menschenrechten in Deutschland und weltweit verschrieben hat.  

„Schlagt uns statt Raif!“

Inspiriert von dem bayrischen FDP-Landesvorsitzenden Albert Duin (dieser war in die saudi-arabische Botschaft gegangen und forderte einen Teil der Prügelstrafe zu übernehmen), startete Gohl die Aktion „Schlagt uns statt Raif“ in Tübingen. Er rief zur freitäglichen Mahnwache auf – 40 Tübinger folgten dem Aufruf. Seit dem kommen jeden Freitag Bürgerinnen und Bürger zusammen, um für die Freiheit des Menschenrechtlers zu demonstrieren. Selbst Badawis Frau Ensaf Haidar besuchte Gohl und seine Mitstreiter.

Links: Ensaf Haidar, rechts: Dr. Christopher Gohl

Aufgrund des außergewöhnlichen Engagements möchte ich ihm hier die Möglichkeit geben seine ausführliche Antwort auf die Anfragen von Amnesty International in der Öffentlichkeit zu präsentieren:

„Anrede,

sehr herzlichen Dank für Ihre Ermutigung, im nächsten Bundestag Menschenrechtsbeauftragter zu werden! Als Liberaler bekenne ich mich selbstverständlich zu allen sechs Forderungen von Amnesty International. Auch als Wissenschaftler am Weltethos-Institut forsche ich zur Entstehung von Menschenrechten, um Gründe für ihre Geltung deutlicher heraus zu arbeiten.

Aber mehr noch: Als Mitglied von Amnesty International möchte ich mich im Falle meiner Wahl für den Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe des Deutschen Bundestages bewerben. Zwei Anliegen werden mir im Menschenrechtsausschuss des Bundestages besonders wichtig sein:

  1. Frauenrechte sind Menschenrechte. Millionen von Mädchen und Frauen werden verstümmelt, vergewaltigt, versklavt, verkauft oder zwangsverheiratet. Viel zu oft und an viel zu vielen Orten sind Menschenrechte, wenn sie überhaupt geachtet werden, nur Männerrechte. Dazu meine Haltung: http://www.theeuropean.de/christopher-gohl/9775-der-kampf-um-die-wuerde-der-frau
  2. Ich möchte im Bundestag meinen Einsatz für die Freilassung des saudischen Bloggers Raif Badawi verstärken, zu dem mich vor zweieinhalb Jahren dieses berührende Video von Amnesty International bewegt hatte: https://www.youtube.com/watch?v=4Yo8Sp2s2yk&. Das Engagement unserer wachsenden Gruppe von Menschenrechtlern für Familie Badawi können Sie hier im Kurzfilm https://tinyurl.com/tuebingen4badawi und hier im Überblick nachlesen: http://www.tagblatt.de/Nachrichten/Kaempfer-fuer-Freiheit-und-Gerechtigkeit-335386.html.

Sie haben mir wie viele Andere lediglich eine personalisierte Massenmail geschickt. Aber der Einsatz für Menschenrechte bedarf, wie Sie natürlich wissen, mehr als ein paar Klicks. Ich bitte Sie deshalb sehr herzlich: Unterstützen Sie mich und mein Anliegen im Wahlkampf, damit ich den Menschenrechten noch mehr Gehör verschaffen kann. Zum Beispiel könnten Sie, beginnend mit weiteren Klicks, jetzt Folgendes tun:

  1. Bitte erzählen Sie interessierten Nachbarn, Kolleginnen, Freunden oder Familie von meinem Engagement – zum Beispiel, indem Sie diese E-Mail einfach weiterleiten.
  2. Bitte folgen Sie mir auf Facebook @loffergohl oder bei Twitter @lofferg (oh, und bitte unterstützen Sie auch @tuebingen4badawi auf Facebook)
  3. Bitte kontaktieren Sie mich für ein persönliches Gespräch, oder laden Sie mich zur Diskussion in Ihren Freundeskreis ein.
  4. Bitte unterstützen Sie mein schmales Wahlkampfkonto, Inhaber FDP Tübingen, Kreissparkasse Tübingen, IBAN DE59 6415 0020 0003 3351 05. Mit Spenden mit dem Zweck „Spende Menschenrechte Gohl“ werde ich gezielt das Thema Menschenrechte bewerben. 
  5. Bitte wählen Sie mich mit der Erst- und der Zweitstimmen, oder unterstützen Sie andere FDP-Bewerberinnen und Bewerber!

Ich hoffe, dass ich mit Ihrer Hilfe die dringliche und notwendige Kärrnerarbeit für Menschenrechte im Bundestag werde leisten dürfen. Ich baue auf Sie und andere Unterstützer!

Mit herzlichen Grüßen,

Christopher Gohl“

 

Ich möchte mit diesem Beitrag auf keine Art und Weise andere politische Themen diffamieren oder behaupten der Einsatz für Menschenrechte ist für jeden Politiker zwingend notwendig. Es sollte sich jeder auf seine Expertise und Neigungen besinnen. Manchmal ist es ja auch besser, wenn nicht jeder ein Wort mitreden darf. Wir sitzen hier aber in unserer Bubble, sehen uns oft als Mittelpunkt der Erde und vergessen die Lebensumstände in anderen Teilen der Welt. Daher verdienen Politiker und Menschenrechtler besonderen Respekt für ihre Arbeit. So möchte ich lediglich versuchen die Arbeit in meinem Sinne zu würdigen und eine, wenn auch kleine, Plattform zu bieten, Menschenrechte als Politikum zu präsentieren.

Viel Erfolg, Herr Gohl!

M

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