Am Ende eines Wahlkampfes stellt sich irgendwann mal die Situation ein, wo es etwas ruhiger wird. Wo alles getan ist, was von Seiten der Demokraten getan werden kann. An diesem Sonntag sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, darüber abzustimmen, wie die Parlamente vor Ort und in Europa aussehen sollen.
Und wenn wir jetzt auf den Wahlkampf zurückblicken, was ist jetzt schon zu erkennen?
Zunächst ist es viel angenehmer, bei sommerlichem Wetter Wahlkampf zu machen. Das ist schon mal gelungen.
Und dann wird deutlich, dass es trotz sommerlicher Temperaturen und trotz Pfingstferien und trotz eines allgemein beschworenen Europa-Desinteresses möglich ist, Menschen zu mobilisieren. Da sind zum einen die vielen ehrenamtlichen Helfer und Kandidaten, die Zeit und Kraft einsetzen, um den Bürgern eine Wahl zu geben. Ja, diese Menschen machen das aus Überzeugung. Sie stellen sich vorne hin, geben einer Auffassung Gesicht, Stimme und Position und müssen sich dabei dann noch blöde Kommentare anhören. Es ist ja angeblich so schick, sich aus allem rauszuhalten. Die Extremisten sind sicher erfreut: Werden doch ihr Stimmen stärker. So kommt es, dass viele Menschen so lange vornehm nicht zur Wahl gehen, bis sie irgendwann mal keine Wahl mehr haben.
Die Liberalen haben gezeigt, dass es möglich ist, Menschen aus der Lethargie zu reißen. Tausende Interessierte kamen zu den Veranstaltungen zur Europawahl. Damit hat die FDP gezeigt, dass dies möglich ist, während die organisatorisch viel stärkeren Parteien CDU und SPD müde besuchte Hinterzimmer hatten . Mehr braucht man ja auch nicht, wenn es nur um einen formalen Akt geht, bei dem zu Recht vollkommen unbekannte Politiker wieder für ein paar Jahre nach Brüssel und Straßburg zu schicken, um dort etwas zu tun, was keiner weiß und auch keinen interessiert. Wenn die Wahlbeteiligung am Sonntag nicht höher ist – an den Liberalen lag es sicher nicht.
Und weil sich halt so gar niemand für die Hinterzimmer interessiert, geht es wie im Märchen: Die Königin geht aus dem Schloss, um dem hübscheren Schneewittchen einen vergifteten Apfel anzudrehen. Und weil mehr Leute lieber Silvana Koch-Mehrin nicht nur hören, sondern auch anschauen, wird halt verbal gegiftet. Obst bleibt in der Schublade. Klar: Wer so gut aussieht und eloquuent ist, der kann ja nicht viel Zeit für andere Dinge haben. Und weil der CDU sonst nichts einfällt und die Häppchen-Büffets für die Abgeordneten in Brüssel schon warten, wird halt schnell mit Dreck geschmissen. Da werden dann komplett unbekannte Abgeordnete plötzlich zu Musterschülern: “Die war kaum in dem und dem Ausschuss”.
“Herr Lehrer, Herr Lehrer, die Silvana schaut immer zum Fenster raus!” – was in der 3. Klasse Grundschule schön war, ist es bei manchen ein Leben lang. Zum Denunzianten muss man taugen, das ist wohl war.
Silvana Koch-Mehrin macht das europäische Parlament bekannt durch ihre Person und ihren Einsatz, der tausende erreicht und interessiert.
Neid ist eine sehr hässliche Sache – so wie manche CDU-Politikerin im Abendkleid.
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