Archiv für den Monat: Februar 2008

Umweltzonen sinnlos: Moderne Dieselmotoren schädlicher als ältere

Wie absurd die Fahrverbote in Städten sind, zeigt folgender Bericht:

Moderne Dieselmotoren stoßen nach Angaben der Hersteller weniger Schadstoffe aus als ältere Dieselmotoren. Doch Forscher der Max-Planck-Gesellschaft und vom Institut für Neurobiologie and Molekulare Medizin in Rom haben jetzt erstmals belegt, dass Rußpartikel von Dieselmotoren, die der EuroIV-Abgasnorm genügen, schädlicher sind als die dicken schwarzen Wolken aus dem Auspuff eines älteren Motorentyps.

Gesundheitsschädlicher sind die fünf bis 20 Nanometer großen Partikel demnach nicht nur, weil sie tiefer in die Lunge eindringen, sondern auch weil ihre Oberfläche reaktiver ist und Zellmembranen daher leichter angreifen. Die Forscher konnten nachweisen, dass die Partikel eines modernen Nutzfahrzeugmotors, der die EuroIV-Norm erfüllt, ein enormes Entzündungspotential besitzen und giftiger sind als die Teilchen alter Motoren. So haben sie in Tests an Zellkulturen auch festgestellt, dass Rußpartikel aus dem EuroIV-Dieselmotor signifikant mehr Makrophagenzellen aus menschlichen peripheren Blutmonozyten – dem ersten Bollwerk des Immunsystems – töten als Rußpartikel älterer Motoren.

“Wir haben erstmals gezeigt, dass der Ruß von EuroIV-Dieselmotoren schädlicher ist als der älterer Fahrzeuge und können auch erklären, warum”, sagt Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut: “Wahrscheinlich lassen sich die Ergebnisse, die wir für den Nutzfahrzeug-Motor gewonnnen haben, auf Motoren von Personenwagen übertragen.” Das hängt jedoch auch von den genauen Einstellungen des Motors ab, die für beide Motoren-Typen unterschiedlich sind.

Der Grund für die Gefährlichkeit der EuroIV-Rußpartikel ist deren gänzlich andere Struktur und Größenverteilung, erklärt Dang Sheng Su, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fritz-Haber-Institut und Koordinator der Zusammenarbeit mit den italienischen Kollegen. Die Teilchen im Ruß moderner Dieselmotoren, die der EuroIV-Norm entsprechen, sind zwischen fünf und 20 Nanometern groß, die Partikel aus alten Motoren erreichen im Schnitt fast die doppelte Größe. Die Rußteilchen aus EuroIV-Motoren haben zudem eine sehr defektreiche, fullerenartige Struktur und sind viel reaktiver als der eher graphitartige Ruß früherer Motorgenerationen. Schließlich tragen sie auf ihrer Oberfläche chemische Anhängsel, die sie noch einmal reaktiver machen, so dass sie menschliche Zellen leichter schädigen können

http://www.welt.de/wissenschaft/article1734472/
Moderne_Dieselmotoren_schaedlicher_als_aeltere.html

Nokia hat Marktanteil von über 40%

Nur, um mal klar zu machen, wen Rüttgers da hat gehen lassen…

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Nokia hat Marktanteil von über 40% im weltweiten Handygeschäft

(aus Helsingin Sanomat 27.2.2008) Nokia hat im letzten Quartal 2007 seine Marktführerschaft ausgebaut und hat jetzt einen Marktanteil von Weltweit 40,4%. Im Kommen ist auch Samsung mit 13,4%. Motorola hat die Hälfte seiner Marktanteile verloren und landet jetzt bei 11,9%. Sony-Ericson folgte mit 9% und LG mit 7,1%.

Laut dem Marktforschungsinstitut Gartner wurden im vierten Quartal 2007 330,1 Millionen Handys verkauft. Das sind bis zu 3,6 Millionen Telefone am Tag. Alleine Nokia verkaufte bis zu 1,5 Millionen Handys am Tag.

Der weltweite Markt für Mobiltelefone wuchs im vergangenen Jahr um 16% und es wurden im Jahr 2007 über eine Milliarde(!) Handys verkauft.

“Die Freiheit, die erwarben die Alten, möge die Nachwelt würdig erhalten.”

“Libertatem quam peperere maiores digne studeat servare posteritas”

Das, verehrte Leser, ist der Wahlspruch der Freien und Hansestadt Hamburg. Ich wollte diesen Artikel ursprünglich “die demokratische Volksrepublik Hamburg wählt neuen Zentralrat” nennen. Aber die Alten machten das viel besser. Und heute drehen sich die Ur-Hanseaten im Grabe herum. Wo nur ist der Drang zur Freiheit an der Alster geblieben?

Es ist ein Jammer, wie der organisierte Liberalismus in der liberalsten Stadt Deutschlands vor die Hunde gekommen ist. Zugegeben, wir haben etwas dazu gewonnen. Und zugegeben, wir sind jämmerliche 1600 Stimmen von der Bürgerschaft entfernt gelandet. Die hätte man sich vom Rechtspopulisten Kusch holen können. Oder von der DVU. Oder von den Grauen. Oder den Piraten, oder der Partei, oder, oder, oder.

Die FDP in Hamburg ist natürlich zu einem Großteil selbst schuld an der Misere. Erst jahrelang durch Querelen und Rücktritte auf sich negativ aufmerksam machen, dann einen Kandidaten aufstellen, der höchstens zur Leitfigur der liberalen Renterbewegung taugt – So, meine Herrn, gewinnt man Wahlen nicht.

Dabei hat gerade Hamburg enormes liberales Potenzial. Die Stadt steht geradezu für alle Werte, die die FDP verkörpert – Freihandel, “leben und leben lassen”, Multikulturalität, Weltoffenheit, Fortschritt, Freie Presse und Wohlstand.

Die FDP in Hamburg muss sich personell erneuern und den Liberalismus in der Hansestadt mit modernen Konzepten in einfacher, verständlicher Sprache den Bürgern nahe bringen. Wir müssen wieder Salonfähig werden an der Blankenese, am Rothenbaum und in Rissen. Wir müssen Themen setzen, die Mehrheitsfähig sind. Raucher hin oder her – mit Minderheiten-Themen ist es schwer, Wahlen zu gewinnen.

Zur Geschichte der FDP in Hamburg habe ich folgendes gefunden:

http://fdp-hh.de/Geschichte/tabid/74/language/de-DE/Default.aspx

Dort finden Sie zum 60jährigen Jubiläum eine nette Festschrift, in der die historischen Grundlagen der Hamburger FDP dargelegt werden – und leider auch deren Niedergang.

http://fdp-hh.de/Portals/LV/Docs/Misc/FDP_HH_Festschrift_60.pdf

Die Wahlergebnisse der FDP Hamburg im Zeitverlauf:

Wahlen zur Hamburgischen Bürgerschaft seit 1945
Wahltermin Wahlbeteiligung FDP
13. Oktober 1946 79,0% 18,2%
16. Oktober 1949 70,5% 34,5% (VBH)
1. November 1953 81,0% 50,0% (Hamburg-Block)
10. November 1957 77,3% 8,6%
12. November 1961 72,3% 9,6%
27. März 1966 69,8% 6,8%
22. März 1970 73,4% 7,1%
3. März 1974 80,4% 10,9%
4. Juni 1978 76,6% 4,8%
6. Juni 1982 77,8% 4,9%
19. Dezember 1982 84,0% 2,6%
9. November 1986 77,8% 4,8%
17. Mai 1987 79,5% 6,5%
2. Juni 1991 66,1% 5,4%
19. September 1993 69,6% 4,2%
21. September 1997 68,7% 3,5%
23. September 2001 71,0% 5,1%
29. Februar 2004 68,7% 2,8%
24. Februar 2008 62,2% 4,7%

http://de.wikipedia.org/wiki/Politik_in_Hamburg

Man beachte die Wende 1982. In Hamburg zieht der reine Wirtschafts-Liberalismus á la Westerwelle eben nicht. Die Hamburger erwarten von einer Liberalen Partei wesentlich tiefgehendere, ja radikalere, Positionen zugunsten der Bürgerrechte.

Aber darin liegt auch eine Chance. Ein Chance nämlich, verlorenes Land durch konsequente Modernisierung zurück zu gewinnen. Wir müssen es schaffen, die Grünen überflüssig zu machen, indem wir konsequente technikfreundliche Umweltschutzpolitik betreiben. Wir müssen es schaffen, wieder Sozialstaat und Freiheitsdenken zueinander zu bringen.
Das ist der Auftrag an die FDP in Hamburg. Der freien und Hansestadt.

(Der Autor lebte 1995-1996 zeitweilig in Hamburg-Wandsbek und hat Familie in der Region)