Archiv für August 2008

FDP Watchblog

Heute erreichte mich ein seltsamer Pingback aus der Blogosphäre: Ein FDP Watchblog war wohl auf unser Parteiblog gestoßen. Nun, ich habe schnell geschaut und stellte fest, dass da jemand eine Liste liberaler Blogs sammelt. Schön. Gut. Aber nun wirklich nix neues. Da gab es mal den Liberal-Server, da gibt es MyFDP und zig andere.

Was mich einerseits an der Watchbloggerei erfreut, ist die Aufmerksamkeit, die sie generieren – was mich aber extrem nervt, ist der herablassende und arrogante Ton, mit dem jeder dahergelaufene Nerd auf Wordpress.com einen Blog aufmacht, drei Beiträge postet, und meint nun über Gut und Böse einer ganzen politischen Richtung entscheiden zu können. Nein, meine Herrn, so geht das nicht. Politik ist für die hier Handelnden kein Hobby. Und im Gegensatz zu manchem spätpubertären Blog-Jüngling geht es bei den Entscheidungen, die in den Gremien der Partei getroffen werden WIRKLICH um etwas.

Kritik in allen Ehren. Und konstruktive Kritik nehmen wir gerne auf. Aber NUR mit kritisieren ist es nicht getan: BESSER MACHEN! Und da braucht man nun mal die Strukturen der Partei, oder? Kritik ist unser täglich Brot. Aber aus den eigenen Reihen muss das nicht sein, und SO schon gar nicht.

Weiterhin schleicht sich immer dann, wenn man in der FDP von der “FDP” “beobachtet” wird ein ziemlich ungutes Gefühl von rechts ein. So auch hier. Die Rhetorik kommt mir bekannt vor und verweist in die Richtung Libertär. Und von denen hatten wir in unseren (nun leider toten) Foren ja auch wahrlich genug. Passt bloß auf, dass ihr nicht auch noch die Blogs killt mit eurem Radikalismus.

Also beobachten wir mal die Beobachter. Und schauen, wie viel Sinnvolles sie tatsächlich für unsere LIBERALE! Sache beitragen können.

http://fdpwatch.wordpress.com/

Was lernen wir aus Georgien?

Ich habe in letzter Zeit aus verschiedenen, verlässlichen Quellen interna zum russischen Vorgehen in Georgien erhalten, die ich aus gutem Grund hier nicht wiedergeben kann. Eines ist jedoch klar: Es hat sich am m.E. nach imperialistischen(!) vorgehen der Roten Armee seit Afghanistan und Tschetschenien nichts, aber auch gar nichts geändert. Man bedient sich betrunkener Freischärler, wie schon in Bosnien, um die Drecksarbeit zu machen und präsentiert sich danach als “sauberer Befreier”. Das scheint die neue, dreckige Dimension des Krieges in Europa zu sein – Para-Armeen und sinnloses Gemetzel unter Zivilisten, Feuersbrunst und Abschlachten anstelle von Militärdoktrin und Taktik. Somit hat der Krieg zwingend endgültig jede ihm früher noch so schwach innewohnende Faszination verloren – übrig geblieben ist nur ein unsäglicher, erbärmlicher Akt menschlicher Erniedrigung. (Ich habe im Sommer 1995 die kroatische Krajina und das Bosnische Grenzgebiet mit dem Motorrad befahren und vieles gesehen.)

Kein Grund der Welt rechtfertigt das Eindringen der russischen Truppen nach Georgien. Wo ist der Aufschrei derer (vor allem Sozialdemokraten) geblieben, die so vehement gegen den Irak-Krieg protestierten? Wo sind jetzt die Lichterketten und Demos? Sie finden nicht statt. Und zwar deshalb, weil die Führer der europäischen Linken systematisch von den Russen gekauft werden. (siehe Schröder, Lipponen u.a.) Wir messen bei den Großmächten immer noch mit zweierlei Maß – Die USA schelten wir und die Russen lassen wir gewähren. Das ist Doppelmoral der übelsten Sorte – zumal es nicht ersichtlich ist, das Russland seine nun begonnene Politik schnell wieder ändern wird.

Zugegeben, als Finne bin ich hellhörig gegenüber jeglichen russischen Militäraktionen – zu Recht: Was in den deutschen Medien totgeschwiegen wird, ist in Estland, Finnland und Norwegen an der Tagesordnung: Ständige Provokationen der Roten Armee, bishin zu Grenzüberschreitungen und Luftraumverletzungen. Der Bär schläft nicht, er wetzt seine Krallen. Nur wissen wir brave Gaskunden leider nichts davon.

Was lernen wir aus Georgien? Dass die schnelle Expansion der EU und der Nato richtig war. Und dass wir rasch den Ländern den Beitritt ermöglichen müssen, die jetzt vor der Bedrohung aus dem Osten stehen.

Video: Street Parade 2008

Ein 20 Min. Video von mir und meiner Tochter Anni, 11 und meiner kleinen Schwester Crissy, 14 auf der Street Parade am 9. August 2008 in Zürich. Allerdings in Englisch, da auf einer US-Seite veröffentlicht. Viel Spass!


Soulseeker69 at the Street Parade 2008

Neues Foto-Blog in Englisch

Ich habe für meine internationalen Freunde ein neues Fotoblog in Englisch aufgesetzt. Die Leserzahlen meiner US-Blogs galoppieren gerade davon…. Neue Bilder von der Street Parade habe ich gerade frisch eingestellt. Viel Spass!

http://SoulCreator.org/

Street Parade 2008 – oder warum nie wieder nach Zürich mit der Bahn

Street Parade 2008Ich war am Wochenende mit meiner Tochter, 11 und meiner kleinen Schwester, 14 auf der zweitgrößten Straßenparty der Welt – der Street Parade in Zürich. Als Anreisemöglichkeit wählte ich, bewusst der Parkplatzproblematik in der Stadt, wenn über 800.000 Tanzwütige die Straßen stürmen, die Bahn. Also, schnell am Donnerstagabend das Online-Ticket gebucht, dachte ich, schließlich bin ich seit langem als Online-Kunde bei der Bahn AG registriert, habe Personalausweiskopien und Bankbestätigungen hin und hergefaxt. Also, ich reserviere das Ticket – erfreuliche 90,80 Euro hin und zurück. Doch ich kann nicht bezahlen. Die Option „Lastschrift“ erscheint nicht im Menü. Nanu? Habe ich mich vertippt?

Also breche ich den Vorgang ab und logge mich noch mal ein. Aha, jetzt verweigert die Website mein Passwort. Hmmm. Vielleicht hatte ich doch den anderen Nutzernamen genommen? Ich probiere es und siehe da, ich bin drin. Ich buche wieder. Und kann wieder nicht bezahlen. Die Website sagt ich müsste mich zum Lastschriftverfahren anmelden. Gesagt, getan. Doch ich kann mich gar nicht zum Lastschriftverfahren anmelden, weil, und nun halten Sie sich fest, ich schon zum Lastschriftverfahren angemeldet bin! Aha. Aber bezahlen kann ich damit trotzdem nicht mehr. Toll. Also rufe ich die Hotline an. Die freundliche Dame meint, ich hätte mich gerade selbst aus dem System ausgesperrt, weil ich mir eine neue Kundennummer gegeben hätte. Ähhh? Wie? Seit wann kann ich mir eine eigene Kundennummer geben? Ich solle eine halbe Stunde warten und mit neuem Passwort einloggen. Gesagt, getan. Mittlerweile war es ein Uhr nachts und der Zug fuhr um 8.04 Uhr.

Nach einer halben Stunde loggte ich mich erneut ein, buchte die Fahrt – und konnte wieder nicht bezahlen. Also, noch mal zur Hotline gegriffen. Aha, war wohl ihr Fehler. Ich solle mich wieder einloggen. Und siehe da – es ging! Warum ich nun mit dem GLEICHEN Login-Namen ZWEI Accounts bei der Bahn AG habe, konnte mir niemand verraten.

Street Parade 2008Wir kamen pünktlich zum Zug. Aber der Zug nicht zu uns. Geschlagene 70 Minuten! Verspätung hatte der ICE nach Zürich. Aufgrund eines „Personenschadens“. Mag ja sein. Ist auch nicht schlimm. Was aber schlimm ist, dass auf dem Bahnhof NIEMAND wusste, wie es weiter geht. Die Passagiere wurden ohne jede Information einfach stehen gelassen! Auf meine Anfrage nach dem Abfahrtsgleis gab es ebenso wenig eine Antwort wie auf die Abfahrtszeit. Nun, endlich fuhr der Zug. Aber nicht bis nach Zürich! Nein, der Zug kehrte in Schaffhausen einfach um und lies uns ratlos auf dem Bahnsteig stehen! Ich weckte noch zwei japanische Touristinnen, die sang- und klanglos nach Stuttgart zurückgefahren wären. Also standen wir nun auf dem Bahnhof in Schaffhausen. Wieder ohne JEDE Information, wie es weiter geht. Schließlich setzten wir uns in den nächsten Inter-Regio nach Zürich. Es fragte auch keiner weiter nach. Aber eine ICE-Fahrt war das nicht gerade.

Der Zug kam gerade noch rechtzeitig bei der grandiosen Parade an. Zürich lachte, wir tanzten und alle waren froh.

Bis es zur Heimreise ging. Der ERSTE! Zug von Zürich nach Stuttgart fuhr um 7.14 Uhr morgens. Nun gut, dachte ich, die Nacht kann man sich sicherlich in der Stadt um die Ohren hauen. Das ging auch bis um drei Uhr. Da wurde es uns doch kalt und wir wollten am Bahnhof die restliche Zeit auf unseren Zug warten.

Am Bahnhof in Zürich gab es KEINERLEI Sitzmöglichkeiten für die Reisenden – die Bahnhofshalle war zur Partyhalle umfunktioniert worden. Also setzten sich HUNDERTE Leute einfach auf dem Boden. Was sollten sie auch anderes tun? Viele schliefen dabei ein. Alles war ruhig und friedlich. Doch irgendwie schienen die schlafenden Reisenden der wohl zur Street Parade extra beauftragten Firma SECURITAS nicht zu gefallen. Was zunächst als kleinere Sticheleien und willkürlichen Platzverweisen gegenüber unschuldigen Ravern begann, egal ob sie nun rauchten oder eine Cola tranken, endete letztendlich in einer massenhaften „Aufweck-Rausschmiss-Aktion“ der völlig überforderten „Sicherheits“-leute, die sich mittlerweile in einer Meute von zehn Mann zusammengerottet, benahmen wie die Schlägertrupps eines Milosevich. Völlig wahllos wurden Leute angepöbelt, getreten, hochgerissen und aus dem Bahnhof geworfen.

Als ich das sah, zuckte ich die Kamera und fotografierte die „Gesellen“. Daraufhin scharte sich die komplette Meute um mich, als wäre ich ein Schwerverbrecher. Ich rettete mich mit der Behauptung, ich wäre Journalist, musste aber alle Bilder löschen und wurde mitsamt zwei Minderjährigen Kindern nachts um halb fünf des Bahnhofes verwiesen. Was hatten wir, und die hunderte anderer Leute, darunter auch ältere, getan? Friedlich auf unseren Zug gewartet.

Ich möchte noch mal betonen, dass die handelnden PRIVATE Sicherheitsleute eines PRIVATEN Unternehmens waren – sie waren weder offizielle Polizei noch Bahnpersonal. Seitens derer kann ich nur gutes Berichten. Also warteten wir die restlichen zwei Stunden im kalten Freien, bis endlich unser Zug fuhr.

Was lernen wir aus dieser Geschichte? Erstens: NIE WIEDER MIT DER BAHN! Ich werde immer mit dem Auto anreisen. Das nächste Mal werde ich vor der Parade auf einen Campingplatz fahren, auf dem ich danach schlafen kann. Und dann in aller Ruhe mit dem Auto wieder zurück fahren. Zweitens: Macht korrumpiert. Die Bahn, egal ob Schweizer oder Deutsche, muss sich SEHR genau überlegen, welche Firmen und welches Personal sie anstellt, um Großveranstaltungen zu Überwachen. Die Firma SECURITAS hat in Zürich zu 100% versagt und hat dort gewaltbereites, aggressives Personal im Einsatz gehabt, welches minderjährige KINDER schikaniert. Das ist nicht nur feige, es ist auch in höchstem Maße unprofessionell. Ich werde mich der der Schweizer Bahn, der Deutschen Bahn und der Firma SECURITAS beschweren und hier weiter über deren Reaktionen berichten.

Nachtrag: Was ich noch vergessen hatte: Auch auf der Heimfahrt lief natürlich nicht alles, wie es sollte. Der Zug fuhr mit Schweizer Personal nach Stuttgart. Nun hatte aber der Schweizer Schaffner kein Lesegerät für die online-Tickets!!! Da ich mit EC-Karte bezahlt hatte, war auf dem Ausdruck auch keine Kreditkartennummer zu finden, sondern nur die Deutsche Bankleitzahl. Die aber wiederum ist auf meiner Karte nicht vermerkt. Also konnte der sichtlich überforderte Schweizer Schaffner die Gültigkeit des Online-Tickets angeblich nicht prüfen und drohte mit dessen Verweigerung. Liebe Bahn: Warum verkauft ihr ein Produkt, was nicht marktreif ist, auf Strecken, auf denen das Personal sichtlich überfordert ist?Nach lauten Protesten konnten wir dann doch fahren. Aber zum letzten Mal für eine lange Zeit.

Mein persönlicher Olympia-Boykott

Peking 2008Ich werde diese olympischen Spiele nicht verfolgen. Seien sie auch noch so prächtig, grossartig, pompös oder glorreich – wenn ein totalitäres Regime seine Machtspielchen auf Kosten des Sports demonstriert, und wenn alle, aber auch wirklich alle, Funktionäre vor dem Dollarbündel zucken – wenn jeder weiss, dass gedopt wird, nur um dem “sozialistischen Vaterland” glorreich den ersten Platz auf der Medaillenliste zu sichern – wenn das Netz zensiert und die Presse schikaniert wird – dann sagt mir mein freiheitsliebendes Herz – finger weg. Ich kann nicht viel tun – ändern sowieso nicht – aber ich kann dieses Posting schreiben – und die Glotze einfach aus lassen.

Ergebnisse der modernen Gentechnologie – Heute “Das Schaf”

Im Rahmen der französischen Ratspräsidentschaft in der EU:

Rauchverbot im Sommerloch

Es ist wieder mal soweit. Die Republikflüchtigen schmoren auf Mallorca, die dicken Fische gar in der Südsee (warum man da eigentlich im Sommer hin muss, hab ich nie verstanden), und der Rest vergnügt sich am City-Beach. Und hier bei uns in der Liberalen Freiheitszentrale stehen die Drähte nicht mehr still. Kaum ein Thema reizt die Bevölkerung derzeit so, wie das “Qualm-Erlaubnis-Verbot” der rot-schwarzen Kollision. (ja, kein Scheibfehler, denn die sind die wahren Urheber der Misere!). Mal sind wir die Gesundheitskiller, mal die Überverbieter. Es ist schon seltsam, wie wenig recht man es einem dispersen Publikum mit irgendwelchen Regelungen machen kann. Wir haben alle Reaktionen erlebt – vom glücklichen Neumitglied bis zum wütenden Austritt. Immer fühlt sich irgendwer auf den Schlips getreten.

Es sind eben doch Emotionen im Spiel, wenn es um die weitere Beschneidung der Freiheit des Einzelnen geht. Dabei wäre doch die Regelung ganz einfach: Man müsste es nur schaffen, den gesunden Menschenverstand einzuschalten. Uns schwupp-di-wupp würde an jeder Kneipentür glasklar dran stehen, worauf Mann/Frau sich einlässt, wenn man das Etablissement betritt. Soll doch jeder mündige Bürger selbst entscheiden, was er seiner Lunge antut. Und jede/r, wo er arbeiten will.

Ich verstehe die Aufgregung nicht. Ich habe früher selbst geraucht und bin nun zum toleranten Nichtraucher gewechselt. Und ehrlich gesagt, mich stört es in der Kneipe auch nicht. Ich muss ja nicht hingehen. Was wäre denn das nächste Verbot? Bierverbot wegen Leberschäden? Fußballverbot wegen infantiler Regression? Fahrverbote wegen Feinstaub? Ach, stimmt, die haben wir ja  schon. Vielleicht ein Pups-Verbot wegen Methan-Ausstoßes? Mal sehen, was der unsäglichen Kollision noch so alles einfällt. Im Sommerloch.

Weniger rauchende Köpfe bräuchte das Land – wo es auch um wirklich wichtige Dinge geht: Siehe Unterrichtsausfall und Lehrermangel, Fachkräftebedarf und drohende Bevölkerungsabnahme. Das sind heisse Themen. Und über die müssen wir reden. Auch im Sommerloch.




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Hier schreibt Markus Lochmann, Webmaster der FDP-BW über Politik, Privates und allerlei aus der IT-Welt. Die hier veröffentlichten Beiträge sind meine alleinige Meinung und müssen nicht zwangsläufig mit den Positionen der FDP übereinstimmen.

Motto

"Ich schreibe dies - nicht um die Götter zu preisen, denn der Götter bin ich überdrüssig - nicht um Pharaonen zu verherrlichen, den auch ihrer Taten bin ich müde. Um meiner selbst willen schreibe ich dies, weder um Göttern noch Königen zu schmeicheln, noch aus Furcht oder einer Hoffnung auf die Zukunft. Denn im Verlauf meines Lebens habe ich so vieles erfahren und verloren, dass keine unnütze Angst mich quält; und des Hoffens auf Unsterblichkeit bin ich müde, wie ich der Götter und der Pharaonen überdrüssig bin. So schreibe ich dieses nur für mich selbst und glaube, mich dadurch von allen Schreibern der Vergangenheit wie auch der Zukunft zu unterscheiden." (nach Mika Waltari, Sinuhe)

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