Archiv für den Monat: November 2008

WELT: Der Iran hat die Welt an der Nase herumgeführt

Was lange Zeit in der deutschen politischen Berichterstattung als “politically incorrect” galt und wofür auch der Autor dieses Blogs an den Presse-Pranger gezerrt wurde, erhellt in einem großartigen Artikel die WELT. Auch die werten Journalistenkollegen sollten genau lesen, was Hans Rühle da schreibt. Wir werden es eventuell schneller erleben, als uns lieb sein kann:

… tatsächlich jedoch verschwand das Problem der iranischen Nuklearrüstung weitgehend aus den Schlagzeilen.

Zu Unrecht allerdings, wie die ohne öffentliche Resonanz gebliebenen Berichte der Internationalen Atomenergieagentur (IAEA) im Jahr 2008 beweisen. In ihrem Bericht über das Verhalten des Iran im Lichte der einschlägigen Resolutionen des Sicherheitsrates vom Mai 2008 zeigte sich die IAEA erstmals “äußerst besorgt” über die nuklearen Aktivitäten der Regierung Ahmadinedschad.

Am 20. Juni 2008 erklärte der Direktor der IAEA, El Baradei, im arabischen Fernsehen unzweideutig, der Iran sei in der Lage, in sechs bis zwölf Monaten hoch angereichertes Uran für wenigstens eine Bombe zu produzieren (“to produce a bomb”). Kurze Zeit später bestätigte David Albright, der wohl beste Kenner des iranischen Atomprogramms, diese Einschätzung.

Der Bericht der IAEA vom September 2008 legte schließlich die gesamte Brisanz der Lage offen. Danach hat Iran seit der Inbetriebnahme der unterirdischen Anreicherungsanlage von Natanz im Februar 2007 480 Kilogramm schwach angereichertes Uran produziert, davon allein 230 Kilogramm von Mai bis August 2008. Da man 700 bis 800 Kilogramm schwach angereichertes Uran benötigt, um die für einen Sprengsatz erforderlichen 25 bis 30 Kilogramm hoch angereichertes Uran zu produzieren, bedarf es, beginnend im September, hierfür nur vier weiterer Monate ungestörten Betriebs.

Mitte 2009 könnte es knallen

Mit anderen Worten: zum Jahresende 2008 verfügt der Iran über genug schwach angereichertes Uran, um bei anschließender Hochanreicherung die kritische Masse für einen Gefechtskopf herstellen zu können. Die Anreicherung auf waffenfähiges Niveau ist dabei technisch kein Problem und nimmt für die erforderliche Menge allenfalls vier Monate in Anspruch. Selbst bei konservativer Extrapolation des September-Berichts der IAEA ist daher festzustellen, dass der Iran Mitte 2009 einen nuklearen Sprengsatz zünden könnte.

Diese Entwicklung vollzog sich mit nicht erwarteter Geschwindigkeit. Immer wieder unterschätzten fast alle Experten die Leistungsfähigkeit des Iran beim Aufbau von Zentrifugen. Zurzeit laufen in Natanz 4000 Zentrifugen des Typs P-1 auf 85 Prozent ihrer theoretischen Leistungsfähigkeit.

Hinzu kommt, dass der Iran nach Angaben der IAEA bereits zwei neue Generationen von noch leistungsfähigeren Zentrifugen einführt beziehungsweise testet: zum einen Zentrifugen des Typs P-2 (aus martensit-gehärtetem Stahl), zum anderen hochmoderne IR-2 und IR-3 Zentrifugen aus Kohlefaserverbundstoffen.

… Die Erkenntnisse der IAEA, dass es zusätzlich zu dem inzwischen offenen Nuklearprogramm ein zweites, geheimes, vom iranischen Militär betriebenes Nuklearprogramm gab, reiften im Jahr 2006. Anlass war die Festplatte eines Laptops, die ein iranischer Informant den USA 2004 übergeben hatte. Auf dieser Festplatte waren mehr als tausend Seiten in der Landessprache Farsi gespeichert, die geheime Informationen über das iranische Nuklearprogramm sowie über die iranische Mittelstreckenrakete vom Typ Shahab-3 enthielten.

…Ihre makabre, in der Sache hochdramatische Note erhält die gegenwärtige Diskussion über den Stand des iranischen Nuklearprogramms durch Vorgänge in der Schweiz. Dort hatten 2004 spezielle Ermittler Datenträger und Dokumente sichergestellt, die über mehr als ein Gigabyte an verschlüsselten Informationen über nukleare Waffen enthielten. Die Prüfung des Materials durch die USA und die Experten der IAEA ergab, dass es sich unter anderem um das vollständige Design für einen kleinen hochwirksamen nuklearen Sprengkopf handelte.

http://www.welt.de/politik/article2774139/Der-Iran-hat-die-Welt-an-der-Nase-herumgefuehrt.html

Porsche geht – Fisker Hybrid kommt

Seit 1968 werden im finnischen Uusikaupunki Automobile gebaut. Was bescheiden einst mit Ladas, Talbots und Saabs begann, ist heute das drittbeste Autowerk Europas (lt. http://fi.wikipedia.org/wiki/Valmet_Automotive). Im Moment noch, und bis 2011,  werden in Uusikaupunki Posche Boxter und Cayenne gebaut – danach zieht sich Zuffenhausen zurück. Doch die Finnen haben einen neuen Coup gelandet: 15.000 Fisker Hybrid Sportwagen sollen dort ab 2010 vom Band rollen.

Hoppla, da tut sich was im europäischen Automarkt, denn Fisker will auch vollelektrische Sportwagen für Europa bauen. Nicht, dass Porsche da was verpasst hätte, oder?

Quelle und Foto: http://www.iltasanomat.fi/autot/1615728

Auf dem Weg zum Weltbürger

Nein, liebe Leser, ich werde in diesem Blog nicht in die allgemeine Lobhudelei wegen des Obama-Sieges in den USA einstimmen. Der richtige hat gewonnen. Punkt. Aber ich möchte einen Aspekt der „Generation Global“ in die Diskussion einbringen.

Die bestimmende Größe im internationalen Miteinander war seit dem 19. Jahrhundert das Konstrukt des Nationalstaats. Vielleicht ändert sich gerade jetzt etwas an diesem Konzept. Nicht nur in Europa leben wir in einer Union. In Nordamerika gibt es die weltgrößte Freihandelszone NAFTA. In Asien schließen sich Europa und Asien auf ASEAN Konferenzen kurz. Es herrscht Einsicht in die Tatsache, dass nationale Regelungen im Finanzbereich nicht länger tragfähig sind – in der globalen Internet-Economy schon gar nicht mehr.

Also wird nun auf Konferenzen getagt und verzweifelt nach globalen Regeln gesucht. Und nun kommt meine These: Neues Denken braucht einen neuen Typ Politiker. Eben jene, die einen multinationalen, multirassischen Hintergrund haben. Obama verkörpert eben diesen neuen Politikertypus. Eben nicht mehr Rasse, Herkunft, Konfession oder Staatszugehörigkeit entscheiden über globalen Erfolg.

Gefragt sind Lebensgeschichten, Menschen mit Substanz, Menschen mit Höhen und Tiefen – eben das Gegenbild des blassen Bürokraten oder des gestriegelten Parteisoldaten. Die Welt lechzt nach neuen Idolen.

Die technologische Entwicklung hat den Alltag der Menschen mehr verändert, als die alten Strukturen nationalstaatlichen Denkens verkraften können. Es spielt nun mal keine Rolle, ob der Online-Shop in den USA oder um die Ecke steht. Wir brauchen Menschen, die neue Technologien nutzen und nicht verteufeln – Menschen, die auch mal gegen die Parteiräson agieren, wenn es die Idee fordert.

Obama ist das Resultat eines neuen Zeitgeistes. Inhaltlich hat er, mit Verlaub, nur eine entscheidende Rede geschrieben und die immer und immer wiederholt. (Ja, ich habe alle Debates gesehen und schaue täglich CNN und CNBC….) Nein, die Idee Obama, die Idee des Change, der Veränderung (wobei keiner so richtig weiß, wohin eigentlich) diese Idee kann nur funktionieren, wenn man alte Denk-Konventionen über Bord wirft.

Das sehe ich als große Chance des Modells Obama. Wir haben sie – auf der ebene Europas. Wenn die Nationalstaaten Europas keine charismatischen Führer hervorbringen können – vielleicht kann es die Europäische Ebene ja.

Da sollten wir anfangen und einen Europäischen Präsidenten direkt vom Volk wählen lassen.

Das wäre die Chance für eine europäische Antwort auf die Amerikanische Veränderung.

Wir brauchen mehr schritte weg vom Nationalismus hin zum Weltbürgertum – mit Menschen die, immer mehr, durch die Vermischung der Kulturen und Ethnien, schon längst auf dem Weg dahin sind.