Archiv für Februar 2009

Warum Opel nicht vom Staat gerettet werden darf

Der Staat darf Opel nicht retten. Und ich sage Ihnen auch gleich, warum. Erstens ist es nicht Staatsaufgabe, Automobile zu produzieren. Zweitens ist es nicht Staatsaufgabe, Automobilkonzerne zu finanzieren. Dafür haben wir das Bankensystem. Und drittens ist es nicht Staatsaufgabe, Unternehmen, die Pleite sind, zu übernehmen.

Wenn Opel Geld braucht, dann hat Opel zwei Möglichkeiten, an dieses Geld zu kommen: Erstens bei den Banken und zweitens an der Börse. Wenn Opel so gut ist, wie seine Belegschaft, meines Erachtens in grandioser Selbstüberschätzung, meint, dann werden sich genügend Investoren finden, die die Opel-Aktie auch kaufen. Wenn nicht – dann ist die Marke Opel eben Geschichte.

Opel alleine ist nicht überlebensfähig. Und warum sollten die insolventen Amerikaner genau den gut gehenden Kleinwagenproduzenten im Konzern einfach gehen lassen? GM fährt eine reine Verzögerungstaktik. Und der deutsche Staat täte gut daran, nicht auf Detroit hereinzufallen.

Hoppla, werden Sie fragen, was passiert denn mit den Arbeitsplätzen? Nun, erstens wird der eingesetzte Insolvenzverwalter lebensfähige Unternehmensteile verkaufen können. Zweitens ist die Opel-Misere nur der Anfang vom Ende einer aufgeblähten Auto-Industrie. Wir werden die Arbeitsplätze verlieren, so oder so.

Dann sollte man die notwendige Korrektur nicht auch noch mit Steuergeldern unnötig hinauszögern. Das Geld wäre besser in der Weiterbildung der Opel-Belegschaft angelegt.

Wenn der Staat jetzt Opel rettet, werden Daimler, BMW und Volkswagen/Porsche genauso ihre Bilanzen frisieren und die Hand nach der Staatsknete aufhalten. Das wäre dann echte DDR-Light.

Obama’s State of the Nation Speech Video

Die erste State of the Nation Rede Barack Obamas. Eingebettet von den Seiten des Weißen Hauses.

Link ->> http://www.whitehouse.gov/flash/MediaPlayer.swf?datasrc=http://www.whitehouse.gov/flash/video_playlist.aspx?VideoId=48&captions=http://www.whitehouse.gov/flash/captions.aspx?VideoId=48&captions_spanish=http://www.whitehouse.gov/flash/captions_spanish.aspx?VideoId=48

Eurovision 2009: We don’t wanna Put In!

Georgiens Beitrag zum Eurovision Song Contest 2009 mit kleiner Textspielerei in Richtung Moskau. Chapeau!

Unter Freunden? Schröder im Iran

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist zu einem viertägigen Besuch im Iran eingetroffen. Wie das Büro des Altkanzlers in Berlin mitteilte, reiste Schröder privat nach Teheran. Am Nachmittag bestätigte das Büro Berichte, wonach Schröder in Teheran auch Präsident Mahmud Ahmadinedschad und weitere Regierungsvertreter treffen wird.

http://www.n-tv.de/1106470.html

Für wen reist der gute Mann denn nun? Für Deutschland, wie von einem Ex-Kanzler zu erwarten wäre? Oder die Russen, die ihn bezahlen? Ich finde es eine Schande, dass sich ein deutscher Ex-Regierungschef so schamlos verkauft.

Wie man politisches Kapital verspielt

Konjunkturpaket hin, Konjunkturpaket her – Zustimmung, Zustimmung her. So langsam zweifle ich an der Wahrhaftigkeit der eigenen Spitzenleute. Da hat man, o-Ton Westerwelle an Dreikönig, nicht vor, Blockade zu spielen. Klare Sache, zumal sich die Grünen eh’ sofort an den Hals der Großen Koalition geworfen hätten und somit die FDP allein mit den Linken als Spielverderber dagestanden wäre. Die Häme und Schadensfreude bei Bütikofer und Co. war nicht zu überhören. Aber wir, so Westerwelle, hielten ja stand.

Doch dann kam alles anders. Man verließ sich auf die Aussagen des Parteivorsitzenden, plante in Ausschüssen und in den Kommunen. Jeder dachte, das Paket würde problemlos durchgewinkt. Dann kam Hessen und aus so manchem Hahn wurde ein Gockel. Dieser wiederum stand auf einem recht großen Haufen und gackerte. Und andere gackerten mit. „Steuersenkung“ hieß es plötzlich – und „Nachverhandeln“. Vergessen waren die Feiertagssprüche in der Mühle des politischen Alltags. Und die Bundespartei knickte ein.

Natürlich ist es die eine Forderung der FDP für Steuersenkungen zu sorgen. Doch ist das richtige Forum dafür der Bundesrat? Und ist der richtige Zeitpunkt dafür gerade jetzt? Ich meine: Nein. Wir können mit den Steuersenkungs-Forderungen auch warten bis nach der Wahl. Wir brauchen eine grundsätzliche Steuerreform und kein Rumgedoktore an der jetzigen Gesetzgebung. Viel Risiko – wenig Gewinn.

Weiterhin ist es eine zentrale Forderung der FDP die Staatsverschuldung zu senken. Aber auch hier muss man mit gesundem Menschenverstand handeln – alle Welt macht Konjunktur auf Pump – und gerade wir Deutschen sollen das nicht tun? Ich meine, 50 Milliarden Euro sind angesichts der 800 Milliarden Dollar der Amerikaner nicht gerade üppig.

Also sollten wir dem Konjunkturpaket zustimmen. Zähneknirschend zwar, aber im Moment ist es das kleinere Übel. Unser Bundesvorsitzender hätte sein Dreikönigsversprechen eingelöst. Und somit seine Standhaftigkeit im politischen Alltag erneut bewiesen.

Herr Westerwelle – hauen Sie mal kräftig auf den Tisch und halten sie ihre Truppen besser unter Kontrolle. Wir brauchen in den kommenden Wahlkämpfen eine klare Führung und kein Geeiere, keine Selbstdarsteller und keine Länderfürsten. Ansonsten verspielen wir genau das, was und jetzt und künftig groß machen kann – politische Glaubwürdigkeit.

Martha Nussbaum fordert eine Rückbesinnung auf den Liberalismus

Die amerikanische Philosophin ist am Dienstag in Berlin mit 100 000 Euro dotierten A.SK Social Science Award ausgezeichnet worden.

… Die Aufklärung war idealistischer und inspirierender als das Jahrhundert, das sie hervorgebracht hat. Denn sie stellte eine Welt der Gleichheit zwischen Hochwohlgeborenen und von niedriger Geburt, zwischen verschiedenen Rassen, zwischen Mann und Frau. Wir haben immer noch diese Träume, und wir versuchen sie in die Praxis hinüberzuführen. Und wir haben weitere Träume zu dieser Liste hinzugefügt: Wir träumen jetzt von einer Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen völlig gleich sind, und wir träumen von einer Welt, in der alle Bewohner aller Nationen in der Lage sind, ein lebenswertes Leben zu leben. Und, wichtig für mich, wir träumen von einer Welt, in der nichtmenschliche Wesen nicht mit Gewalt von Menschen ausgenutzt werden.

http://www.ksta.de/html/artikel/1233584056768.shtml

http://de.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum

Der Tag des gemeinen Deutschen

Ich wache auf. Langsam weckt mich die Stimme des zwangsfinanzierten Staatsrundfunks. Einmal auf meinen Beinen sehe ich mich um in meiner staatsgeförderten Wohngeld-Einheit. Gut, dass es bald die Sanierung mit den Konjunkturpaketgeldern gibt. Wir produzieren im Haus ja subventionierten Solarstrom. Mein Gott, sind wir öko. Ich setze mich in mein, mit Hilfe der Abwrackprämie jüngst erworbenes, steuerbegünstigtes KFZ und nutze die Pendlerpauschale um zu meinem Hartz4-aufgestockten Arbeitsplatz zu kommen. Manchmal träume ich von einer Eigenheimzulage. Allerdings kann ich mir die nur mit einer Staatsbürgschaft und einem Wiederaufbaukredit leisten. Kinder? Ja, die bekommen wir bald. Zunächst müssen wir das Ehegattensplitting abwarten und dann das Kindergeld beantragen, bevor wir das Elterngeld bekommen. Dann haben wir auch Kinder. Ach, und wenn das nicht klappt? Nun, es gibt ja immer die Sozialhilfe bis zur Frührente. Und zu guter letzt dann Sterbegeld. Aber so weit wollen wir es gar nicht kommen lassen. Schließlich bin ich ja Zwangskammermitglied. Und in der Gewerkschaft obendrein. Da gibt es bestimmt irgendein Streikgeld, wenn ich mal keine Bock habe. Oder ich werde einfach “krank”. Schließlich hab ich mir die Lohnfortzahlung ja verdient. Und natürlich das Krankengeld. Aber im Moment ist ja Krise. Da haben wir Kurzarbeit. So ein Mist. Immer diese zum Himmel schreiende soziale Ungerechtigkeit. Und der Staat? Der tut mal wieder nichts für den kleinen Mann…

Wohin driftet die Stuttgarter Zeitung?

Mal wieder beim Sichten der aktuellen Presselage im Land. Das Übliche: Föderalismusreform, Finanzkrise und Ministerschelte im Land. Aber Moment mal. Langsam nimmt das Meckern der Stuttgarter Zeitung paranoide Züge an. Man wittert Skandälchen aller Orten – auch dort wo gar keine sind. Gestandene Journalisten tun sich als Schlammschläger auf, wie kleine Jungs im Sandkasten. Man spielt die mediale Machtkarte gegenüber Personen, die eigentlich einen ganz guten Job machen. Und deren Relevanz allerhöchstens Landesniveau erreicht. Warum? Will man den nächsten liberalen Minister stürzen? Mit welchem Ziel? Im einem Land, in dem die Grünen bei 17%, die FDP bei 16% und die SPD bei 18% liegen? Und in dem die Gefahr einer schwarzen Alleinregierung permanent droht?

Da drängt sich doch ein Verdächtchen auf, zumal der eine oder andere Redakteur des Stuttgarter Monopolblattes emsig bei den Grünen referiert. Von dem unsäglichen Geschreibsel der offensichtlich unreifen Volontariatskandidaten mal ganz abgesehen. Pisa lässt grüßen. Aha. Das ist es also – Die mediale Vorbereitung von Schwarz-Grün im Land. Schade nur, dass der Verleger, immerhin einer weithin liberalen Tradition verpflichtet, sich solch kleines Karo gefallen lässt. Manchmal wünscht man sich doch mehr ehrlichen Wettbewerb bei der Tagespresse. Aber zum Glück gibt es ja uns Blogger – und damit auch die andere Seite der Medaille. Damit wird der schwindende Einfluss und der sinkende Wahrheitsgehalt der sterbenden Mediengattung Tagespresse ein wenig kompensiert.

Vierte Staatsgewalt in allen Ehren – Kontrollfunktion der unabhängigen Medien auch. So wichtig sie sind, so unsinnig werden sie im Monopolbetrieb. Merke – Alleinherrschaft ist nie gut. Deshalb – Mehr Wettbewerb, auch für die Medien. Lassen Sie sich nicht alles gefallen. Und glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht.

Aktuelle Kamera 2009 ;-)

Bischof Williamson im schwedischen Fernsehen

Alle Welt empört sich über die Aussagen des Pius-Bruders Williamson. Doch kein Mainstream-Medium berichtet genau darüber (Update 22.20 Uhr: Die Tagesthemen zeigen Ausschnitte) , was für einen Schwachsinn er erzählt hat. Warum eigentlich? Ich nutze mal meine grundgesetzliche Freiheit zur Informationsbeschaffung – Hier das Interview auf YouTube:

Meine Meinung: Der Mann sollte in den Ruhestand. Sofort. Aber das Thema ist ja noch ein weiteres: Auch in England gab es in den dreißiger Jahren und gibt es heute Nazis. Darüber will man nicht so gerne reden. Übrigens in Schweden zunehmend auch. Die braune Brut nistet sich überall ein. Und wird durch geistige Brandstifter wie Williamson noch weiter angestiftet.

Papa Ratzinger hingegen zeigt sein jetzt wahres Gesicht – Genau so wie ich es nach der Papstwahl auch befürchtet hatte. Er ist und bleibt ein ultra-konservativer Dogmatiker. Dieses Kuddelmuddel wird nicht die letzte “rechte” Botschaft aus Rom gewesen sein.




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Hier schreibt Markus Lochmann, Webmaster der FDP-BW über Politik, Privates und allerlei aus der IT-Welt. Die hier veröffentlichten Beiträge sind meine alleinige Meinung und müssen nicht zwangsläufig mit den Positionen der FDP übereinstimmen.

Motto

"Ich schreibe dies - nicht um die Götter zu preisen, denn der Götter bin ich überdrüssig - nicht um Pharaonen zu verherrlichen, den auch ihrer Taten bin ich müde. Um meiner selbst willen schreibe ich dies, weder um Göttern noch Königen zu schmeicheln, noch aus Furcht oder einer Hoffnung auf die Zukunft. Denn im Verlauf meines Lebens habe ich so vieles erfahren und verloren, dass keine unnütze Angst mich quält; und des Hoffens auf Unsterblichkeit bin ich müde, wie ich der Götter und der Pharaonen überdrüssig bin. So schreibe ich dieses nur für mich selbst und glaube, mich dadurch von allen Schreibern der Vergangenheit wie auch der Zukunft zu unterscheiden." (nach Mika Waltari, Sinuhe)

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