Archiv für März 2009
Tagesseminar in der ev. Akademie Bad Boll 28.3.2009
Als hätte man nichts besseres zu tun, begibt sich der geneigte Webmaster am Samstag Morgen im Starkregen nach Bad Boll um auf einer Tagung zum Thema Blogs und Politik zu sinnieren. Nachdem man, gezwungenermaßen, zum aber-x-ten Mal die Kampagne von Barack Obama vorgetragen bekommen hat, durfte ich die Internetstrategien der Parteien im Land verfolgen und die der FDP selbst vortragen. Der Vertreter der CDU ist gar nicht erst erschienen, der von der Linkspartei ließ ein vorgefertigtes Skript vorlesen. Also blieb in fröhlich kollegialer Atmosphäre sozusagen die „Ampel“ übrig.
Eigentlich machen wir alle dasselbe, nur in verschiedenen Farben. Das ist wohl die Quintessenz aus der heutigen Veranstaltung. Youtube, Facebook, Twitter, Wordpress – alle anwesenden Landesparteien warten mit den derzeitigen Webstandards auf. Und allesamt beklagen die vorherrschende Ressourcenknappheit für die Web-Abteilung in den Landesverbänden. Da gibt es den Teilzeit-Journalisten und den Web-Studenten und da fehlen professionelle Stellen für das Web. Da macht der Pressesprecher gleich das Internet mit, so nebenbei zur Pressearbeit für den Verband.
Im Publikum regt sich Widerstand. Man munkelt von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Vorurteile kommen auf. Ja, wenn die wüssten, wie die alltägliche Arbeit in einer Partei so aussehen kann…
Also kläre ich auf. Stelle klar. Und appelliere.
„Wir als Partei müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind“, meine ich auf die Frage, was denn nun im Netz nur Mode sei. Das ist richtig. Im Moment jagen wir Twitter und Facebook durch das virtuelle Universum. Gestern noch war es Second Life und morgen ist es wieder etwas neues.
Was bleibt also langfristig vom Web2.0? Alle Parteivertreter sind sich einig – die Blogs werden bleiben. Ich meine, dazu noch ein, zwei social sites a la facebook.
Wobei wir beim Thema Community Building wären. Ja, haben wir, machen wir. MyFDP lässt grüßen. Alle haben ähnliche Plattformen zur Verfügung – soviel zumindest schwappt von der Obamania auch zu uns herüber. Nur genutzt werden muss es auch… na ja.
Zum Auftakt des Nachmittags (das Mittagsessen war lecker, danke) hören wir von einem der wenigen deutschen A-List-Blogger, Markus Beckedahl, über das (Un)wesen der deutschen politischen Blogger (Sub)kultur. Es geht doch, stellen wir fest – zumindest aus Berlin heraus kann man per Aktionismus auch Politik gestalten. Ob gegen Windoof-Monokultur oder Wahlcomputer, man kann per Web und Blog zumindest Agenda-Setting betreiben. Und wie im Fall der unseligen Wahlmaschinen bzw. deren Verbot auch mal faktische Politik machen. Die wurden nämlich verboten.
Krawall machen als Netzpolitik? Die Blogger sehen sich primär als „neue Presse“, als Aufklärer im Sinne von Mudrakern, die gerne mal eine Abmahnung einholen. Und damit dann auf der Publicity-Welle reiten (können). CCC lässt grüßen. Dabei haben wir doch so viel gemeinsam (mit Wehmut erinnern wir uns an die LHG-Veranstaltung in Karlsruhe zurück, zusammen mit dem CCC gegen die Vorratsdatenspeicherung).
Das kann ich natürlich nicht aus mir sitzen lassen. Ich hake nach, frage tiefer, frage nach dem gesellschaftspolitischen Unterbau (oh Gott welch Terminologie, das steckt ja an!) der Blogger-Thesen. „Welches gesellschaftliche Modell denn?“, fragt Herr Beckedahl. Er hat keines. Quod erat demostrandum.
Meine Herrn! Wir zerbrechen uns seit 200 Jahren den Kopf, um die Gesellschaft möglichst freiheitlich zu organisieren. Und nun wollen uns ein paar Blogger im Verbund mit der TAZ (bezeichnender Weise) zeigen, wie wir Politik leben sollen.
Nun gut, dann bin ich halt die lebende Antithese (Hegel!). Auch gut.
Zum Schluss des doch recht kurzweiligen Tages hören wir noch einen Vortrag zum Thema Öffentlichkeiten außerhalb der politischen Parteien. Wir erfahren etwas über avaaz.org und moveon.org (deren Mitglied ich ja bin…) und digiactive.org. Ich frage mich, was all diese tollen social network sites machen, außer auf Einzelpunkte und Themen hinweisen. Ich unterstütze ja durchaus Aktionen (Free Burma oder für die Meinungsfreiheit, siehe dazu auch www.reibfläche.de). Aber zum gesamtgesellschaftlichen Konzept taugt es dann doch nicht.
Nochmal zurück zur Akademia – im zweiten Teil des professoralen Vortrages, als Fortsetzung vom Vormittag, wird uns der Hessen-Wahlkampf vom vergangenen Winter im Lichte der politikwissenschaftlichen Forschung dargestellt. Es wird in Deutschland wohl keinen community-basierten Wahlkampf geben wie in den USA – um schlagkräftige communitys zu gründen, fehlt uns die Zeit. Mag sein. Uns fehlt aber auch die Bereitschaft, für eine politische Partei Stellung zu nehmen. Denke ich.
Ein interessanter Aspekt der online-Themenfindung in den USA war die Selektion politischer Themen auf der Basis von Benutzerbewertungen. Das könnte man sich auch bei uns überlegen. Andererseits praktizieren wir das seit Jahren mit unserem Deutschlandprogramm. Allerdings, und das ist neu bei der US-Regierung, brauchen auch wir einen CTO für Deutschland. Oder einen „social community manager“. Dass das nicht Wolfgang Schäuble sein kann, ist wohl auch klar
.
Wie regiert das Weiße Haus nun heute? Wir sehen recovery.org – ein Versuch, Obamas Gesetzgebung transparenter zu gestalten. Interessant, Thema Visualisierung von Daten. Mit Rückkanal. Hmmm.
Zum definitiven Finale gibt es nochmal ein Podium – die Referenten des Nachmittags machen sich Gedanken über die Legitimation der Politik und der Einbindung des Netzes in die politische Entscheidungsfindung. Sind die Blogs nun Medium zum Transport von politischen Inhalten oder eine Plattform zur Bildung einer nicht-legitimierten Gegenöffentlichkeit, wie von den Linken im Saal begrüßt? In der Pause habe ich Marshal McLuhan zitiert, der sagt: „The Medium is the Message“. So shall it be.
Aus der Stuttgarter Zeitung:
Deutschland fällt bei der Nutzung der Informationstechnologie (IT) weiter hinter die skandinavischen Länder und die USA zurück. Das geht aus dem am Donnerstag vorgestellten Welttechnologiebericht 2008-2009 des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Genf hervor. Erneut führt Dänemark die Rangfolge an, vor Schweden und den USA. Deutschland liegt auf Platz 20, knapp eine Stufe hinter Frankreich. Im letzten Bericht vor zwei Jahren lag die Bundesrepublik in der Rangfolge der technologisch innovativsten Länder der Welt noch auf dem 16. Platz.
Die Entwicklung der am stärksten vernetzten Länder der Welt sei eng mit dem hohen Stellenwert verknüpft, den diese Nationen in Ausbildungsmöglichkeiten, Innovationskraft und einem breiten Zugang zu Netzwerken beimessen, heißt es in dem Bericht. Deutschland habe insgesamt einen guten Rang unter den 134 untersuchten Staaten, erläuterte einer der Mitautoren der Studie, Thierry Geiger. “Aber Stagnation ist wohl das Problem”, sagte Geiger. So seien die anderen Staaten auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) seit dem letzten Bericht schneller vorangeschritten als Deutschland, erläutert der Experte. Dies gelte etwa für die Zugangskosten zum Internet sowie die Erziehung und Ausbildung von qualifiziertem Personal. “Deutschland ist da eher etwas stehengeblieben”, analysiert Geiger.
Platz 20. Damit sollen wir zufrieden sein? Das ist das traurige Ergebnis von sieben Jahren grün-sozial-konservativer Politik. Denk ich an Deutschland in der Nacht….ojeojeoje.
60 Millionen Amerikaner haben deutsche Vorfahren. Die deutschstämmigen sind auch heute noch die größte ethnische Gruppierung in den Vereinigten Staaten. Namen wie Rockefeller, Eisenhower, Levi Strauss, Chrysler und Boeing sind deutsch. In den USA gibt es Octoberfests und sogar ein Stuttgart/AR. Nicht nur aus familiären Gründen recherchiere ich zum Deutsch-Sein (mein Großvater war Amerikaner) in Amerika, nein auch die tiefe Zuneigung der Menschen in den USA inspirierte mich. Aber lesen Sie selbst den aufschlußreichen Artikel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschamerikaner
Umso weniger verstehe ich die Amerika-Feindlichkeit, die hierzulande vor allem bei der Linken zu spüren ist. Wahrscheinlich ist das wieder die ewige Neiddebatte der vermeintlichen Underdogs. Wir sollten uns mehr um das kulturelle Erbe der Deutschen in den Vereinigten Staaten kümmern – schließlich sind sie in vielem mit uns ähnlich oder gleich! Viel gleicher als in der öffentlichen Wahrnehmung in der linkslastigen deutschen Medienlandschaft je berichtet wird. Ich jedenfalls mag Amerika. Und stehe auch dazu.
Barack Obamas Kampagne bietet dem frustrierten (US-)Bürger die herrliche Möglichkeit, faule virtuelle Tomaten auf die verhasste Versicherungsgesellschaft AIG (Verlust in 2008 über 100 Mrd. $) zu werfen. Nicht schlecht, das dient bestimmt zum Aggressionsabbau in der recht heftig geführten Debatte um Bonuszahlungen in den USA. Vielleicht sollten wir sowas auch mal für die HRE machen?
Hier die Antwort aus dem MIT Media Lab:
Laut der finnischen Tageszeitung Helsingin Sanomat stehen in den Häfen Finnlands zurzeit etwa 100.000 Neufahrzeuge, die für den Export nach Russland bestimmt waren, jetzt aber aufgrund der Wirtschaftskrise nicht mehr absetzbar seien. Die KFZ seien im Besitz der Hersteller, ihrer Banken oder den Importeuren, so HS. Die Kostenrisiken für die KFZ trage in erster Linie der Hersteller, schreibt das Blatt. Die Häfen des Landes hätten inzwischen keine Kapazitäten mehr frei.
Da gehen sie also hin, unsere Steuermillionen – eine riesige Halde an unverkäuflichen Autos in den Häfen am Ende Europas. Na toll.
Wir sind absurd! Papst: “Die Benutzung von Kondomen verschlimmert das Aids-Problem”
18. März 2009 in Nicht kategorisiert. 0 KommentareRatzinger wie er leibt und lebt. Irgendwie biegt er sich doch alles nach seinen Dogmen zurecht. Aber was er jetzt verlautbart ist geradezu grotesk:
Auf dem Weg nach Afrika hat sich Papst Benedikt XVI. erstmals direkt zum Thema Kondome geäußert – und erklärt, ihre Verwendung verschlimmere das HIV-Problem, statt es zu lösen. Helfen können aus Sicht des Kirchenoberhauptes dagegen ein “spirituelles Erwachen” und “Freundschaft für die Leidenden”.
Rom – Enthaltsamkeit. Das ist die Antwort des Vatikan auf die Frage nach einem wirksamen Mittel gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Erstmals hat sich der Papst nun im Zusammenhang mit der Krankheit ausdrücklich zum Gebrauch von Kondomen geäußert – und rät davon ab. Kondome können nach Ansicht von Benedikt XVI. das Aids-Problem nicht lösen. “Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem”, sagte das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche am Dienstag an Bord seines Flugzeugs auf dem Weg nach Afrika. Die Lösung liege vielmehr in einem “spirituellen und menschlichen Erwachen” und der “Freundschaft für die Leidenden”.
Hallo Papst, hier Erde, bitte kommen!
Ich möchte an dieser Stelle mal an einen etwas verloren gegangenen Begriff anknüpfen. Die vor 1982 in der FDP noch vorherrschende Strömung nannte sich sozial-liberal, oder auch “links”liberal. Nach dem Kanzlersturz wandte sich die Partei immer mehr den marktliberalen oder auch “rechts”liberalen Strömungen zu. Das war auch gut so – denn in den Wachstumsjahren der 80er und 90er Jahre brauchte man diese zur technologischen Weiterentwicklung der Gesellschaft.
Die Entwicklung zur Informationsgesellschaft hatte ihren Preis, den wir jetzt, zehn Jahre danach, auch bezahlen müssen. Die jetzige Wirtschaftskrise ist keineswegs nur Folge von Marktliberalisierung, Gier oder Kontrollverlust. Eher schon sind das genau die Symptome eines politischen Ungleichgewichts in Richtung der konservativen und marktradikalen Strömungen in den USA und in Teilen Europas.
Also ist die Wirtschaftskrise eine logische Folge des Wachstums – in dem der Samen für den nächsten Entwicklungsschub schon angelegt ist. So führten die in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts gemachten Entdeckungen der Physik erst rund siebzig Jahre später zur Informatik-Revolution mit ihren Lasern und Computerchips.
Genau so haben wir das künftige Wachstum mit der Entwicklung der Bio- und Gentechnik längst erfunden.
Jede Wachstumsphase vernachlässigt jedoch systematisch die soziale Komponente der Gesellschaftspolitik. Soziale Sicherungssysteme werden immer nur als Folge der Krise errichtet – so wie die Einführung der Sozialversicherung die Antwort auf den Manchesterkapitalismus und die Einführung von Sozialhilfe die Antwort auf die Wirtschaftskrise der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts war.
In Krisenzeiten besinnt sich die Gesellschaft, gezwungenermaßen, auf die sozialen Systeme, weil sie ohne diese droht, auseinander zu fallen. Genau diese Tendenzen erleben wir auch jetzt – auseinanderklaffende Gehaltsschere und extrem ungleich verteilte Vermögen schaffen gesellschaftliches Unwohlsein. Übrigens in allen Schichten!
Auf diese Herausforderung bietet der postmoderne Liberalismus bisher nur wenig Antworten. Ich möchte hier an ein paar exemplarischen Punkten aufzeigen, wie ein moderner, sozialer Liberalismus aussehen könnte.
Ein moderner sozialer Liberalismus steht:
- Für eine Pflichtversicherung in der Krankenversicherung für alle. Dabei dürfen einkommensstarke Gruppen der Gesellschaft nicht von der Solidargemeinschaft ausgeschlossen werden.
- Für geregelte Mindestlöhne, um Lohndumping zu verhindern.
- Ein gesetzlich garantiertes Mindesteinkommen, vor allem für Kinder.
- Eine Verlagerung der Besteuerung vom Produktionsfaktor Arbeit auf das Kapital.
- Für Kapitaltransaktionssteuern
- Für eine Verhinderung von übergroßer Kapitalakkumulation zugunsten echten Wettbewerbs.
- Für den Einsatz von privatem Riskokapital zur Existenzgründung.
- Für die substantielle Förderung von Pflege-, und Lehrtätigkeiten.
- Für kostenlose, lebenslange Bildungschancen. Bildung verursacht Investitionen und keine Kosten.
- Für eine Verwaltung für den Bürger, nicht von dem Bürger.
- Gegen die staatliche Subventionierung von Kapitalgesellschaften und für Unternehmertum.
- Gegen eine Neidkultur – für modernes Heldentum und Anerkennung von Leistung in der Gesellschaft.
Diese Punkte stellen natürlich nur eine kleine, willkürlich gewählte Sammlung dar – aber sie sind in der gegenwärtigen FDP zwar nicht mehrheits-, dafür aber umso mehr diskussionsfähig.
Gesellschaftlich führt ein moderner sozialer Liberalismus zu mehr gesellschaftlichem Konsens – mit der klaren Fokussierung auf die Sicherstellung der sozialen Stellung der gesellschaftlich für alle Liberalen äußerst bedeutsamen Mittelschicht. Allerdings erfordert er auch ein politisches Handeln „over the isle“, wie Barack Obama es formuliert, also über ideologische Grenzen hinweg.
Das Wohl des „einfachen Menschen“ muss Ziel jedes politischen Handelns sein – denn jeder Einzelne ist in seiner Würde gleich. Gleich gut, und gleich viel wert. Das, liebe Leser, verlangt von uns die liberale Tradition seit der französischen Revolution, über die englischen Liberalen des 18. Jahrhunderts und die Väter der amerikanischen Verfassung – bis hin zu den Vätern und Müttern unseres Grundgesetzes.
Wir müssen als Liberale neue Antworten auf eine neue Zeit finden – Eine neue Freiheit wagen.
Von wegen, nicht bei uns. Meine 15jährige Schwester war zur Tatzeit des Amoklaufs von Winnenden nur hundert Meter entfernt in der Nachbarschule – zu Besuch. Mit viel Glück hat sie von dem Massaker nicht viel mitbekommen. Aber es hätte auch anders kommen können. Ich will gar nicht viel zur Tat selbst sagen – im Fernsehen haben wir falsche Mitleidsbekunder und Psychologie-Propheten genug.
Man hätte es wissen können – nein, wissen müssen, dass sich Erfurt oder Jokela auch hier wiederholen können. Es gehört zum Gesellschaftsbild der anonymen Leistungsgesellschaft, dass gestörte Individuen außerhalb jeder sozialen Kontrolle meinen, sich über alle anderen erheben zu können. Einmal Macht haben, endlich. Einmal Gott spielen. Das ist der Gipfel des Egoismus schlechthin.
Und schon wieder schallen die Verbotsrufe durch die Medienlandschaft – der vermeintliche Schuldige, die Computerspiele, ist längst ausgemacht. Unerheblich, dass jede halbwegs vernünftige Studie keinerlei kausalen Zusammenhang zwischen Spiel und Amokhandlungen zeigt.
Es hilft nur eins, wirklich nur eins: Waffen weg! Es kann nicht sein, dass ein „Sportschütze“ 18 Waffen im Haus hortet, in dem Minderjährige leben. Das ist schlicht unverantwortlich. Deshalb müssen die Waffen weg – von mir aus zum Einlagern bei der nächsten Polizeiwache, wo der Schütze oder Jäger sie dann abholen kann.
Wir werden das Problem der gesellschaftlichen Verwahrlosung nicht lösen können, dazu ist unsere Gesellschaftsordnung falsch angelegt. Solange die falschen, materiellen Wertvorstellungen und Zielorientierungen vorherrschen und Neid und Missgunst das gesellschaftliche miteinander prägen, wird es diese Fälle weiter geben.
Wenn der Verlust an Schmerzempfinden und Einfühlvermögen bei einzelnen zu Massentötungen führen müssen wir alle uns überlegen, wie wir wieder mehr Menschlichkeit in die Gesellschaft bringen.
Es ist kein Zufall, dass die Tötungen an Schulen in den USA, Finnland und Deutschland stattfinden – in den, wie ich denke, wettbewerbsorientiertesten Gesellschaften der Welt. Leistungsdruck, Neidgesellschaft, gepaart mit Ablehnung Hetze durch Film und Spiel, dazu Zugang zu Waffen und fertig ist das explosive Gemisch.
Wir müssen unseren Jugendlichen mehr Liebe geben – und mehr Zeit. Wenn man mit den Jungs mehr geredet hätte, würden viele Menschen heute noch leben.
1. April 2009: Comments closed. Ich will hier keine Waffendiskussion führen. Sorry.
