Ein neuer Tanzstil kommt aus Frankreich: Yelle
Ein neuer Tanzstil kommt aus Frankreich: Yelle
Aus Miami schwappt ein neuer Trend in die Clubs und Locations der Republik: Electro Hip-Hop. Das Florida-Duo LMFAO (Chat-Slang für “laughing my fuckin ass off” – zu deutsch “ich lach mir den Arsch ab”) mischt gekonnt lazy Florida-Beats mit zuckendem Euro-Electro-House. Als dann auch noch das Video-Portal YouTube das Video des Songs “I’m in Miami, Bitch” wegen ein paar nackten Brüsten von der Site verbannte, war der Underground-Coup perfekt. Also werden wir auf den Paraden im Sommer zu “I’m in Stuttgart, Bitch”, bzw. “I’m in Zürich, Bitch” raven. LOL!
Hier mal etwas für alle “Wir sind doch die besten hier-Mantra-Beter” (z.B. Herr Frankenberg und Co.) und an alle Vertreter des Trauerkapitels “deutsche Begabtenförderung”. Wo, bitte schön, auf dieser Liste sind wir? Richtig. Nicht vorhanden. Warum?
Business Week hat die 25 einflussreichsten Menschen des Web gelistet. Diese Menschen haben zum Web, wie es heute aussieht, maßgeblich beigetragen. Ob das die führenden Communities, Browser, Blogs, Computerhersteller oder Suchmaschinen sind – ohne sie wäre das Web nicht was es heute ist.
Marc Andreessen; Ning, Netscape
Michael Arrington; TechCrunch
Mitchell Baker; Mozilla
Marc Benioff; Oracle, Salesforce
Tim Berners-Lee; Erfinder des Web, W3C
Jeff Bezos; Amazon
Sergey Brin und Larry Page; Google
Reid Hoffman; LinkedIn
Steve Jobs; Apple, Pixar, Walt Disney
Max Levchin; PayPal, Slide;
Marissa Mayer; Google
Michael Moritz; Sequoia Capital,
Rupert Murdoch; News Corp, MySpace, Dow Jones , WSJ
Tim O’Reilly; O’Reilly Media
Ray Ozzie; Microsoft, Live
Kevin Rose; Digg, Pownce
Philip Rosedale; Second Life
Peter Thiel; PayPal, Clarium Capital Management,
Jimmy Wales; Wikimedia, Wikia, Wikipedia
Margaret Whitman; eBay
Evan Williams; Blogger, Twitter
Dave Winer; RSS
Jerry Yang; Yahoo!
Mark Zuckerberg; Facebookhttp://images.businessweek.com/ss/07/09/0924_25webinfluencers/index_01.htm
Ich sage ihnen, warum. Wir haben weder die Bildungs- noch die Finanzierungs-Strukturen, um auf dieser Liste in den nächsten 20 Jahren mitspielen zu können. Unsere Universitäten sind voll mit infantilen Besserwissern (ich meine die Studenten, wohlgemerkt!) und das System trainiert auf Mittelmaß und Anpassung. Wir haben hunderttausende Studenten, deren größter Lebenstraum es ist, Krawattenträger in einer AG zu werden. Dienstwagen vor Innovation. Karrierekriechen vor Unternehmertum. Traurig, aber wahr.
Als ich in 1994 an der Wirtschaftsoberschule meine erste Web-Suchmaschine in Perl programmierte, haben sie mich ausgelacht und Word-Kurse abgehalten. Als ich zusammen mit Kommilitonen 1998 ein soziales Netzwerk für Studenten an der Uni Hohenheim programmiert habe, wollten es die Studenten nicht haben, den Professoren war es schlichtweg egal. Und heute kriechen sie alle zu Facebook und dessen schlechten Holtzbrink-Klon.
Es liegt nicht an den Ressourcen – die waren und sind alle da: Das Wissen, die Technik, die Freiheit. Sogar die Lehrer, vereinzelt. Was fehlt, ist a) der Mut, Neues zu wagen und b) Geld, es auch tun zu können. Und daran wird sich so lange nichts ändern, wie Betonköpfe a la Frankenberg oder, noch schlimmer, Schavan das Sagen haben.
Und wo sind sie denn, die hochgelobten Stipendiaten? Die Preisträger der diversen Establishment-Wettbewerbe? Richtig. Nie wieder etwas gehört. Schöne Idee, Businessplan vom Prof. gemacht, Preis gewonnen. Und danach verschwunden, im Dienstwagen oder der Business-Lounge, auf nimmer wiedersehen.
Es ist die Deutsche Krankheit, Innovationen zu beerdigen, bevor sie auf dem Markt jemals eine Chance haben. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass die USA sich sehr viel schneller aus der Krise befreien wird – dort wird Kreativität belohnt. Und nicht ausgelacht.
Aber das hier ist ein politisches Blog. Und daher hier ein politischer Vorschlag:
- Das Land BW legt einen Innovationsfonds “Web3.0″ auf, aus dem junge, frische Ideen aus den Universitäten ohne weitere Konditionen gefördert werden. Stichwort: Risikokapital.
- Keine blöden Wettbewerbe mit Ministergeschwafel, keine Auswahlverfahren. Echte Finanzierungsrunden mit Startsummen im 100.000er Bereich. Keine Kredite, keine Zinsen. Förderung gegen Anteil!
- Keine Wertung durch Abhängigkeitsverhältnisse (also z.B. Professoren), sondern nur! durch Leute aus der Branche.
- Keine Sanktionierung beim Scheitern und keine persönliche Haftung.
Erst dann, wenn in die Köpfe reingeht, dass Investitionen in Unternehmen für alle Seiten Gewinne bringen – und, dass nicht der Einzelfall, sondern die Masse der Unternehmen die Wirtschaft ist – erst dann wird sich hierzulande eine neue Unternehmerkultur bilden können.
Die besten Ideen kommen niemals von den Konformisten – das ist es, was das Land erst mal lernen muss. Wir brauchen mehr Herzblut im Denken und mehr (Achtung: engl.) passion im Handeln.
PS. Ich arbeite gerade an einer Streaming-Radio-Video-Chat-Plattform für den Nahen Osten. Und die wird garantiert von keiner deutschen Institution unterstützt, solange ich daran beteiligt bin. Mir reicht’s. Sorry.
UPDATE (14.5.) Genau so einen Blahfasel-Quatsch meine ich:
do it.newsletter vom 14.5.09
============================================================================Der wöchentliche Infodienst der MFG…
[...] wie aus einer spannenden Geschäftsidee in kurzer Zeit ein erfolgreiches Unternehmen entstehen kann, zeigt unser aktuelles Feature am Beispiel der ***** GmbH. Auf dem Heidelberger Innovationsforum stellte das junge Unternehmen im letzten Jahr erfolgreich seine onlinebasierte Eventmanagement-Lösung vor, knüpfte viele neue Kontakte und erzielte hohe Aufmerksamkeit.
Wetten, dass Sie in einem Jahr nie wieder etwas von denen hören? Die MFG verteilt übrigens IHRE Steuergelder.

PS. In Schweden haben die “Piraten” schon über 30% Zustimmung. Tut sich da was an der Parteien-Front? Verpassen die “etablierten” gerade einen Trend? Gibt es eine neue “Bürgerbewegung der Info-Elite”?
Und (nochmals an alle z.K.): Ich bin NICHT RECHTS! Ich habe politisch mit den Reps noch weniger gemeinsam als mit den Grünen. Und das will schon was heißen. Aber manchmal ist in Deutschland eben alles was nicht links oder ultra-links ist…
Nach langem Hin und Her habe ich die e-petition gegen die technisch sinnlose IP-Sperrung von Internetseiten mitgezeichnet. Ich habe gezögert, weil ich a) das Anliegen, Kinderpornographie raus aus dem Netz zu bekommen vollstens unterstütze und b) weil die Politik nicht tatenlos zusehen kann, wenn Dinge im Netz aus dem Ruder laufen. (http://www.zeit.de/online/2009/20/netzsperren-kritik-verdrossenheit)
Eine Sperre der Server auf DNS-Basis ist jedoch auch aus Expertensicht das völlig falsche Mittel zum Zweck. Jeder kann in einer Minute die Sperre umgehen. Das, liebe Politiker, liegt in der Struktur des Netzes. Es ist so gebaut worden! Wenn man wirklich Inhalte bekämpfen will, dann muss man die Server, auf denen diese Inhalte liegen, vom Netz nehmen.
Weiterhin ist das Sperr-Gesetz m.E. verfassungswidrig und verstößt eklatant gegen Art. 5 (1) GG. Dort steht explizit “Eine Zensur findet nicht statt“. Auch nicht durch das BKA oder sonst jemanden. Verstöße gegen die in Art. 5 (2) GG genannten Schranken sind IMMER(!) ex post zu beurteilen, also NACH der Veröffentlichung. Das ist elementar für den Artikel 5 GG; ohne diese Auslegung wäre der komplette Artikel, der für eine offene Demokratie lebensnotwendig ist, sinnlos. Dazu gibt es in den Landes(!)mediengesetzen entsprechende Beschlagnahme-Regelungen, die man auf Inhalte auch anwenden kann. Damit kann man Server vom Netz nehmen!
(UPDATE siehe dazu auch §59 RfStV)
Der Bundesgesetzgeber verkennt hier also die Normensetzung des Artikel 5 GG, weiterhin überschreitet er seine Regelungskompetenz, indem er ausdrücklich auf ein Bundespressegesetz verzichtet hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Bundesverfassungsgericht eine ähnliche Haltung einnehmen wird.
Nochmal – es geht hier nicht um die Frage des “Zugangs zu einem Teledienst”, wie das Wirtschaftsministerium uns weismachen will – es geht um die grundsätzliche Frage der Presse-, und Informationsfreiheit und um die Frage, ob der Staat das Internet (und damit den zukünftig weitaus wichtigsten Informationskanal seiner Bürger) vorab filtern darf oder nicht.
Ich bin der Meinung, er darf nicht! Er darf niemals! Er darf es auch dann nicht, wenn die publizierten Inhalte verfassungsfeindlich sind. Was er darf: Er darf im Nachhinein die Verbreitung von Inhalten stoppen und die Betreiber bestrafen – doch auch das erst nach ordentlichem Gerichtsverfahren. Was er aber auch dann nicht darf, ist, den Zugang zu ausländischen Servern aller Art zu sperren. Damit verlässt er seinen Kompetenzbereich. Für diesen Fall brauchen wir ein globales, legitimiertes Gremium, dem wir uns unterwerfen könnten. Frau von der Leyens Ministerium reicht dafür definitiv nicht!
–> https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860
Mittlerweile haben über 69.000 Menschen unterschrieben.
Was könnte die Politik also tun? Nun, Frau von der L., berufen Sie SOFORT eine internationale Konferenz zum Thema “Ethik im Internet” ein, lassen sie einen Entwurf zur “Charta der Informationsfreiheit” entwickeln (sie haben doch hunderte Leute im Ministerium rumsitzen), in der explizit die Schranken des Netzes auf eine international gültige Rechtsnorm gestellt werden. Dann bringen Sie das Papier auf der UNO-Vollversammlung ein, gewinnen sie eine Mehrheit, lassen es im Bundestag ratifizieren und DANACH! machen sie ein Gesetz.
Zu kompliziert? So geht Politik! Das sollte man auch in Berlin wissen. Aber das dauert….eben länger als einen Wahlkampf lang, für den jetzt schnell ein Gesetz gemacht wird, welches das Verfassungsgericht in Stücke reißen wird. Aber damit muss sich ja eh die nächste Regierung rumschlagen. Und ob der dann Frau von L. noch angehört?
- http://www.artikel5.de/
- http://www.juracafe.de/ressourcen/rechtsgebiete/rundfunkrecht.htm (u.a. mit allen Entscheidungen des BVerfG zum Rundfunk)
- http://de.wikipedia.org/wiki/Pressefreiheit
So viele lächelnde Gesichter sieht man in Stuttgart selten – von jedem Pfosten lächeln sie mal fesch, mal weise, auf das Wahlvolk herab. Ja, herab – denn in Zeiten der Radikalisierung hängt man die Plakate besser ganz weit nach oben. Doch auch dort scheinen sie nicht vor Farbbeuteln sicher.
Da sieht man dann Namen und Köpfe an einem vorbeifliegen – Namen, die man nicht kennt und so manchen Kopf, den man gar nicht sehen will – geschweige denn wählen wird.
Ich als Stuttgarter Bürger will jedoch wissen, wer wie zu Stuttgart21 steht, ich will wissen, wer, wie wann welches Stadion bauen will. Ich will wissen, wer die steigende Jugendgewalt in der City bekämpft und wer etwas gegen den Verfall unserer Schulen tut.
Nichts davon erfahre ich auf den Plakaten. Eine Internet-Adresse sucht man auf den meisten vergeblich. Das ist kein Wahl-Kampf – das ist ein Ego-Kampf! Ich, ich, mich, mir, meins! Das ist alles, was von den Plakaten schallt. Pfui.
Nein! sage ich dazu. Euch wähle ich erst recht nicht. Meine Stimme als Ego-Beförderer wird es nicht geben. Und je öfter ich eure blöden Titel lese, desto weniger werde ich es tun. „Lust auf Stadt?“. Mit euch? Nein, danke.
Also, liebe Kommunal-Parteien, lasst euch mal was einfallen. Etwas Witziges, Intelligentes – klar in der Sache und präzise in der Aussage. Einfach genug, für alle verständlich. Inhalte müssen her! Inhalte, die uns als Bürger jeden Tag direkt betreffen.
Ansonsten kumuliere ich meine Stimmen gen Null und panaschiere euch allesamt ins Nichtwählerreich.
Die Parteien verpassen die großartige Chance, ihre lokale Botschaft im Straßenbild zu platzieren. Da wundert mich die allgemeine Politik(er)verdrossenheit nicht.
Zu viele tote Köpfe hängen derzeit von den Pfosten herab – lebendige Demokratie sieht anders aus. Und gute Kommunalpolitik auch.
In den USA letzte Nacht Nachricht, bei uns nicht mal erwähnt: Arnie will Marihuana legalisieren, um Kaliforniens Staatskasse aufzubessern:
“Die Zeit dafür ist gekommen”
Davis – Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger hat eine Diskussion über die Legalisierung von Marihuana gefordert. Die Zeit dafür sei gekommen, sagte er am Dienstag in Davis und fügte hinzu, dass er selbst nicht für die Zulassung der Droge sei. Einige Länder hätten mit der Entkriminalisierung des Gebrauchs von Marihuana negative Erfahrungen gemacht.
Ein demokratischer Abgeordneter im kalifornischen Parlament, Tom Ammiani, hat vorgerechnet, dass die Erlaubnis, Marihuana an Erwachsene über 21 Jahren zu verkaufen, dem Staat bei einer Steuer von 50 Dollar pro Unze eine Milliarde Dollar Einnahmen bringen könnte. Kalifornien hat 1996 als erster US-Staat die Verschreibung von Marihuana für medizinische Zwecke erlaubt. Inzwischen haben ein Dutzend der 50 US-Staaten ähnliche Gesetze. (APA/AP)
Endlich mal ein sinnvoller, liberaler Anstoß in der eingeschlafenen Drogendebatte. Dass ausgerechnet der Republikaner Schwarzenegger den jedoch bringen muss…
–> VIDEO
Was kommt raus, wenn man FIAT mit OPEL kombiniert? Wie wär’s mit OPIAT? Deren erstes Modell könnte dann auch ganz pathetisch HEROINE oder MORPHINE heissen. Als Sonderausstattung könnte es die Austattungsreihe “KABUL” geben, oder wie wär’s mit dem Modell PIRATE?