Archiv für die Kategorie 'Europa'

Hyperventilierende Opposition

Man muss schon laut schreien, wenn man als kleiner Bub gehört werden will. So tut es gerade die Landes-SPD. Denen fällt nichts Besseres ein, als Regierungsmitglieder dafür anzuzeigen, dass sie keine geklauten Daten aus der Schweiz kaufen. Man wird also dafür angezeigt, dass man sich moralisch korrekt verhält. Das sagt einiges über den geistigen Zustand unseres Landes aus.

Nach Logik der SPD ist es also in Ordnung, beim Nachbarn zu klauen, um sich selbst zu bereichern? Mit dem moralischen Standpunkt der Linken sind auch Raubkopien von deutschen Produkten in China völlig in Ordnung. Warum? Schließlich ist auch das Kopieren in China nicht strafbar, genauso wenig das Anbieten der dort kopierten Produkte. Der Chinese macht nichts anderes, als die SPD auch. Er klaut Daten in einem anderen Land, um mit den geklauten Daten seinem eigenen Land zu nutzen.

Sie merken, wohin die Reise geht? In welche Argumentationsnöte man gerät, wenn man den Weg der Tugend verlässt, und ein bisschen Straftat da zulässt, wo es einem gerade nützlich erscheint. Mit der selben Logik hat die CIA unschuldige Menschen in Syrien foltern lassen – schließlich passierte es ja nicht in den USA und war in Syrien wohl nicht strafbar.

Und dennoch ist und bleibt es falsch.

Genauso falsch ist es, Datendiebe zu belohnen. Die Landes-Opposition, mitsamt ihren tiefblutrotgrünen Hof-Schreiberlingen, hyperventiliert sich in einen komatösen Zustand, ohne zu bemerken, auf welchen tönernen Füßen ihre Argumentation eigentlich steht.

Mit der selben Logik aber ist jedes Recht auf Eigentum und jede Grundlage des internationalen Handelns hinfällig. Diebstahl ist Diebstahl, egal, welcher Zweck hinter dem Diebstahl steckt. Und in mein Rechtsverständnis passt nunmal nicht, warum ein Diebstahl anders bewertet werden soll als ein anderer.

Ginge es nach „Volkes“ Willen, hätten wir nicht nur jede Menge Daten-CDs, sondern auch die Todesstrafe und den Pranger auf jedem Marktplatz. Wo der Stammtisch regiert, bleibt nicht viel vom Rechtsstaat. Doch in Zeiten der Demoskopokratie scheint alles möglich, der eine Populist schreit lauter als der andere. Wir leben in einer wahren Kakophonie der Meinungsmarktschreier.

Wir brauchen dringend ein höchstrichterliches Urteil zum statthaften Staatshandeln. Mit den Argumenten der Linken können wir bald jedes internationale Abkommen in die Tonne werfen. Denn: Wir werden mit den internationalen Konsequenzen unseres politischen Handelns konfrontiert werden – und da stehen wir Deutsche jetzt als fragwürdig da. Die Exportnation Nummer zwei der Welt macht Geschäfte mit der Zürcher Unterwelt. Wie peinlich.

Ich warte mit Spannung auf das Rechtshilfe-Ersuchen aus der Schweiz, die den Datendieben im eigenen Land den Prozess machen will. Und dann auf die Ausreden der deutschen Regierung, warum sie diese nicht mehr leisten kann.

Was sollte die Schweiz daran hindern, in Zukunft noch viel aggressiver deutsches Kapital, legales wie illegales, abzuwerben? Was macht die SPD dann? Eine Mauer bauen?

Die Amerikaner indes lachen sich ins Fäustchen, weil die Europäer ihre Währung und ihren sichersten Finanzplatz zur gleichen Zeit selbst und freiwillig vernichten. Das kommt Washington mit seinem Schuldenberg gelegen – und außerdem muss man in Zukunft deutsche Einwände gegen Google und Co. nicht so wahnsinnig ernst nehmen und kann ruhig ein paar internationale Verträge brechen – warum auch nicht, die Deutschen machen’s doch auch so, wenn es ihnen nur nützt.

Ich habe einiges gelernt, in Vorlesungen zur Internationalen Politik. Schon als Kind habe ich mit großem Interesse die Akten der Helsinki-Konferenz verschlungen. Ich habe Berichte der Ost- und der Westseite gelesen und studiert. Und dabei eines kapiert: Vertrauen ist der Anfang von allem im internationalen Geschäft.

Es ist viel einfacher, Vertrauen zu vernichten und Spannungen zu erzeugen, als diese in langwierigen Verhandlungen abzubauen und Vertrauen zu gewinnen.

Vor einigen Jahren bestand die begründete Hoffnung, die Schweiz würde mitsamt ihres immensen Kapitalstocks eines Tages der EU beitreten. Davon sind wir heute weiter entfernt als je zuvor. Es ist zu befürchten, dass die Schweiz die Personenfreizügigkeit zurücknimmt und den Zugang zu ihren Märkten wieder erschwert. Warum soll sie sich auch dem Wettbewerb mit einem Land stellen, das offen den Diebstahl belohnt?

Darunter leidet vor allem die Wirtschaft in Baden-Württemberg. Denn: Wir brauchen die Schweiz, nicht die Schweiz uns. Doch das scheint in den kleinkarierten Köpfen der Landes-SPD keiner kapiert zu haben.

schweiz aussenhandel http://www.bfs.admin.ch
http://www.bfs.admin.ch

Mehr als ein Drittel der Schweizer Exporte geht nach Baden-Württemberg. Ein Viertel aller deutschen Exporte in die Schweiz stammen aus diesem Bundesland. Es folgen Nordrhein-Westfalen und Bayern. (http://www.swissinfo.ch/)

Um die Zahlen deutlich zu machen: Deutschland hat einen Handelsüberschuss mit der Schweiz von über 20 Milliarden Franken (13 Mrd. Euro) im Jahr. Alleine die Einfuhrumsatzsteuer auf die Importe aus der Schweiz beträgt acht Milliarden Franken, also 5.000 Millionen Euro im Jahr. Der erwartete Nutzen der Steuer-CDs sind einmalig einige hundert Millionen Euro – also ein paar Hunderstel eines Jahresüberschusses des Handels mit der Schweiz und weniger als ein Zehntel der Einfuhrumsatzsteuer eines(!) Jahres.

Wie die Linken immer schon keine Ahnung von Wirtschaft hatten – genauso wenig Ahnung hatten sie von Diplomatie. Was jetzt als schnelle Million für den Fiskus daherkommt, wird uns in Zukunft das Vielfache an verlorenen Exportchancen kosten.

Oder würden Sie von einem Pferdedieb einen Gaul kaufen?

Handeln Sie jetzt, Herr Rösler

In Deutschland kosten Medikamente bis zu 50% mehr als in EU-Nachbarländern. Gleichzeitig lamentiert die Regierung an Zusatzbeiträgen für Krankenkassen. Diese hätte man jedoch verhindern können; Einsparpotentiale in Milliardenhöhe werden nicht realisiert, wie z.B. die folgende Reportage des ZDF beweist:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/963650/Preistreiber-Medikamente-#/beitrag/video/963650/Preistreiber-Medikamente-

Mein Vorschlag: Wir erlauben den Krankenkassen, Verträge über Medikamente EU-weit (wie es sich für einen echten Binnenmarkt gehört!) abzuschließen. Und: wir geben die rezeptfreien Medikamente in den Einzelhandel. Wetten, dass die Preise innerhalb kürzester Zeit sinken?

Jährlich zahlen Arbeitnehmer, Arbeitgeber und der Bund rund 150 Milliarden Euro in den Gesundheitsfond ein. Alleine die Aufteilung dieser Gelder auf mehr als 200 gesetzliche Krankenkassen verursacht Verwaltungskosten von rund zehn Millionen Euro. Der größte Teil des Gesundheitsfonds wird für Krankenhausbehandlungen ausgegeben. Im Jahr 2008 beliefen sich die Kosten dafür auf knapp 53 Milliarden Euro…

Gleich dahinter kommen schon Arzneimittelkosten von knapp 30 Milliarden Euro, also mehr als 19 Prozent des Gesamtbudgets. Ärztliche Behandlungen beliefen sich auf knapp 26 Milliarden und weitere acht Milliarden Euro wurden für zahnärztliche Leistungen ausgegeben. Die restlichen 35 Milliarden Euro wurden für Maßnahmen wie Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen, Krankengeld, Heilmittel und häusliche Krankenpflege ausgegeben.

… Um den Anstieg der Gesundheitskosten zu begrenzen fordern Kassen und Politiker nun Arzthonorare, Krankenhausbudgets und vor allem Medikamentenkosten zu kürzen. In Deutschland werden fast ausschließlich Originalpräparate verschrieben, die um ein Vielfaches teurer sind als Analogpräparate mit identischen Inhaltsstoffen.

Es fehlen zudem zentral festgelegte Preisgrenzen, wie es in anderen Ländern üblich ist. Dadurch kann die Pharmaindustrie in Deutschland Preise für patentgeschützte Medikamente völlig autonom festlegen. So stiegen in den letzten Jahren die Ausgaben für Medikamente um weitere fünf Prozent. Zudem bemängeln Kritiker, dass Ärzte oft zu viele und vor allem zu teure Medikamente verschrieben. Häufig könnten diese durch billigere Generika ersetzt werden.

http://reporter.zdf.de/ZDFde/inhalt/31/0,1872,8025375,00.html

Gute Regierungsführung wird nach den Ergebnissen beurteilt und nicht nach Absichtserklärungen.

Islamkritik: Spiegel gegen Süddeutsche

UPDATE 23.1.: Der Streit weitet sich aus. In der FAZ kontert hervorragend eine direkt Betroffene, Türkin und selbst Muslima, Necla Kelek: Ihr habt mit Hass gekocht, die Süddeutsche hingegen scheint immer mehr dem Appeasement anheimzufallen: Die radikale Religionskritik des Islam. Und Islamkritiker Henryk M. Broder bekommt eine eigene Fernsehsendung in der ARD, während in den Niederlanden der ex-liberale Abgeordnete Geert Wilders vor Gericht steht.

Immerhin: Die Debatte ist angekommen und spaltet die deutsche “Qualitäts”-Presse. Gleichzeitig hat Großbritannien die Terror-Warnstufe auf die zweithöchste erhöht.

Es tobt (mal wieder) eine Feuilleton-Schlacht im deutschen Blätterwald. Verwundert las auch ich den Artikel “Unsere Hassprediger” von Thomas Steinfeld in der Süddeutschen und dachte, mein Weltbild wäre nun endgültig verschoben. Da werden die wenigen Tapferen, die in Deutschland in Sachen Islamismus der allgemeinen Political Correctness widerstehen als “Hassprediger” bezeichnet – Menschen, die ihren Ruf, ihre Karriere und ihr Leben aufs Spiel setzen, um für unsere freie, säkulare und demokratische  Gesellschaft zu kämpfen. Verkehrte Welt! Schließlich werden ja WIR bedroht. Und nicht umgekehrt.

Doch heute schlägt der Spiegel zurück: Reinhard Mohr rückt in “Peinlicher Aufklärungsunterricht” die Welt wieder gerade:

… die Opfer des westlich-abendländischen Kulturkampfs kommen in dieser Feuilleton-Debatte nur als Schimäre vor, als westlich-negative (Angst-)Projektion, Gestalten ferner Ereignisse dort drunten, wo die Völker scheinbar grundlos aufeinanderschlagen. Islam, Islamismus und Terror sind da nicht mehr als eine feuilletonistische Duftmarke. [...]

In dieser geradezu phantastischen Verharmlosung stehen die Dinge endgültig auf dem Kopf, und die Wirklichkeit kommt gar nicht mehr vor. Es scheint, als solle die globale, asymmetrische Bedrohung durch den islamistischen Terror mit einer scheinbaren Symmetrie weggezaubert werden. Motto: Die einen sind so schlimm wie die anderen.

Andersherum gilt die gleiche Äquilibristik: Die historischen Errungenschaften von Humanismus, Aufklärung und Säkularisierung werden ebenso grotesk kleingeredet wie die weltweiten Freiheitsbedrohungen, die von den vielfältigen Strömungen eines radikalisierten Islam ausgehen.

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum man die Werte unseres Grundgesetzes nicht aktiv bewerben darf. Schließlich haben alle UNO-Staaten deren Charta und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte unterschrieben. Und darin stehen im Wesentlichen genau die Menschenrechtsgrundsätze, wie sie auch unserem Staatsverständnis zugrunde liegen. Es gibt keine Wertneutralität bei den Menschenrechten! Man kann sie nicht wegdrücken, abmildern, abschaffen, verstümmeln oder verbiegen. Nicht aus religiösen Gründen (was ja an sich schon ein Widerspruch sein muss – was für eine Religion lässt schon Menschenrechtsverletzungen zu?), nicht aus politischen Gründen und auch nicht, liebe Genossen, aus sozialen Gründen.

Wenn die Welt irgendwann einmal eine gemeinsame Welt für alle Menschen werden soll, dann kann das nur aufgrund der uneingeschränkten Einhaltung aller Menschenrechte funktionieren. Wenn es überhaupt eine Geschäftsgrundlage zwischen den Religionen dieser Erde geben kann, ist das die Anerkennung der Rechte des Anderen – und des Eingeständnisses der Religiösen, das der Staat nicht gleich Kirche sein kann.

Wer die (gewollte) Verbindung von Religion und Staat im Islam leugnet, verkennt auch die Tatsache, dass auch wir erst vor nicht allzulanger Zeit unsere Klöster säkularisiert haben (1803), um der Kirche die politische Macht zu nehmen. Doch auch wir bedurften erst eines Luther und dann eines Napoleon um das Diktat der Bischöfe und Kardinäle endlich los zu werden.

Die Ruinen der Kirchenherrschaft lassen sich auch heute noch besichtigen: Die Klöster Maulbronn, Hirsau, Bebenhausen und andere im Ländle zeugen von der einstigen kirchlichen Großmacht. Übrigens: Württemberg wäre ohne die Säkularisierung um die Hälfte kleiner geblieben. Und Baden-Württemberg gäbe es als Bundesland heute so sicher nicht. (Wer die große Landesaustellung 2003 in Schussenried zur Säkularisierung besucht hat, wird sich erinnern.) Freiwillig war die Kirchenentmachtung auch bei uns beileibe nicht. Dafür brachte sie eine der ersten Menschenrechtsurkunden überhaupt zustande; die “Zwölf Artikel” von Memmingen, 1525

Es steckt also mehr dahinter, hinter dem Feuilletonkampf, als nur der Kampf um das vermeintlich “Gute”. Der Säkularisierungsprozess der Macht ist der entscheidende Faktor bei der Beurteilung der politischen Bedeutung von Religionen – und um nichts anderes geht es bei der Ausweitung des Islam nach Europa. Wir diskutieren im Grunde gar nicht mehr über Glaubensfragen, wir diskutieren über politische Macht. Der radikale Islam mißbraucht die individuelle Religionsfreiheit zur kollektiven politischen Machtgewinnung, genau so wie die katholische Kirche einst bei uns die Menschen ohne Rechtsfreiheiten unter ihr Joch drückte. Das ist die zentrale These von Broder und Co., die verstanden werden muss.

Terrorismus ist nie religiös. Er ist immer und zutiefst politisch.

Wie schwer auch wir uns immer noch mit der Trennung von Staat und Religion tun, zeigen auch die Flügelkämpfe der C-Parteien. Zum Glück scheint der Protestantismus in der Union gerade Oberwasser zu haben, was eine pragmatische Politik ermöglichen sollte. Doch auch ein Rückfall in christliche Fundamentalpositionen scheint mir nicht ganz ausgeschlossen zu sein – zumal bei der CSU nicht.

Meine Meinung: Religion gehört ins Gotteshaus (egal welcher Art) und Politik gehört ins Parlament. Wir sollten das nicht unnötig mischen. Soll jeder glauben, was er will. Doch wenn Handeln für alle angesagt ist (und nichts anderes ist Politik), darf der Glaube (und somit die Religion) des Einzelnen keine Rolle mehr spielen.

Den Islam, den wir gegenwärtig in manchen Regionen dieser Welt erleben, will genau das Gegenteil. Und dagegen müssen wir uns wehren dürfen.

Lesen Sie selbst die beiden Artikel:

Thomas Steinfeld: Unsere Hassprediger
http://www.sueddeutsche.de/politik/846/500117/text/

Reinhard Mohr: Peinlicher Aufklärungsunterricht
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,672117,00.html

Kadmos und Telephassa*

Zum zweiten Mal wurde Europa entführt – doch diesmal heißt der Verführer im Stiergewand nicht Zeus, sondern Macht.

UPDATE (1.12.): Lesenswerter Artikel in der WELT: http://www.welt.de/politik/ausland/article5376070/Hurra-der-Lissabon-Vertrag-ist-da-Und-jetzt.html

Vor ein paar Wochen berichtete ich HIER über meine Enttäuschung in Sachen Europa. Nun, die Ernennung der Personen in die beiden wichtigsten politischen Ämter der größten Staaten-Union der Welt spricht ihre eigene Sprache. Nicht, dass die Personen eine schlechte Wahl wären, das kann ich nicht beurteilen. Denn ich kenne sie nicht – wie 95% der europäischen Bevölkerung sie nicht kennen.

Genau so, wie die europäische Verfassung verwässert wurde, wird jetzt die angedachte europäische Regierung von den allzu mächtigen Staatschefs der Nationalstaaten verwässert. Schade, denn Europa hat eine Chance verpasst. Europa hätte nämlich die einzigartige Chance gehabt, sich ein Gesicht zu geben. So bleibt es weiterhin blass. Sieht so das Europa aus, welches wir uns wünschen?

Wen, fragen Sie, hätte man sonst wählen können? Nun, mir fallen da ganz spontan so einige ein: Martti Ahtisaari, Václav Havel, Roman Herzog, Lech Wałęsa, als Außenminister z.B. Anders Fogh Rasmussen oder Jaap de Hoop Scheffer. Aber es gibt sicherlich viele andere mehr, die ich gerade vergessen habe.

Aber weit wichtiger wäre die direkte Wahl des Präsidenten durch die Bevölkerung Europas gewesen. Das erst gäbe ihm die notwendige politische Legitimation. Und den Völkern der Union endlich (sic!) etwas Gemeinsames.

Auch die von mir prophezeite Verbotskultur der EU schreitet voran: So will der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte alle Kruzifixe aus Schulklassen verbannen. Und das ausgerechnet in Italien! Ein völlig überflüssiges, blödsinniges und gegen jeden vernünftigen Menschenverstand gerichtetes Verbot, meine ich.

Es ist ausdrücklich zu begrüßen, dass die EU eine religionsneutrale, säkulare Schulbildung der Kinder Europas will. Aber: Wenn die Institutionen Europas weiterhin eine Politik betreiben, die weit entfernt vom alltäglichen Rechtsempfinden der Bürger der Union ist; wenn Entscheidungen zum Schutze von Minderheiten das kulturelle Werte-Fundament der Staaten der Union infrage stellen, dann werden die Bürger der Union irgendwann eben diese wieder abschaffen. Die Völker Europas sind der Souverän, nicht die Bürokraten in Brüssel. Doch irgendwie scheinen diese genau das vergessen zu haben.

Vielleicht brauchen wir Amtszeitbeschränkungen auf wenige Jahre in den Europäischen Bürokratien, damit sich der Filz dort nicht noch weiter festsetzt und damit sich das Raumschiff Brüssel nicht endgültig von jeder Realität abhebt. Man kann die Union doch nicht gegen den Willen ihrer Völker regieren!

So haben sich die Erfinder der Europäischen Vereinigung die Union sicherlich nicht vorgestellt. Ich auch nicht. Wir importieren das Negative, lassen den Wasserkopf bestehen und exportieren unseren Wohlstand. Schlimmer noch: Wir lassen uns von einer aus dem Ruder laufenden Polit-Bürokratie immer neue und unsinnige Vorschriften auferlegen.

Das Projekt Europa ist in akuter Gefahr – nicht von außen, sondern durch die Trägheit und Kleinkariertheit von innen. Ich kann nur hoffen, dass unsere liberalen Vertreter in den europäischen Gremien umso lauter werden.

Europa muss sich auf das besinnen, was es einmal werden will – ein Global Player der Weltpolitik. Und es muss sich aus kleinteiligen Alltags-Regelungen seiner Bürger raushalten. Die jetzt auftauchenden Verbote sind das Ergebnis einer systematischen Kompetenz-Verschiebung an eine EU-Bürokratie, die man nicht mit entsprechenden internationalen Aufgaben betreut hat – zu Lasten der eigenen Bevölkerung.

Anstelle endlich die Verteidigung des Kontinents zu harmonisieren (und dadurch Milliarden einzusparen), oder den Hunger verursachenden Subventions-Wahnsinn der EU-Landwirtschaft anzugehen, verbietet man Glühbirnen.

q.e.d.

*Kadmos war in der griechischen Mythologie der Bruder Europas, der verzweifelt nach ihr suchte als Zeus sie entführt hatte. Telephassa (griech. “die mit weißem Gesicht” ) war die Mutter Europas, die Kadmos auf der Suche begleitete. Die Mutter starb auf der Suche nach der verschollenen Tochter. Kadmos wurde König von Theben.




Was ist das hier?

Hier schreibt Markus Lochmann, Webmaster der FDP-BW über Politik, Privates und allerlei aus der IT-Welt. Die hier veröffentlichten Beiträge sind meine alleinige Meinung und müssen nicht zwangsläufig mit den Positionen der FDP übereinstimmen.

Motto

"Ich schreibe dies - nicht um die Götter zu preisen, denn der Götter bin ich überdrüssig - nicht um Pharaonen zu verherrlichen, den auch ihrer Taten bin ich müde. Um meiner selbst willen schreibe ich dies, weder um Göttern noch Königen zu schmeicheln, noch aus Furcht oder einer Hoffnung auf die Zukunft. Denn im Verlauf meines Lebens habe ich so vieles erfahren und verloren, dass keine unnütze Angst mich quält; und des Hoffens auf Unsterblichkeit bin ich müde, wie ich der Götter und der Pharaonen überdrüssig bin. So schreibe ich dieses nur für mich selbst und glaube, mich dadurch von allen Schreibern der Vergangenheit wie auch der Zukunft zu unterscheiden." (nach Mika Waltari, Sinuhe)

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