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	<title>Lochmanns Blog &#187; Gesellschaft</title>
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	<description>Hier schreibt Markus Lochmann, Webmaster der FDP-BW</description>
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		<title>Platzende Kondensatoren und schmorende Grafik-Chips</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 18:26:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Die globalisierte IT-Industrie mutet ihren Kunden schon einiges zu in diesen Tagen. Der ständige Kostendruck und die nimmersatte Gier nach Gewinn machen die Hersteller von Computer-Hardware anfällig für allerlei Betrügereien. Der Leidtragende ist immer der Kunde &#8211; egal ob privat oder geschäftlich. Hier zwei Fälle aus meiner nächsten Umgebung, rein subjektiv und ohne Anspruch auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die globalisierte IT-Industrie mutet ihren Kunden schon einiges zu in diesen Tagen. Der ständige Kostendruck und die nimmersatte Gier nach Gewinn machen die Hersteller von Computer-Hardware anfällig für allerlei Betrügereien. Der Leidtragende ist immer der Kunde &#8211; egal ob privat oder geschäftlich. Hier zwei Fälle aus meiner nächsten Umgebung, rein subjektiv und ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Sie zeigen dennoch, wie anfällig unsere IT-getriebene Infrastruktur mittlerweile geworden ist &#8211; und wie dringend wir strengere Regeln zur Produkthaftung und -sicherheit wir im globalen Wettbewerb benötigen.</p>
<p><strong>Fall 1: Platzende Elektrolytkondesatoren auf Mainboards von Fujitsu-Siemens Bürocomputern. </strong></p>
<p>Die Story geistert schon seit mindestens <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Lebensdauer-Probleme-von-Low-ESR-Elkos-301791.html" target="_blank">2003</a> (auch <a href="http://www.itespresso.de/praxis/professional_computing/article20050505020.aspx" target="_blank">2005</a>) durch die IT-Gazetten: Auch namhafte Mainboard-Hersteller hatten bei einem taiwanesischen Zulieferer minderwertige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrolytkondensator" target="_blank">Elektrolytkondensatoren</a> zu Hunderttausenden eingekauft und diese auf ihren Boards verbaut. Das wäre an sich nicht weiter schlimm &#8211; ein klarer Fall für einen Rückruf. Die Teile wären recht einfach auszutauschen, billig in der Anschaffung und ohne weiteres <a href="http://www.elko-verkauf.de/elko-tausch-pc-und-mac/div/celsius-m420/category/27.html">ersetzbar</a>. Nach diesen Ereignissen sollte man meinen, die Hersteller hätten daraus gelernt.</p>
<p>Genau das haben aber die Computerhersteller <em>nicht</em>. Im Gegenteil: Selbst <em>nach</em> bekanntwerden dieser fehlerhaften Komponenten wurden weiter solche in Rechner diverser Hersteller verbaut, darunter auch bei Markenherstellern wie in unserem Fall eben Fujitsu-Siemens. Die Folge: Ich kenne eine ganze Serie von Business-PCs der Firma (aus 2009), auf denen der Reihe nach die ElKos platzen. (siehe Foto) Die Folge: Zuerst startet der PC immer langsamer, danach treten sporadische Ausfälle und Blue-Screens auf. Bis der Rechner dann irgendwann seine Tätigkeit komplett einstellt. Die Laufzeit der betroffenen Geräte beträgt 12-15 Monate, was für einen Business-PC eine peinlich kurze Laufzeit ist.</p>
<p><a href="http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/files/2010/07/IMG_6892.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1743" title="Geplatzte Elkos" src="http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/files/2010/07/IMG_6892.jpg" alt="" width="368" height="294" /></a>Der Vertriebspartner, von dem die PCs stammen, fährt die übliche Verweigerungsschiene und spricht zunächst vom &#8220;Anwenderfehler&#8221; (hahaha!),  dann vom &#8220;Einzelfall&#8221; (hahaha!) und hat nun letztendlich den Serienfehler zugegeben. Ein adäquater Ersatz oder eine Reparatur der (noch) nicht betroffenen PCs wird jedoch verweigert, obwohl heute schon absehbar ist, dass alle diese Rechner (in diesem Fall einige hundert Stück) ausfallen werden. Von Herstellerverantwortung keine Spur. So wird der Endanwender seinem Schicksal überlassen, Service? Kundenorientierung? Nie gehört.</p>
<p><strong>Fall 2: Verbrannte NVIDIA Grafik-Chips in DELL-Notebooks</strong></p>
<p>Der zweite Fall ist eigentlich noch schlimmer. DELL und andere Compterhersteller (u.a. HP) verbauten in 2008 Grafik-Chips der Marke NVIDIA, genauer gesagt die Baureihe 8400 M GS. Diese Chips waren von Anfang an fehlerhaft &#8211; was die Firma NVIDIA (<a href="http://www.tomshardware.com/news/Nvidia-lawsuit-chip,6345.html" target="_blank">nach einer Klage in den USA</a>) auch eingestanden hat. Als Folge dieses Fehlers wurde die Garantie auf diese Chips von der Firma DELL um ein Jahr verlängert &#8211; und das <a href="http://en.community.dell.com/dell-blogs/Direct2Dell/b/direct2dell/archive/2008/09/12/nvidia-gpu-update-limited-warranty-enhancement-details.aspx">weltweit</a>.</p>
<p>Die Grafikchips in den betroffenen Rechnern, bei DELL sind es vor allem die Reihen Vostro und Latitude, also wiederum Geschäftsrecher, versagen jetzt in Massen. Der Grund ist ein <a href="http://www.theinquirer.net/inquirer/news/1028703/nvidia-g84-g86-bad" target="_blank">Fertigungsfehler</a> bei der Herstellung der Chips, wobei das Isolations-Trennmaterial den Temperaturschwankungen nicht standhält. Die Folge: Erst entstehen Artefakte auf dem Bildschirm, oft auf multiple Anzeigen, zuletzt fällt die Grafik-Einheit komplett aus und das Notebook ist unbrauchbar.</p>
<p>Bei mir versagte der Chip genau 6 Wochen nach Ablauf der Gewährleistungszeit und die Firma DELL weigert sich, den PC zu reparieren. Das obwohl sie spätetens seit Sommer 2008, also im Herstellungszeitraum meines PCs, schon von den <a href="http://www.theinquirer.net/inquirer/news/1010186/dell-models-defective-nvidia" target="_blank">fehlerhaften Chips wusste</a>! Wie würden Sie das nennen, wenn ihnen derart wissentlich ein fehlerhaftes Teil verkauft wird? Eben. Das Produkt war nie mängelfrei, schon zum Herstellzeitpunkt nicht. Und dennoch wurde es in den Markt gelassen. Das ist eine Frechheit.</p>
<p>Die Firma DELL hat ihre Kunden nie über die Fehlerhaftigkeit seiner Produkte informiert &#8211; es wurde kein Rückruf gestartet und den Kunden wurde kein Austausch angeboten &#8211; immer in der Hoffnung, dass die Teile über die knappe Garantiezeit halten und man danach praktischerweise den Kunden abwimmeln kann. Bei mir wurde dann noch die Extra-Ausrede benutzt, die Gewährleistung betrage eh nur ein Jahr, da ich ja geschäftlicher Kunde sei. Also heißt das im Umkehrschluß: DELL verkauft minderwertige Geräte an Geschäftskunden, weil dort die Garantiezeit kürzer ist.</p>
<p>Ich habe als IT-Consultant mit vielen Vorurteilen der Firma DELL gegenüber kämpfen müssen &#8211; und sehe all diese Vorurteile leider voll bestätigt. Das ist schade, denn eigentlich war ich mit dem Rechner, z.B. seiner Verarbeitungsqualität, sehr zufrieden. In meinen Hardware-Empfehlungen werde ich DELL nicht empfehlen, denn eine Firma, die so mit ihren &#8220;kleinen&#8221; Kunden umgeht, hat die größeren auch nicht verdient. Nur am Rande: Die PCs aus Fall 1 müssen auch ersetzt werden &#8211; aber bestimmt nicht mit DELL-Produkten. Dazu passt auch die <a href="http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_sicherheit_security_server_mainboards_von_dell_enthielten_schadcode_story-39001024-41535163-1.htm" target="_blank">Meldung</a>, dass DELL Server-Mainboards mit Trojanern ausgeliefert hat. Toll. Wer vertraut seine Daten schon so einem Unternehmen an? Ich nicht mehr. DELL ist durch für mich. Und zwar für immer.</p>
<p>Was sind das für Gepflogenheiten in der IT-Branche? Fehlerhafte Teile werden massenhaft verbaut, die Firmen wissen davon und tun nichts? Der Kunde als der Dumme? Hauptsache das Ding hält bis zum Verfallsdatum der Garantiezeit und danach sind die Kunden egal?</p>
<p>Ich will nicht wissen, wie viele fehlerhafte Kondensatoren und Chips auf unseren Straßen fahren oder in unseren Flugzeugen fliegen. Die IT-Branche benötigt dringend eine Art TÜV, der elektronische Bauteile prüft und abnimmt, bevor sie in kritische IT-Systeme verbaut werden dürfen. Die Informationstechnik ist viel zu wichtig geworden, um sie solchen Scharlatan-Zulieferern und verantwortungslosen Herstellerfirmen zu überlassen. Oder wollen Sie, dass bei der nächsten Online-Überweisung der Rechner platzt? Oder mitten in der Buchhaltung? In der Auftragsbearbeitung? Gar im Controlling? Oder einer Maschinensteuerung?</p>
<p>Wo Wirtschaft nicht funktioniert, müssen Regulierungen her. So auch hier. Es geht nicht darum, dass ein Computer nach zwei Jahren ausfällt. Das kann vorkommen &#8211; obwohl sogar die gesetzliche Abschreibungsfrist 3 Jahre beträgt, die so ein Rechner eigentlich auch halten sollte. Um was es hier geht, ist die massenhafte Verwendung minderwertiger, bzw. defekter Bauteile und die Weigerung der Unternehmen, für ihre Fehler auch einzustehen.</p>
<p>Ein ganzes Forum extra für NVIDIA-Opfer: <a href="http://www.nvidiadefect.com" target="_blank">http://www.nvidiadefect.com</a></p>
<p>Frau  Aigner, hier gibt es ein echtes Verbraucherschutzproblem &#8211; tun Sie  etwas. Und hacken Sie nicht immer nur auf Google und Facebook herum.</p>
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		<title>Ich spiel mal Wünsch-Dir-Was</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 21:08:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Na nu? Es geht ganz plötzlich wieder voran in Berlin. Wenn auch zu langsam und mit zu vielen Luftnummern regiert wird – immerhin wird wieder regiert, es geschieht immerhin etwas.
Doch Kritisieren alleine ist einfach – Alternativen aufzeigen dagegen schwer, wie all jene Journalisten erfahren müssen, die derzeit die Berliner Koalition in Grund und Boden schreiben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Na nu? Es geht ganz plötzlich wieder voran in Berlin. Wenn auch zu langsam und mit zu vielen Luftnummern regiert wird – immerhin wird wieder regiert, es geschieht immerhin etwas.</p>
<p>Doch Kritisieren alleine ist einfach – Alternativen aufzeigen dagegen schwer, wie all jene Journalisten erfahren müssen, die derzeit die Berliner Koalition in Grund und Boden schreiben, ohne selbst jemals auch nur einen Vorschlag gemacht zu haben, wie es besser gehen könnte.</p>
<p>Also spiele ich mal Wünsch-Dir-Was und stelle eine, rein subjektive, virtuelle Agenda der Bundesregierung für die nächsten Monate auf.</p>
<ul>
<li>Datenschutz:      Die Regierung beendet ELENA und begräbt den neuen Personalausweis und die      elektronische Krankenversicherungskarte als zu teuer und vollkommen      überflüssig. Google Street-View und andere Internetdienste werden explizit      erlaubt und gefördert, weil die Regierung deren Bedeutung für zukünftige      Wertschöpfung im digitalen Zeitalter erkannt hat.</li>
<li>Energiepolitik:      Die Regierung kürzt weiter die sinnlosen Solar- und Windkraftsubventionen.      Die Laufzeiten der Atomkraftwerke werden bis 2040 verlängert. Die      Stromsteuer wird gesenkt. Die Ökosteuer wird abgeschafft. Die Regierung      hat verstanden, dass günstige Energiepreise essentiell für unsere      Wettbewerbsfähigkeit sind. Die Menschen müssen liberale Politik spüren –      auch auf ihrer Stromrechnung.</li>
<li>Gesundheit:      Die Regierung deckelt die KV-Beiträge auf 15% &#8211; und stellt mit radikalen      Einsparungen die Finanzierung der GKV sicher. Dabei werden      Selbstbeteiligungen für Risikogruppen mit selbstverantworteten Risiken      (Raucher, Alkoholiker, Ski- und Motorradfahrer, Übergewichtige)      eingeführt. Die Regierung erkennt, dass die Brutto-Lohnsumme als      Finanzierungsinstrument der GKV an Basis verliert und bindet alle      Einkommensarten in die Finanzierung der Gesundheitskosten der Bevölkerung      mit ein. Die Regierung erkennt: Das Kapital muss den Menschen dienen.      Nicht umgekehrt.</li>
<li>Steuern:      Die Regierung streicht sofort alle(!) Steuerausnahmetatbestände und senkt      dadurch aufkommensneutral den progressiven Tarif, was mehr Netto für      kleine und mittlere Einkommen bringt. Die „einfachen“ Menschen spüren sofort      die Erleichterung.</li>
<li>Außenpolitik:      Die Regierung erkennt die Wichtigkeit und Gefährlichkeit des Nahen und      Mittleren Ostens für den Weltfrieden, die deutsche Sonderstellung dort und      veranstaltet eine große Nahost-Konferenz auf dem Bonner Petersberg. Als      Ergebnis steht ein Annäherungs-Abkommen zwischen Israel und der Arabischen      Welt analog zur Schlussakte von Helsinki. Die Regierung erkennt die      Problematik der „failed states“ in Somalia, Sudan, Uganda, Jemen. Sie      wirkt auf eine internationale Lösung hin – die das bisherige Modell der      staatlichen Souveränität unter den universellen Schirm der proaktiv      verteidigten Menschenrechte stellt.</li>
<li>Werte:      Die Minister erklären öffentlich, nicht mehr in Länder zu reisen, die      systematisch die Menschenrechte verletzen. Die Entwicklungszusammenarbeit      mit Unrechtsregimen wird beendet.</li>
<li>Wirtschaft:      Die Regierung beschließt eine europaweite Transaktionssteuer auf Finanzgeschäfte.      Eine europäische Rating-Agentur wird als Gegenpol zu den Amerikanischen gegründet.      Die Finanzaufsicht bekommt ein „scharfes Schwert“ und es werden umgehend 10.000      neue Steuerfahnder bundesweit eingestellt.</li>
<li>Bildung:      Die Bundesregierung stellt die Finanzierung des Stipendienprogramms      sicher, auch wenn die Wirtschaft sich verweigern sollte. In diesem Fall      führt sie eine doppelt so hohe Ausbildungsabgabe für die      verantwortungslosen Unternehmen ein.</li>
<li>Grundgesetz:      Die Bundesregierung erkennt die Wertebasis des Grundgesetzes      uneingeschränkt (z.B. Art. 14GG) an – Als Folge dieses Anerkennens werden      Managerhaftung, Wettbewerbsregeln und Korruptionsgesetze verschärft.      Monopole werden konsequent zerschlagen (Telekom, Branntweinmonopol, usw.).</li>
<li>Bürokratie:      Die GEZ und die ZVS werden ersatzlos gestrichen. Bundesministerien werden      um 10% geschrumpft, Überflüssige Bundesbehörden komplett abgeschafft.</li>
<li>Wehrpflicht:      Die Regierung setzt die Wehrpflicht mit sofortiger Wirkung aus – eine      Freiwilligenarmee wird geschaffen. Freiwillige soziale Dienste für beide      Geschlechter werden gefördert.</li>
<li>Wettbewerb:      Das Apothekenwesen wird dereguliert. Rezeptfreie Medikamente werden im      Einzelhandel verkäuflich. Überteuerte Preise in Deutschland (z.B. Apple,      Autoindustrie) werden von Verbraucherschützern gemeldet und von      Wettbewerbshütern mit Bußgeldern geahndet. Das unsinnige Abmahnwesen wird für      Privatpersonen und Kleinunternehmer abgeschafft.</li>
<li>Justiz:      Der Minimalstreitwert für Prozesse wir auf 2000 Euro festgelegt. Für      kleinere Fälle werden unbürokratische Schlichtungsstellen geschaffen.</li>
<li>Rundfunk:      Die Länder erkennen den technischen Fortschritt und dessen Möglichkeiten      zur Kostenersparnis. Die Gebühren für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk      werden erst um 20%, danach jährlich um 5% gesenkt. Da die GEZ überflüssig      ist, ziehen die Finanzämter die Gebühren ein.</li>
<li>Zuwanderung:      Die Bundesregierung erkennt die Bedeutung der qualitativen Zuwanderung und      die Fehler der bisherigen Zuwanderung Minderqualifizierter. Deshalb      beschließt sie ein Punktesystem analog zu Australien und Kanada.      Kriminelle Transferempfänger und Integrationsunwillige Zuwanderer werden      konsequent zurückgewiesen und ausbildungswillige Migranten gefördert.</li>
</ul>
<p>Wetten, das davon, wenn überhaupt, nur ein Bruchteil jemals realisiert wird? Weil es tausend Lobbygruppen, Eitelkeiten und Besitzstandswahrer in unserer Gesellschaft gibt? Machbar wäre alles. Doch unser politisches System kann keine echte Reform mehr leisten. Genauso wenig wie übrigens das Amerikanische auch. Deshalb wird der echte „Change“ nur ein Traum bleiben. Oder ein Marketing-Gag von cleveren Wahlkampf-Strategen.</p>
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		<title>Nokia: Innovatives Product Placement</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 02:26:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>
		<category><![CDATA[Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Laut einer Zeitung aus Paraguay wurde die Schauspielerin Larissa Riquelme dafür bezahlt, in ihrem Ausschnitt das neue Mobiltelefon Nokia E71 während der Fußball-WM zu tragen.

Na da sag doch einer, den Marketingleuten würde nichts neues mehr einfallen. Das nenne ich mal echtes &#8220;product placement&#8221;. LOL.
gefunden via http://www.intomobile.com/2010/07/08/larissa-riquelme-gives-best-nokia-e71-product-placement-ever-at-world-cup/


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Laut einer Zeitung aus Paraguay wurde die Schauspielerin <strong>Larissa Riquelme</strong> dafür bezahlt, in ihrem Ausschnitt das neue Mobiltelefon Nokia E71 während der Fußball-WM zu tragen.</p>
<p><a href="http://images.intomobile.com/wp-content/uploads/2010/07/larissa-raqquelme-fifa-world-cup-nokia-e71-1.jpg"><img class="alignleft" src="http://images.intomobile.com/wp-content/uploads/2010/07/larissa-raqquelme-fifa-world-cup-nokia-e71-1.jpg" alt="" width="660" height="472" /></a></p>
<p>Na da sag doch einer, den Marketingleuten würde nichts neues mehr einfallen. Das nenne ich mal echtes &#8220;product placement&#8221;. LOL.</p>
<p>gefunden via <a href="http://www.intomobile.com/2010/07/08/larissa-riquelme-gives-best-nokia-e71-product-placement-ever-at-world-cup/" target="_blank">http://www.intomobile.com/2010/07/08/larissa-riquelme-gives-best-nokia-e71-product-placement-ever-at-world-cup/</a></p>
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		<item>
		<title>Tea-Party-Aktivisten rufen die Revolution aus</title>
		<link>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/07/06/tea-party-aktivisten-rufen-revolution-aus/</link>
		<comments>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/07/06/tea-party-aktivisten-rufen-revolution-aus/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 06 Jul 2010 02:07:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[USA]]></category>
		<category><![CDATA[Wahlen]]></category>

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		<description><![CDATA[Es riecht nach Schwefel und Pulver im kommenden US-Amerikanischen Kongreßwahlkampf. Und das nicht nur politisch, sondern auch ganz praktisch. Nach dem (meiner Meinung nach schwachsinnigen) Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, laut dem der Staat niemandem den Besitz einer Waffe verbieten darf, hetzt die ultra-rechte Tea-Party Bewegung um Leaderin Sarah Palin munter weiter. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es riecht nach Schwefel und Pulver im kommenden US-Amerikanischen Kongreßwahlkampf. Und das nicht nur politisch, sondern auch ganz praktisch. Nach dem (meiner Meinung nach schwachsinnigen) Urteil des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten, laut dem der Staat niemandem den Besitz einer Waffe verbieten darf, hetzt die ultra-rechte Tea-Party Bewegung um Leaderin <strong>Sarah Palin</strong> munter weiter. Sie versucht systematisch die Republikaner zu unterwandern. Das alles mit freundlicher Unterstützung des Hetz-Senders Fox-News, bei dem vornehmlich alte Männer in Gesellschaft von busenoperierten wasserstoffblonden Bikini-&#8221;Schönheiten&#8221; ihren populistischen Meinungs-&#8221;Journalismus&#8221; verbreiten. Neuerdings dabei auch mit im Boot: Die im Golf-Desaster böse geschundene Ölindustrie und anderes &#8220;Big Money&#8221;. Berlusconi lässt grüßen.</p>
<p>Jüngstes Beispiel der Idiotie der Rechten zeigt folgender TV-Spot, indem der Republikanische Kandidat aus Alabama, <strong>Rick Barber</strong>, George Washington den Satz sagen lässt: &#8220;gather your armies&#8221; (holen sie ihre Armeen). Ganz nebenbei will er Obama aus dem Amt jagen &#8211; wenn nötig mit Waffen. Die Pistole liegt im Spot auch schön sichtbar da.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6iQ7ZDUutU4&#038;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/6iQ7ZDUutU4&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><a href="http://www.cbsnews.com/8301-503544_162-20007579-503544.html">http://www.cbsnews.com/8301-503544_162-20007579-503544.html</a></p>
<p>Er geht sogar noch weiter und lässt im nächsten Spot die Zombies tatsächlich marschieren:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/kn14RwuJJRg&#038;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/kn14RwuJJRg&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Immer schön mit der Knarre im Hintergrund. Da kommt einiges zusammen: Extreme Verblödung der halben Nation durch ein mißlungenes Bildungssystem in den Unterschichten; eine Verfassung, die nicht lebt und sich somit auch über-lebt; die Abwendung des &#8220;kleinen Mannes&#8221; von &#8220;Qualitäts&#8221;-Medien und Politik; fehlende öffentlich-rechtliche Information; eine Wirtschaftskrise und die strukturellen Defizite einer Wirtschaft, die jahrzehntelang Handelsbilanzdefizite angehäuft hat.</p>
<p>Die Oberen Etagen der Republikanischen Partei dürften mit diesen Tea-Party Leuten einiges an Kopfschmerzen bekommen &#8211; denn auch in den USA bekommt diese Art von Propaganda nur in den sog. <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Red_states_and_blue_states" target="_blank">Red-States</a> (republikanisch dominierte Staaten im Mittleren Westen und im Süden) und im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bible_Belt" target="_blank">Bible-Belt</a> (streng christlich dominierte Staaten im Süden) eine Mehrheit. Die wirtschaftlich starken, liberalen Bundesstaaten an beiden Küsten ticken komplett anders &#8211; Amerika droht somit eine echte Spaltung. Zumal die schnell wachsenden ethnischen Minderheiten der Latinos und Aseaten beileibe keine Republikaner-Prototypen sind.</p>
<p>Und: Man muss kein Hellseher sein, um vorauszusagen, dass einige minderbemittelte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/White_Anglo-Saxon_Protestant" target="_blank">WASP</a>-Zeitgenossen die Hetze ernst nehmen werden. Und so schlittert die älteste Demokratie der Welt in ihr nächstes Drama. Traurig.</p>
<p>Hier die Republikanerin <strong>Pamela Goreman</strong> mit ihrem Maschinenpistolen-Spot:</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/jEmWN6TRmMU&#038;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/jEmWN6TRmMU&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Mehr: <a href="http://us.cnn.com/video/#/video/politics/2010/07/05/acosta.ads.go.viral.cnn">http://us.cnn.com/video/#/video/politics/2010/07/05/acosta.ads.go.viral.cnn</a></p>
<p>Das Einzige, was die &#8220;Tee-Revolution&#8221; wohl noch verhindern kann, sind die Südstaatler selbst. Zum Marschieren sind sie schlicht zu <a href="http://gymnasticscoaching.com/new/wp-content/uploads/2009/09/obesity-usa.jpg" target="_blank">fett</a> geworden.</p>
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		<title>Weiterwursteln in Berlin</title>
		<link>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/07/02/weiterwursteln-in-berlin/</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Jul 2010 21:54:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aus der FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Als Segler weiß man: Wenn der Wind dreht, muss man das Segel anders setzen, um dennoch an sein Ziel zu kommen.&#8221; Jorgo Chatzimarkakis, MdEP
Na toll. So sieht jetzt also die &#8220;erfolgreiche&#8221; Regierungspolitik in Berlin aus. Statt Steuer-Strukturreform und gesundheitspolitische Wende kommt dasselbe raus wie immer: Politischer Wackelpudding.
Beispiel Gesundheit: Anstatt Ausgaben zu senken und Bürokratie abzubauen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>&#8220;Als Segler weiß man: Wenn der Wind dreht, muss man das Segel anders setzen, um dennoch an sein Ziel zu kommen.&#8221; Jorgo Chatzimarkakis, MdEP</p></blockquote>
<p>Na toll. So sieht jetzt also die &#8220;erfolgreiche&#8221; Regierungspolitik in Berlin aus. Statt Steuer-Strukturreform und gesundheitspolitische Wende kommt dasselbe raus wie immer: Politischer Wackelpudding.</p>
<p>Beispiel <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704345,00.html" target="_blank">Gesundheit</a>: Anstatt Ausgaben zu senken und Bürokratie abzubauen, werden einfach die Beiträge <em>erhöht</em>. Sehr kreativ, nicht wahr? Oder Subventions-Abbau in der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704351,00.html" target="_blank">Solarförderung</a>: Außer Lobbyismus nichts gewesen. Die Regierung schafft das einfach nicht. Oder Atom-Laufzeiten, oder Wehrpflicht, oder, oder, oder.</p>
<p>Selbst der hervorragend gespielte Zug des Herrn Lindner (*applaus*), der CSU den Schwarzen Peter der Hotelsteuer zurückzuspielen, fruchtet nur wenig. Aber immerhin steht Seehofer jetzt als Bremser da.</p>
<p>Was beim einfachen Bürger hängen bleibt, ist klar: <em>Alles wird teurer, nichts wird besser</em>. Danke, Berlin. Dabei hatten wir so viel Hoffnung in Euch gesetzt.</p>
<p>Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Regierungs-Geeiere uns die Landtagswahl 2011 kosten wird. Die FDP in Baden-Württemberg sollte sich, wie im Übrigen die CDU im Ländle auch, schnellstens einen eigenen Kurs zulegen. Denn mit einer 30%-CDU und einer 5%-FDP lässt sich in Baden-Württemberg nicht weiter regieren.</p>
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		<title>Es wird auch noch liberale Politik gemacht&#8230;</title>
		<link>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/06/22/es-wird-auch-noch-liberale-politik-gemacht/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Jun 2010 00:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Liberalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230;aber leider nicht in der Bundesregierung. Beispiele dafür, was liberale Themen in 2010 sind, findet sich im
&#8220;frei-brief&#8221; Nr. 22/2010:
110 Delegierte der Liberal International aus aller Welt haben sich am 11. und  12. Juni in Berlin getroffen. Die Beschlüsse des Exekutivkomitees finden Sie  unter:

184. LI Executive  Committee http://tinyurl.com/24ctpko


Darin stehen unter anderem Beschlüsse zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;aber leider nicht in der Bundesregierung. Beispiele dafür, was liberale Themen in 2010 sind, findet sich im</p>
<p>&#8220;frei-brief&#8221; Nr. 22/2010:</p>
<blockquote><p>110 Delegierte der Liberal International aus aller Welt haben sich am 11. und  12. Juni in Berlin getroffen. Die Beschlüsse des Exekutivkomitees finden Sie  unter:</p>
<ul>
<li><a title="Link zum Thema: 184. LI Executive Committee" href="http://tinyurl.com/24ctpko" target="_blank">184. LI Executive  Committee http://tinyurl.com/24ctpko</a></li>
</ul>
</blockquote>
<p>Darin stehen unter anderem Beschlüsse zu einer liberalen <em>Außenpolitik</em>, von denen ich aus der Bundesregierung bislang gar nichts gehört habe wie Gaza-Blockade, Honduras, Nicaragua, Thailand, Burma, Human Rights Council und echte <em>Freiheitsthemen </em>wir Digital Freedom oder Netzneutralität.</p>
<p>Es ist eben nicht so, dass der Liberalismus aufgehört hätte, weiter zu denken. Das hat nur Berlin. Vielleicht sollten sich die Herren mal wieder um eine echte liberale Agenda kümmern, anstatt nur auf den Armen und Schwachen herumzuhacken. Dann klappt&#8217;s auch wieder mit den Umfragen.</p>
<p>Wo bleibt denn die kritische Forderung nach mehr Menschenrechten? Wo bleibt die viel versprochene &#8220;liberale Tradition&#8221; in der Außenpolitik? Ich sehe nur Lustreisen und Kniefälle vor Diktatoren. Das reicht nicht. Das konnten Schröder/Fischer auch schon.</p>
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		<title>Das ist bitter&#8230;</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 16:48:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der neue Spiegel-Titel.



]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der neue Spiegel-Titel.</p>
<p><img src="http://www.spiegel.de/static/epaper/SP/2010/24/ROSPANZ20100240001-312.jpg" /></p>
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		<title>Wir brauchen eine Bildungsrevolution. Jetzt.</title>
		<link>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/06/07/wir-brauchen-eine-bildungsrevolution-jetzt/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 01:24:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildung]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[
UPDATE 15.6.10 Spiegel: Bildungsverlierer: Ungelernt und chancenlos Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
Alle Welt &#8211; und vor allem die Politik in ihren Sonntagsreden &#8211; redet von der Wichtigkeit der Bildung für unsere Zukunft. Derweil hängt Deutschland Jahrzehnte hinter den aktuellen schulischen Entwicklungen zurück &#8211; und produziert einen Haufen Schulabgänger, die weder für den Arbeitsmarkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.spiegel.de/images/image-35210-galleryV9-erwi.jpg" alt="spiegel.de" width="544" height="394" /></p>
<blockquote><p>UPDATE 15.6.10 Spiegel: Bildungsverlierer: <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,700889,00.html" target="_blank">Ungelernt und chancenlos</a> Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.</p></blockquote>
<p>Alle Welt &#8211; und vor allem die Politik in ihren Sonntagsreden &#8211; redet von der Wichtigkeit der Bildung für unsere Zukunft. Derweil hängt Deutschland Jahrzehnte hinter den aktuellen schulischen Entwicklungen zurück &#8211; und produziert einen Haufen Schulabgänger, die weder <a href="http://www.swp.de/ulm/nachrichten/wirtschaft/art4325,435162" target="_blank">für den Arbeitsmarkt tauglich sind</a>, noch die Qualifikationen besitzen, sich jemals aus der gesellschaftlichen Unterschicht zu befreien.</p>
<p>Schlimmer noch &#8211; allen politischen Beteuerungen zum trotz wird schon wieder an den armen Menschen gespart &#8211; und an der Bildung ihrer Kinder gestrichen. Das ist ein Skandal.</p>
<p>Dreißig Jahre Reformstau sind bittere Realität für deutsche Eltern &#8211; und jeder, der das G8-Gemurkse mitmachen muss &#8211; sei es als Schüler oder als Elternteil &#8211; wird mir zustimmen, wir sind nicht nur von gestern. Wir sind teilweise von Vorvorgestern.</p>
<p>Was in der modernen Welt diskutiert wird &#8211; in Finnland führen sie gerade das Schulfach &#8220;Drama&#8221; <a href="http://suomenkuvalehti.fi/jutut/kotimaa/miten-kay-pakkoruotsin-tuleeko-kouluihin-draama-ja-etiikka" target="_blank">ab Klasse 1</a> ein, das Fach &#8220;Gesundheit&#8221; gibt es schon &#8211; zeigt folgendes Video.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/r9LelXa3U_I&#038;fs=1" /><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><embed src="http://www.youtube.com/v/r9LelXa3U_I&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p><em>Mehr Info <a href="http://www.ted.com/speakers/sir_ken_robinson.html" target="_blank">hier</a>.</em></p>
<p>Das heißt: Die moderne, auf die sich ändernde Umwelt reagierende Welt verwirft jetzt schon die 30 Jahre alten Reformen, die wir noch gar nicht <em>begonnen </em>haben! Während wir mit den notwendigen Bildungs-Strukturreformen nicht fertig werden, beginnt die fortschrittliche Schule schon die <em>nächste, </em>inhaltliche Stufe.</p>
<p>Wenn sie mich fragen, würde ich als Vater einer heute 13jährigen Gymnasiastin keine Kinder mehr in diesen Staat setzen &#8211; zu oft wurde uns Reform versprochen und zu oft hat die Bildungspolitik versagt. Zu oft stand ich als Alleinerzieher vor nicht existenten Betreuungsangeboten und zu oft wurde ich wegen meines Kindes diskriminiert. Und letztendlich werden die Chancen für die Kinder in diesem Land von verantwortungslosen Politikern gemindert, die zwar Renten garantieren aber Schulen nicht bezahlen. Wer keine Kinder hat, sollte keine Bildungspolitik machen. Und wer nie arm war, keine Sozialpolitik.</p>
<p>Wer heute seinen Kindern die Bildung nicht bezahlt, muss sich nicht wundern, wenn seine Kinder ihm morgen die Rente nicht bezahlen können. Oder wollen.</p>
<p>Ich mag die Sonntagsreden der CDU-Granden nicht mehr hören. Seit Jahren wird der Regierung von der OECD gesagt, dass sie in der Bildung mehr tun muss. Und nichts passiert &#8211; außer einem unsinnigen Etikettenschwindel bei den Hauptschulen. Derweil verschimmeln die Wände in den Gymnasien und immer mehr Unterricht fällt aus.</p>
<p>Bildungspolitik in Baden-Württemberg? Mangelhaft.</p>
<p>Schon jetzt beginnt der Fachkräftemangel in den Unternehmen im Land, es gibt schon zu wenig taugliche Bewerber für Lehrstellen, schon jetzt gibt es Massen von Schulabbrechern und Hauptschülern, denen eine Hartz4-Karriere bevorsteht. Und was tun wir? Sparen! Was wir an Kindern und Jugendlichen jetzt sparen, zahlen wir später in Folgekosten zigfach! Wir produzieren weiteres Präkariat &#8211; mit all seinen Folgen: Armut, Krankheit, Verantwortungslosigkeit, Kriminalität, Hoffnungslosigkeit.</p>
<p>Nicht gebildet sein verletzt die Würde des Menschen. Erst durch Bildung, durch das staatlich garantierte Erlernen von zeitgemäßen Kulturtechniken, werden wir autonome Subjekte, die zu Freiheit und Verantwortung sich selbst und anderen gegenüber <em>fähig </em>sind.</p>
<p>Schauen sie sich doch mal z.B. Stuttgart-Untertürkheim an: 25% Hartz4-Quote im Ortskern, kaum noch deutsche Kinder, leere Läden, Dreck, Belästigungen, Alkohol, Drogen. So kann die Zukunft nicht aussehen. Unsere Lebenswirklichkeit hat sich in den letzten zehn Jahren signifikant <em>verschlechtert</em>. Irgendwann kriecht diese Wirklichkeit aus dem Ghetto auch in die Halbhöhenlagen. Doch dann ist es zu spät.</p>
<p>Wir brauchen einen Wertewandel &#8211; die Separation der Milieus ist geschuldet einer Egoistengesellschaft, gekennzeichntet durch Staatsversagen, manifestiert im Zwang zur kommerziellen Nachhilfe-Industrie. Das fördert wenige und verletzt viele. Dabei ist die Lösung recht einfach: Ausgleich statt Konkurrenz, Miteinander statt Gegeneinander, Zusammenarbeit statt Einzelkämpfertum. Die gelernten Werte, in Schule und Familie, werden später in Organisationen projiziert. Das erklärt vieles von der gegenwärtigen Krise im Land, die nur vordergründig eine wirtschaftliche ist. In Wirklichkeit ist die Krise eine geistige, eine moralische, eine ethische. Sie ist Folge eines geopferten Gewissens zugunsten eines übersteigerten Narzissmus. Eine Horde von Egoisten macht eben noch keine echte <em>Gesellschaft</em>. Das sollten sich all unsere libertären Freunde hinter die Ohren schreiben.</p>
<p>Was wir bräuchten wären neue, in die Zeit passende Lehrpläne. Neue, kreative Fächer. Wir müssen weg von der Auswendig-Lern-Gesellschaft hin zur Informations-Verwertungs-Gesellschaft. Wir müssen die Schwachen und die Fremden <em>integrieren</em> und nicht <em>separieren</em>. Das ist die Zukunft, ob wir sie wollen oder nicht! Die Welt wartet nicht auf Baden-Württemberg! Die Welt wartet auch nicht auf Deutschland. Ob sie auf Europa wartet, zeigt sich in der aktuellen Krise erst noch. Wahrscheinlich eher nicht.</p>
<p>Ich sehe in den Verantwortlichen der Bildungspolitik in Baden-Württemberg nur altmodische Besitzstandswahrer, an denen die gesellschaftliche Realität vorbeigegangen ist &#8211; und an denen die wirtschaftliche Realität gerade vorbei zieht.</p>
<p>Das ist schade für unser in diesen Tagen ach so schönes Land. Und es wird sich bitter rächen &#8211; denn auch der Zustrom von jungen Frauen aus dem Osten, von dem die Region Stuttgart seit Jahren profitiert, nimmt langsam sein Ende &#8211; das Land jenseits des Limes ist mittlerweile leergesaugt.</p>
<p>Die gegenwärtige Bildungsmisere wird unser Wachstum und unseren Wohlstand auf Jahrzehnte beeinträchtigen &#8211; und die Lage ist weder mit weiterer Migration noch mit Reförmchen zu retten. Denn: Selbst wenn wir sofort unsere Schulen von Grund auf modernisierten, träte der Effekt erst in 15 Jahren ein.</p>
<p>Also quälen wir uns durch das System, mein Kind und ich. Lernen Unsinniges, Veraltetes und Überflüssiges. Und träumen von finnischen Schulen. Was für ein Drama.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kopflos in Berlin</title>
		<link>http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2010/06/01/kopflos-in-berlin/</link>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 01:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Rücktritt unseres Bundespräsidenten ist ein Skandal. Er ist ein Skandal nicht, weil es der erste Rücktritt eines Bundespräsidenten überhaupt ist – er ist auch nicht ein Skandal, weil Horst Köhler als Person zurücktritt. Er ist ein Skandal, weil das politische System einen der Besten, welchen es überhaupt hat, gehen lässt.
In vielem hatte Horst Köhler [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Rücktritt unseres Bundespräsidenten ist ein Skandal. Er ist ein Skandal nicht, weil es der erste Rücktritt eines Bundespräsidenten überhaupt ist – er ist auch nicht ein Skandal, weil Horst Köhler als Person zurücktritt. Er ist ein Skandal, weil das politische System einen der Besten, welchen es überhaupt hat, gehen lässt.</p>
<p>In vielem hatte Horst Köhler Recht – nicht zuletzt mit seiner starken Kritik an den Finanzmärkten &#8211; die er, wie kaum ein anderer in der Politik, kennt – schließlich war er jahrelang <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Horst_K%C3%B6hler" target="_blank">IWF-Direktor</a>. Doch niemand hörte ihm zu.</p>
<p>Horst Köhler forderte oft rasches Reagieren der Politik auf Ereignisse in der Lebenswirklichkeit der Menschen. Doch diese Reaktion kam nie.</p>
<p>Horst Köhler mahnte zu mehr Vernunft. Er wandte sich gegen politische Schnellschüsse, plädierte für eine nachhaltige Erneuerung unseres Wertesystems. Horst Köhler ist ein Konservativer im guten Sinne des Wortes. Und er fand in den Regierungen keine Beachtung.</p>
<p><strong>Kopfloses Land</strong></p>
<p>Und nun tritt er ab. Verlässt uns. Ja, er lässt uns inmitten der Krise alleine. Unser Land ist von jetzt auf gleich kopflos.</p>
<p>Wie an den zittrigen Börsen die Tage von himmelhoch jauchzend bis tief betrübt dahinziehen, so scheint sich nun auch die Stimmung im Lande zu bewegen – gerade noch gestern riesiger Jubel über den gewonnenen Eurovision Grand Prix – und heute stehen wir ohne Staatsoberhaupt da! Was für eine emotionale Achterbahn.</p>
<p>Wagen wir eine Prognose? In sechs Wochen sind wir Weltmeister. Und haben keine funktionsfähige Regierung mehr.</p>
<p><strong>Weniger Pomp und mehr Hirn ist angesagt</strong></p>
<p>Wir sollten das Amt des Bundespräsidenten neu überdenken. Wir sollten ihn/sie direkt vom Volk wählen lassen. Wir sollten dem Amt ein echtes Veto-Recht geben – es mehr in den politischen Prozess einbinden. Man kann kein Marionetten-Amt haben und Querdenker auf der Position haben wollen. Das kann nicht klappen.</p>
<p>Horst Köhler war zu gut für das Amt. Es wollte nie Spielball der Partei-Strategen sein. Er wollte Akzente setzen und eigene Gedanken verwirklicht sehen. All das hat ihm sein Amt nicht ermöglicht.</p>
<p>Wir brauchen in diesen Zeiten einen radikalen Beschnitt des politischen Pomps zugunsten von einer Politik des gesunden Menschenverstandes. Wir brauchen weniger Repräsentation und mehr Denken. Wir brauchen mehr Sachverstand und weniger Egoismus.</p>
<p>Leider haben sich in der Causa Köhler weder die Politik noch die Presse mit Ruhm bekleckert – und das ewige Nichts-Entscheiden der Koalition in Berlin macht die Sache nicht besser. Es fehlt nicht nur am Respekt gegenüber dem Bundespräsidenten – es mangelt an Respekt in der Gesellschaft ganz allgemein.</p>
<p>Leider wird kein Amt deswegen leer bleiben, weil die Guten gehen. Das gilt in der Wirtschaft genauso wie in der Politik. Die Zeit ist auch (noch) nicht reif für tiefgreifende Politik- oder Bewusstseinswechsel. Wir sind noch zu tief in der Ära Kohl verwurzelt, um wirkliche Schritte nach vorne machen zu können.</p>
<p><strong>Koch, Köhler, Kanzlerin? </strong></p>
<p>Es geht die Hoffnungslosigkeit um in der Politik – zugleich werden die Verlockungen des schnellen, lockeren Geldes immer frappierender. Der Staat schwemmt die Märkte mit Liquidität, wohl wissend, dass er damit die nächste Blase verursacht. Viele in der Politik wissen das – und nehmen jetzt eben noch mit, was geht.</p>
<p>Derweil ist das Land wegen Mangels an Anstand kopflos geworden – kopflos im Wortsinne, nämlich ohne Staatsoberhaupt – und kopflos im übertragenen Sinne, weil niemand in der Lage ist, der Nation Führung, Richtung und Halt zu geben.</p>
<p>Wo sind die Mutigen, die jetzt das Richtige wagen? Wo sind die Ideengeber für die Zukunft? Wo sind diejenigen, die nicht den Oberen hinterhergekrochen sind? Wo sind die Querdenker, die Macher? Sind die alle schon weg? Oder von der Wirtschaft gekauft?</p>
<p>Ja, ich nehme Herrn Koch die Käuflichkeit besonders übel (&#8220;Die Politik ist nicht mein Leben&#8221; &#8211; sorry, Beruf verfehlt!) – zu durchsichtig war sein Abgang, zu geschmacklos, zu protzig. Ich habe noch nie so oft das Wort „ich“ gehört wie in der kurzen Schluss-Pressekonferenz dieses „Landesvaters“. Mal ehrlich, was ist das für ein Vorbild? Frei nach dem Motto: Jetzt kommen die schweren Zeiten, ich bin dann mal weg, Geld verdienen. Bäääh.</p>
<p>Die höchste Tugend eines Politikers ist seine Nicht-Käuflichkeit. Und damit hat die CDU jetzt, nach rent-a-Rüttgers und buy-a-Koch ein echtes Problem.</p>
<p>Übrigens halte ich die Aussage von Horst Köhler über die Bundeswehr-Einsätze für alles andere als tragisch. Warum sollten wir den freien Welthandel nicht mit der Bundeswehr sichern (dürfen)? Zumal, wenn UNO-Mandate es so legitimieren? Nein, das ist nicht der wahre Grund des Rücktritts von Horst Köhler. Auch wenn es jetzt so gespielt wird.</p>
<p><strong>Angela Merkel räumt auf? </strong></p>
<p>Ich sehe nur eine Nutznießerin in diesem Schlammassel: Die Kanzlerin hat jetzt eine super Ausrede für die längst überfällige Kabinettsumbildung. So kann sie ein paar <em>lame ducks</em> aus der Regierung wegloben, in Ruhe die nächste große Koalition vorbereiten und derweil die FDP still kaufen.</p>
<p>Wir gäben viel für einen Bundespräsidenten, oder?</p>
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		<title>Horst &#8211; Präsident von Deutschland</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Jun 2010 00:50:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>FDP BW</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Ironie]]></category>

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		<description><![CDATA[HORST Präsident von Deutschland
Ein Drama in sechs Jahren
PERSONEN
KÖNIG Franz-Josef (der Geist)
HORST, Präsident von Deutschland
ANGELA, HORSTs Kanzlerin
KARL-THEODOR, Verteidigungsminister
Die Szene ist in Berlin.
ERSTER AKT, VIERTE SZENE, Die Terrasse
HORST, ANGELA und KARL-THEODOR treten auf.
HORST
Die Luft geht scharf, es ist entsetzlich kalt.
ANGELA
&#8217;s ist eine schneidende und strenge Luft.
HORST
Was ist die Uhr?
ANGELA
Ich denke, nah an zwölf.
KARL-THEODOR
Nicht doch, es hat geschlagen.
ANGELA
Wirklich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>HORST Präsident von Deutschland<br />
Ein Drama in sechs Jahren</p>
<p>PERSONEN<br />
KÖNIG Franz-Josef (der Geist)<br />
HORST, Präsident von Deutschland<br />
ANGELA, HORSTs Kanzlerin<br />
KARL-THEODOR, Verteidigungsminister</p>
<p>Die Szene ist in Berlin.</p>
<p>ERSTER AKT, VIERTE SZENE, Die Terrasse</p>
<p>HORST, ANGELA und KARL-THEODOR treten auf.</p>
<p>HORST<br />
Die Luft geht scharf, es ist entsetzlich kalt.</p>
<p>ANGELA<br />
&#8217;s ist eine schneidende und strenge Luft.</p>
<p>HORST<br />
Was ist die Uhr?</p>
<p>ANGELA<br />
Ich denke, nah an zwölf.</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
Nicht doch, es hat geschlagen.</p>
<p>ANGELA<br />
Wirklich schon?<br />
Ich hört es nicht; so rückt heran die Stunde,<br />
Worin <b>der Geist</b> gewohnt ist umzugehn.<br />
Was stellt das vor, mein Präsident?</p>
<p>HORST<br />
Der König wacht die Nacht durch, zockt vollauf,<br />
Hält Schmaus und taumelt den niedrigen Euro;<br />
Und wie er Züge Rheinweins niedergießt,<br />
Verkünden schmetternd Aktien und Derivate<br />
Den ausgebrachten Markt.</p>
<p>ANGELA<br />
Ist das Gebrauch?</p>
<p>HORST<br />
Nun freilich wohl.<br />
Doch meines Dünkens, bin ich eingeboren<br />
Und drin erzogen schon, ists ein Gebrauch,<br />
<b>Wovon der Bruch mehr ehrt als die Befolgung.</b><br />
Dies schwindelköpfge Zocken macht verrufen<br />
und fürwahr, es nimmt<br />
Von unsern Taten, noch so groß verrichtet,<br />
Den Kern und Ausbund unsers Wertes weg.<br />
So geht es oft mit einzeln Menschen auch,<br />
Das Dämm und Schanzen der Vernunft oft einbricht,<br />
Auch wohl durch Angewöhnung, die zu sehr<br />
Den Schein gefällger Sitten überrostet -<br />
Daß diese Menschen, sag ich,<br />
Und wären ihre Tugenden so rein<br />
Wie Gnade sonst, so zahllos wie ein Mensch<br />
Sie tragen mag: in dem gemeinen Tadel<br />
Steckt der besondre Fehl sie doch mit an,<br />
Der Gran von Schlechtem zieht des edlen Wertes<br />
Gehalt herab in seine eigne Schmach.</p>
<p>ANGELA<br />
O seht, mein Präsident, es kommt!<br />
[Der Geist kommt.]</p>
<p>HORST<br />
Engel und Boten Gottes, steht uns bei! -<br />
Laß mich in Blindheit nicht vergehn! Nein, sag,<br />
Warum dein fromm Gebein, verwahrt im Tode,<br />
Die Leinen hat gesprengt, warum die Gruft,<br />
Geöffnet ihre schweren Marmorkiefer,<br />
Dich wieder auszuwerfen? Was bedeutets,<br />
Daß, toter Leichnam, du in vollem Stahl<br />
Aufs neu des Mondes Dämmerschein besuchst,<br />
Die Nacht entstellend, daß wir Narren der Natur<br />
So fürchterlich uns schütteln mit Gedanken,<br />
Die unsern Seelen nicht erreichbar sind?<br />
Sag, was ist dies? Warum? Was solln wir tun?</p>
<p>Der Geist winkt HORST zu sich.</p>
<p>ANGELA<br />
Es winkt Euch zu, mit ihm hinwegzugehn,<br />
Als obs nach einer Mitteilung verlangte<br />
An Euch allein.</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
Seht, wie es Euch mit freundlicher Gebärde<br />
Hinweist an einen mehr entlegnen Ort;<br />
Geht aber nicht mit ihm!</p>
<p>ANGELA<br />
Nein, keineswegs!</p>
<p>HORST<br />
Es will nicht sprechen; wohl, so folg ich ihm.</p>
<p>ANGELA<br />
Tuts nicht, mein Präsident!</p>
<p>HORST<br />
Was wäre da zu fürchten?<br />
Mein Leben acht ich keine Nadel wert;<br />
Und meine Seele, kann es der was tun,<br />
Die ein unsterblich Ding ist, wie es selbst?<br />
Es winkt mir wieder fort, ich folg ihm nach.</p>
<p>ANGELA<br />
Wie, wenn es hin zur <b>Presse</b> Euch lockt, mein Präsident,<br />
Und dort in andre Schreckgestalt sich kleidet,<br />
Die der Vernunft die Herrschaft rauben könnte<br />
Und Euch zum Wahnsinn treiben? O bedenkt!<br />
Der Ort an sich bringt Grillen der Verzweiflung<br />
Auch ohne weitern Grund in jedes Hirn,<br />
Der so viel Klafter niederschaut<br />
Und hört sie unten brüllen.</p>
<p>HORST<br />
Immer winkt es. -<br />
Geh nur, ich folge dir.</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
Ihr dürft nicht gehn, mein Präsident!</p>
<p>HORST<br />
Die Hände weg!</p>
<p>ANGELA<br />
Hört uns, Ihr dürft nicht gehn!</p>
<p>HORST<br />
Mein Schicksal ruft<br />
Und macht die kleinste Ader dieses Leibes<br />
So fest als Sehnen des Nemeer Löwen.<br />
Der Geist winkt.<br />
Es winkt mir immerfort: laßt los!!<br />
Sich von ihnen losreissend.<br />
Beim Himmel!<br />
[Reißt sich los.]<br />
Den mach ich zum Gespenst, der mich zurückhält!<br />
Ich sage, fort! &#8211; Voran, ich folge dir.</p>
<p>Der Geist und HORST ab.</p>
<p>ANGELA<br />
Er kommt ganz außer sich vor Einbildung.</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
Ihm nach! Wir dürfen ihm nicht so gehorchen.</p>
<p>ANGELA<br />
Kommt, folgen wir! Welch Ende wird dies nehmen?</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
<b>Etwas ist faul im Staate Deutschlands.</b></p>
<p>ANGELA<br />
Der Himmel wird es lenken.</p>
<p>KARL-THEODOR<br />
Laßt uns gehn!<br />
Beide ab.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>(frei nach William Shakespeares <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&amp;xid=2615&amp;kapitel=1#gb_found" target="_blank">Hamlet</a>)</p></blockquote>
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