Top 25 Web-Menschen

Hier mal etwas für alle “Wir sind doch die besten hier-Mantra-Beter” (z.B. Herr Frankenberg und  Co.) und an alle Vertreter des Trauerkapitels “deutsche Begabtenförderung”. Wo, bitte schön, auf dieser Liste sind wir? Richtig. Nicht vorhanden. Warum?

Business Week hat die 25 einflussreichsten Menschen des Web gelistet.  Diese Menschen haben zum Web, wie es heute aussieht, maßgeblich beigetragen. Ob das die führenden Communities, Browser, Blogs, Computerhersteller oder Suchmaschinen sind – ohne sie wäre das Web nicht was es heute ist.

Marc Andreessen; Ning, Netscape
Michael Arrington; TechCrunch
Mitchell Baker; Mozilla
Marc Benioff; Oracle, Salesforce
Tim Berners-Lee; Erfinder des Web, W3C
Jeff Bezos; Amazon
Sergey Brin und Larry Page; Google
Reid Hoffman; LinkedIn
Steve Jobs; Apple, Pixar, Walt Disney
Max Levchin; PayPal, Slide;
Marissa Mayer; Google
Michael Moritz; Sequoia Capital,
Rupert Murdoch; News Corp, MySpace, Dow Jones , WSJ
Tim O’Reilly; O’Reilly Media
Ray Ozzie; Microsoft, Live
Kevin Rose; Digg, Pownce
Philip Rosedale; Second Life
Peter Thiel; PayPal, Clarium Capital Management,
Jimmy Wales; Wikimedia, Wikia, Wikipedia
Margaret Whitman; eBay
Evan Williams; Blogger, Twitter
Dave Winer; RSS
Jerry Yang; Yahoo!
Mark Zuckerberg; Facebook

http://images.businessweek.com/ss/07/09/0924_25webinfluencers/index_01.htm

Ich sage ihnen, warum. Wir haben weder die Bildungs- noch die Finanzierungs-Strukturen, um auf dieser Liste in den nächsten 20 Jahren mitspielen zu können. Unsere Universitäten sind voll mit infantilen Besserwissern (ich meine die Studenten, wohlgemerkt!) und das System trainiert auf Mittelmaß und Anpassung. Wir haben hunderttausende Studenten, deren größter Lebenstraum es ist, Krawattenträger in einer AG zu werden. Dienstwagen vor Innovation. Karrierekriechen vor Unternehmertum. Traurig, aber wahr.

Als ich in 1994 an der Wirtschaftsoberschule meine erste Web-Suchmaschine in Perl programmierte, haben sie mich ausgelacht und Word-Kurse abgehalten. Als ich zusammen mit Kommilitonen 1998 ein soziales Netzwerk für Studenten an der Uni Hohenheim programmiert habe, wollten es die Studenten nicht haben, den Professoren war es schlichtweg egal. Und heute kriechen sie alle zu Facebook und dessen schlechten Holtzbrink-Klon.

Es liegt nicht an den Ressourcen – die waren und sind alle da: Das Wissen, die Technik, die Freiheit. Sogar die Lehrer, vereinzelt. Was fehlt, ist a) der Mut, Neues zu wagen und b) Geld, es auch tun zu können. Und daran wird sich so lange nichts ändern, wie Betonköpfe a la Frankenberg oder, noch schlimmer, Schavan das Sagen haben.

Und wo sind sie denn, die hochgelobten Stipendiaten? Die Preisträger der diversen Establishment-Wettbewerbe? Richtig. Nie wieder etwas gehört. Schöne Idee, Businessplan vom Prof. gemacht, Preis gewonnen. Und danach verschwunden, im Dienstwagen oder der Business-Lounge, auf nimmer wiedersehen.

Es ist die Deutsche Krankheit, Innovationen zu beerdigen, bevor sie auf dem Markt jemals eine Chance haben. Deshalb bin ich der festen Überzeugung, dass die USA sich sehr viel schneller aus der Krise befreien wird – dort wird Kreativität belohnt. Und nicht ausgelacht.

Aber das hier ist ein politisches Blog. Und daher hier ein politischer Vorschlag:

  • Das Land BW legt einen Innovationsfonds “Web3.0″ auf, aus dem junge, frische Ideen aus den Universitäten ohne weitere Konditionen gefördert werden. Stichwort: Risikokapital.
  • Keine blöden Wettbewerbe mit Ministergeschwafel, keine Auswahlverfahren. Echte Finanzierungsrunden mit Startsummen im 100.000er Bereich. Keine Kredite, keine Zinsen. Förderung gegen Anteil!
  • Keine Wertung durch Abhängigkeitsverhältnisse (also z.B. Professoren), sondern nur! durch Leute aus der Branche.
  • Keine Sanktionierung beim Scheitern und keine persönliche Haftung.

Erst dann, wenn in die Köpfe reingeht, dass Investitionen in Unternehmen für alle Seiten Gewinne bringen – und, dass nicht der Einzelfall, sondern die Masse der Unternehmen die Wirtschaft ist – erst dann wird sich hierzulande eine neue Unternehmerkultur bilden können.

Die besten Ideen kommen niemals von den Konformisten – das ist es, was das  Land erst mal lernen muss. Wir brauchen mehr Herzblut im Denken und mehr (Achtung: engl.) passion im Handeln.

PS. Ich arbeite gerade an einer Streaming-Radio-Video-Chat-Plattform für den Nahen Osten. Und die wird garantiert von keiner deutschen Institution unterstützt, solange ich daran beteiligt bin. Mir reicht’s. Sorry.

UPDATE (14.5.) Genau so einen Blahfasel-Quatsch meine ich:

do it.newsletter vom 14.5.09
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Der wöchentliche Infodienst der MFG…

[...] wie aus einer spannenden Geschäftsidee in kurzer Zeit ein erfolgreiches Unternehmen entstehen kann, zeigt unser aktuelles Feature am Beispiel der ***** GmbH. Auf dem Heidelberger Innovationsforum stellte das junge Unternehmen im letzten Jahr erfolgreich seine onlinebasierte Eventmanagement-Lösung vor, knüpfte viele neue Kontakte und erzielte hohe Aufmerksamkeit.

Wetten, dass Sie in einem Jahr nie wieder etwas von denen hören? Die MFG verteilt übrigens IHRE Steuergelder.

e-Petition gegen Sperrung von Internet-Seiten

zensurNach langem Hin und Her habe ich die e-petition gegen die technisch sinnlose IP-Sperrung von Internetseiten mitgezeichnet. Ich habe gezögert, weil ich a) das Anliegen, Kinderpornographie raus aus dem Netz zu bekommen vollstens unterstütze und b) weil die Politik nicht tatenlos zusehen kann, wenn Dinge im Netz aus dem Ruder laufen. (http://www.zeit.de/online/2009/20/netzsperren-kritik-verdrossenheit)

Eine Sperre der Server auf DNS-Basis ist jedoch auch aus Expertensicht das völlig falsche Mittel zum Zweck. Jeder kann in einer Minute die Sperre umgehen. Das, liebe Politiker, liegt in der Struktur des Netzes. Es ist so gebaut worden! Wenn man wirklich Inhalte bekämpfen will, dann muss man die Server, auf denen diese Inhalte liegen, vom Netz nehmen.

Weiterhin ist das Sperr-Gesetz m.E. verfassungswidrig und verstößt eklatant gegen Art. 5 (1) GG. Dort steht explizit “Eine Zensur findet nicht statt“. Auch nicht durch das BKA oder sonst jemanden. Verstöße gegen die in Art. 5 (2) GG genannten Schranken sind IMMER(!) ex post zu beurteilen, also NACH der Veröffentlichung. Das ist elementar für den Artikel 5 GG; ohne diese Auslegung wäre der komplette Artikel, der für eine offene Demokratie lebensnotwendig ist, sinnlos. Dazu gibt es in den Landes(!)mediengesetzen entsprechende Beschlagnahme-Regelungen, die man auf Inhalte auch anwenden kann. Damit kann man Server vom Netz nehmen!

(UPDATE siehe dazu auch §59 RfStV)

Der Bundesgesetzgeber verkennt hier also die Normensetzung des Artikel 5 GG, weiterhin überschreitet er seine Regelungskompetenz, indem er ausdrücklich auf ein Bundespressegesetz verzichtet hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Bundesverfassungsgericht eine ähnliche Haltung einnehmen wird.

Nochmal – es geht hier nicht um die Frage des “Zugangs zu einem Teledienst”, wie das Wirtschaftsministerium uns weismachen will – es geht um die grundsätzliche Frage der Presse-, und Informationsfreiheit und um die Frage, ob der Staat das Internet (und damit den zukünftig weitaus wichtigsten Informationskanal seiner Bürger) vorab filtern darf oder nicht.

Ich bin der Meinung, er darf nicht! Er darf niemals! Er darf es auch dann nicht, wenn die publizierten Inhalte verfassungsfeindlich sind. Was er darf: Er darf im Nachhinein die Verbreitung von Inhalten stoppen und die Betreiber bestrafen – doch auch das erst nach ordentlichem Gerichtsverfahren. Was er aber auch dann nicht darf, ist, den Zugang zu ausländischen Servern aller Art zu sperren. Damit verlässt er seinen Kompetenzbereich. Für diesen Fall brauchen wir ein globales, legitimiertes Gremium, dem wir uns unterwerfen könnten. Frau von der Leyens Ministerium reicht dafür definitiv nicht!

–> https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Mittlerweile haben über 69.000 Menschen unterschrieben.

Was könnte die Politik also tun? Nun, Frau von der L., berufen Sie SOFORT eine internationale Konferenz zum Thema “Ethik im Internet” ein, lassen sie einen Entwurf zur “Charta der Informationsfreiheit” entwickeln (sie haben doch hunderte Leute im Ministerium rumsitzen), in der explizit die Schranken des Netzes auf eine international gültige Rechtsnorm gestellt werden. Dann bringen Sie das Papier auf der UNO-Vollversammlung ein, gewinnen sie eine Mehrheit, lassen es im Bundestag ratifizieren und DANACH! machen sie ein Gesetz.

Zu kompliziert? So geht Politik! Das sollte man auch in Berlin wissen. Aber das dauert….eben länger als einen Wahlkampf lang, für den jetzt schnell ein Gesetz gemacht wird, welches das Verfassungsgericht in Stücke reißen wird. Aber damit muss sich ja eh die nächste Regierung rumschlagen. Und ob der dann Frau von L. noch angehört?

Obama’s State of the Nation Speech Video

Die erste State of the Nation Rede Barack Obamas. Eingebettet von den Seiten des Weißen Hauses.

Link ->> http://www.whitehouse.gov/flash/MediaPlayer.swf?datasrc=http://www.whitehouse.gov/flash/video_playlist.aspx?VideoId=48&captions=http://www.whitehouse.gov/flash/captions.aspx?VideoId=48&captions_spanish=http://www.whitehouse.gov/flash/captions_spanish.aspx?VideoId=48

Wohin driftet die Stuttgarter Zeitung?

Mal wieder beim Sichten der aktuellen Presselage im Land. Das Übliche: Föderalismusreform, Finanzkrise und Ministerschelte im Land. Aber Moment mal. Langsam nimmt das Meckern der Stuttgarter Zeitung paranoide Züge an. Man wittert Skandälchen aller Orten – auch dort wo gar keine sind. Gestandene Journalisten tun sich als Schlammschläger auf, wie kleine Jungs im Sandkasten. Man spielt die mediale Machtkarte gegenüber Personen, die eigentlich einen ganz guten Job machen. Und deren Relevanz allerhöchstens Landesniveau erreicht. Warum? Will man den nächsten liberalen Minister stürzen? Mit welchem Ziel? Im einem Land, in dem die Grünen bei 17%, die FDP bei 16% und die SPD bei 18% liegen? Und in dem die Gefahr einer schwarzen Alleinregierung permanent droht?

Da drängt sich doch ein Verdächtchen auf, zumal der eine oder andere Redakteur des Stuttgarter Monopolblattes emsig bei den Grünen referiert. Von dem unsäglichen Geschreibsel der offensichtlich unreifen Volontariatskandidaten mal ganz abgesehen. Pisa lässt grüßen. Aha. Das ist es also – Die mediale Vorbereitung von Schwarz-Grün im Land. Schade nur, dass der Verleger, immerhin einer weithin liberalen Tradition verpflichtet, sich solch kleines Karo gefallen lässt. Manchmal wünscht man sich doch mehr ehrlichen Wettbewerb bei der Tagespresse. Aber zum Glück gibt es ja uns Blogger – und damit auch die andere Seite der Medaille. Damit wird der schwindende Einfluss und der sinkende Wahrheitsgehalt der sterbenden Mediengattung Tagespresse ein wenig kompensiert.

Vierte Staatsgewalt in allen Ehren – Kontrollfunktion der unabhängigen Medien auch. So wichtig sie sind, so unsinnig werden sie im Monopolbetrieb. Merke – Alleinherrschaft ist nie gut. Deshalb – Mehr Wettbewerb, auch für die Medien. Lassen Sie sich nicht alles gefallen. Und glauben Sie nicht alles, was in der Zeitung steht.

Bischof Williamson im schwedischen Fernsehen

Alle Welt empört sich über die Aussagen des Pius-Bruders Williamson. Doch kein Mainstream-Medium berichtet genau darüber (Update 22.20 Uhr: Die Tagesthemen zeigen Ausschnitte) , was für einen Schwachsinn er erzählt hat. Warum eigentlich? Ich nutze mal meine grundgesetzliche Freiheit zur Informationsbeschaffung – Hier das Interview auf YouTube:

Meine Meinung: Der Mann sollte in den Ruhestand. Sofort. Aber das Thema ist ja noch ein weiteres: Auch in England gab es in den dreißiger Jahren und gibt es heute Nazis. Darüber will man nicht so gerne reden. Übrigens in Schweden zunehmend auch. Die braune Brut nistet sich überall ein. Und wird durch geistige Brandstifter wie Williamson noch weiter angestiftet.

Papa Ratzinger hingegen zeigt sein jetzt wahres Gesicht – Genau so wie ich es nach der Papstwahl auch befürchtet hatte. Er ist und bleibt ein ultra-konservativer Dogmatiker. Dieses Kuddelmuddel wird nicht die letzte “rechte” Botschaft aus Rom gewesen sein.

Liberaler HipHop – Curse: Freiheit

Man achte auf die Lyrics. Besser hätte man ein liberales Lebensgefühl kaum in zeitgemäßer Weise ausdrücken können.

Lyrics:

Weil das Album eben “Freiheit” heißt,
werden viele mich fragen, was für mich Freiheit heißt.
Was für’n großes Gefühl.
Was für große Erwartungen, die ich fühl.
Was für große Verantwortung, was für ne große Bürde.
Zu beschreiben was für mich die Freiheit heißt, was für ne große Hürde.
Ich kann nur meinen kleinen Teil dazu beitragen.
Freiheit kann man nicht eingrenzen, Freiheit muss man ausatmen.

Hook:

Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

1. Verse:

Freiheit bedeutet sein wie ich bin, Freiheit heißt für mich Fehler machen wie’n Kind.
Und wenn’s sein muss, fall ich halt hin.
Doch ich steh wieder auf, Freiheit heißt zöger nicht, sondern lauf
Wenn du weißt was du willst, dann tu es, wenn nicht dann tust du es auch
Freiheit bedeutet frei sprechen, frei machen, frei bleiben
Mauern die, die Angst vom Versagen errichtet einreißen, Mut haben
Freiheit bedeutet auch zu enttäuschen, sich selbst zu erfüllen
anstatt die Erwartungen von anderen Leuten
Freiheit heißt auch Entscheidungen treffen
Freiheit heißt hin und wieder sich die Freiheit zu nehmen die Meinung zu wechseln
Freiheit heißt es macht manchmal auch Sinn,
dass meine Freiheit da enden muss, wo die Freiheit eines Anderen beginnt
Aber Freiheit darf niemals heißen: entsagen von unseren Rechten
Nach ihr zu leben, zu streben und frei über sie zu sprechen
Mit meinen Texten kann ich nur meinen kleinen Teil beitragen
Freiheit kann man nicht eindämmen, Freiheit muss man ausatmen

Hook:

Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

2. Verse:

Freiheit, was für ein großes Wort, ich hab gehört, dass du grenzenlos bist
Trotzdem, kennen viele Menschen dich nicht, sie kämpfen für dich
Manche mit reden, schweigen und beten, andere mit Macheten
weil andere Perspektiven fehlen
Du bist für jeden was Anderes
Umso paradoxer ist es, wenn man Politiker um dich handeln lässt
Du bist das Recht, du bist das, was jeder verdient
niemand sollte um dich bitten müssen, nirgendwo, nie
Du bist so intim und persönlich, wie die innersten Wünsche und Träume
doch die verwirklichen nur wenige Leute
Manche glauben wirklich man könnte dich kaufen
andere laufen zehntausende Kilometer durch Wüstensand, weil sie an dich glauben
Migranten lassen ihr Land zurück nur für dich, in der Hoffnung auf dich
und manche finden dich trotzdem noch nicht
Manchmal opfer ich einen Teil von dir um andere zu haben
und manchmal muss ich mich trennen um dich mehr zu erfahren
denn du bist FREIHEIT

Hook:

Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt
Freiheit, Freiheit
Ist das Einzige was zählt

Outro:

Weil das Album eben “Freiheit” heißt
werden viele mich fragen, was für mich Freiheit heißt
Was für’n großes Gefühl
Was für große Erwartungen, die ich fühl
Was für ne große Verantwortung, was für ne große Bürde
Zu beschreiben was für mich die Freiheit heißt, was für ne große Hürde
Ich kann nur meinen kleinen Teil dazu beitragen
Freiheit kann man nicht eingrenzen, Freiheit muss man ausatmen

Quelle: http://lyricwiki.org/api.php?artist=Curse&song=Freiheit&fmt=json

McCain führt!

Laut CNN ist es dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain in der letzten Woche erstmals gelungen, in einer Meinungsumfrage einen knappen Vorsprung gegenüber dem demokratischen Kandidaten Barack Obama herauszuarbeiten.

Siehe auch:

Laut einer gemeinsamen Erhebung der Zeitung «USA Today» und der Gallup-Demoskopen führt McCain unter «wahrscheinlichen Wählern» sogar mit einem Vorsprung von zehn Punkten, was bei führenden Washingtoner Demokraten am Montag erhebliche Nervosität ausgelöst hat.

http://www.bazonline.ch/ausland/uswahlen/McCain-vor-Obama–dank-Palin/story/27210352

Was hatte ich letzte Woche nochmal geschrieben? Ach ja hier: http://fdp-bw.de/fdpbwblogs/lochmann/2008/09/07/bravo-john-mccain/. Manchmal kommt’s halt schneller als man dachte ;-) ))

Bravo, John McCain!

Oder: Warum eine taktische Fehlentscheidung Barack Obama das Präsidentenamt der USA kosten könnte.

Es war wieder einmal eine lange Nacht vor meinem Lieblingssender. CNN hatte schon die ganze Woche auf den Parteitag der Republikaner hingesendet – nur Hurrikan Gustav machte der Show fast einen Strich durch die Regieanweisung. Der eine Sturm zog vorbei, der andere direkt aus Alaska nach Minneapolis: Sarah Palin – Ambitionierte Gouverneurin aus Alaska, 44 Jahre Jung und stramm Konservative (http://de.wikipedia.org/wiki/Sarah_Palin) Mutter von fünf Kindern, wehte die Herzen der Republikanischen Delegierten in einer fulminanten Rede geradezu tornadoartig davon.

Doch zurück zum Hauptdarsteller: Zum „Maverick“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Maverick), zum Ausreißer der Republikaner, zum Kriegshelden und Landesretter, zu John McCain. Der Mann hat mit 72 etwas geleistet, was hierzulande kaum 42jährige zustande bringen. Er hat, in eigentlich völlig aussichtsloser Lage, den Republikanern das Spiel um die US-Präsidentschaft erneut eröffnet. Und wie er das tat: Erst stach er das große Geld des Mitt Romneys und die unbändigen Evangelikalen des Mike Huckabee aus.

Und jetzt hat er SIE. Die Frau.

Ja, eine Frau könnte das Rad der Geschichte viel weiter drehen, als sie sich jemals hätte vorstellen können. Warum? Was Obama nicht gewagt hat, das „Dream-Team“ der Demokraten aufzustellen, nämlich Hillary Clinton als Frau an seine Seite zu holen – als Krankenversicherungsexpertin zum Beispiel – das macht in einem exorbitant gelungenen Streich jetzt die Kampagne um John McCain.

Ein genialer Schachzug, genau nach amerikanischem Geschmack. Das ist der Vorteil, wenn man nichts zu verlieren hat – man kann Risiken eingehen. Obama hingegen muss zusehen, dass er nicht rücklings von seiner Erfolgswelle fällt. Und da war er (oder seine Berater) zu vorsichtig.

Die Zeit in den USA ist reif für eine Frau an der Spitze. Spätestens seit Madeleine Albright ist das so. Genauso wie seit Colin Powell die Zeit reif für einen Farbigen an der Spitze ist. Doch im Team wiegt, glaube ich, das Geschlecht mehr als die Hautfarbe. Und ehrlich gesagt, gefällt mir das Team McCain/Palin besser als Obama/Biden. Obamas Überraschungsmoment ist seine Herkunft. Doch die Story ist alt. Palin hingegen ist heiß. Nicht nur politisch. Und das mag die Presse ganz besonders.

Auch die Strategie gefällt mir: Man macht sich den größten Nachteil seines Gegners (=Obamas außenpolitische Unerfahrenheit) eben NICHT zu Nutze, sondern lenkt die Aufmerksamkeit mit demselben Argument auf seine Vize-Kandidatin. Genial. Nun wird das Thema Außenpolitik immer zugunsten des “Papas” McCain ausgehen. Denn die außenpolitische Inkompetenz sitzt ja gleich mit dabei… Da können die Republikaner immer sagen – “ja, seht ihr, bei uns macht die Nummer eins die wichtigen Sachen!”

Noch eine Sache, die mir bezüglich der deutschen Presse auffällt – landauf landab wird die Rede McCains als „schwach“ oder „schlecht“ beschrieben. Ist das nun verzerrte Wahrnehmung? Ich jedenfalls habe die Rede als gelungen, stark und dem Zielpublikum angemessen empfunden. Ich fand ihn einfach gut, den „Maverick“. Er ist ein Kämpfer, dieser John McCain. Und wer weiss, vielleicht schafft er es ja tatsächlich, die lebende Legende zu kippen. Ich mag nunmal Außenseiter, wahrscheinlich weil ich selbst immer einer war. Und, das ist unbestritten, die US-Republikaner haben weltweit die beste Kampagnenmaschine. (Auch wenn jetzt einige der Macher in Obamas Camp sitzen).

Vielleicht schläft der geneigte deutsche Zeitungsredakteur ja, wenn CNN sendet. Und kennt sich bei Youtube noch nicht so gut aus. (Das psychologische Konzept der verzerrten Wahrnehmung besagt, dass wir das Gewünschte stärker wahrnehmen als das den eigenen Prämissen entgegen Stehende)

Also, alles ist offen im Land der tausend Möglichkeiten, und die nächsten Wochen versprechen einen spannenden US-Wahlkampf. Möge der bessere Kandidat siegen.

Nix Neues bei Obama

Mit viel Spannung harrte ich die Tage bis morgens um vier Uhr vor der Glotze. Zeitgleich übertrugen die ARD, das ZDF und CNN die Kandidatur-Annahme-Rede der US-Demokraten und deren designierten Präsidentschaftskandidaten Barack Obama. Ich entschied mich letztendlich für CNN – das Original klingt doch besser als die deutschgefummelte Kopie.

Allerdings enttäuschte mich Obama. Das Wort „Textbaustein“ geisterte mir öfters durch den Kopf. Ja, er wiederholte zum großen Teil seine einzig bislang bedeutende Rede vom 9. November 2007. Kann es denn sein, dass der „Superkandidat“ doch nur über ein ziemlich eingeschränktes politisches Vokabular verfügt?

Oder verfährt er bewusst nach dem alten Werberspruch „Penetration wirkt“? Das wäre ein Wahlkampf getreu dem Motto „never change a winning team“. Mag sein, dass es für den Augenblick genügt. Aber trägt das auch bis zum November?

Jedenfalls hat die noch so pompöse und (technisch) großartige Inszenierung des Konvents der US-Demokraten („die größte politische Veranstaltung aller Zeiten, o-Ton CNN. Natürlich völliger quatsch…man denke an die zahllosen Demos mit Millionenpublikum“) Herrn Obama KEINEN nennenswerten Vorteil in dem Umfragen gebracht. Im Gegenteil. McCain scheint mit der Russland-Frage und der aufkeimenden Angst vor einem neuen Kalten Krieg punkten zu können.

Noch ist die Wahl für keinen der beiden gelaufen. Und im Moment sehe ich, ehrlich gesagt, nur ein Patt.

Da muss Obama nachlegen. Und eine zweite große Rede schreiben. Wenn er es denn kann.

Spiegel-Redakteure baden kalt

Mit Sorge beobachte ich in den letzten Wochen die abnehmende Qualität meines einstigen Favoritenblattes. Die fortschreitende Verdummung der “Spiegel” Redakteure erreichte heute ihren vorläufigen Höhepunkt.

“Ostsee wird zur Badewanne”, titelte das ominöse Kürzel lub/dpa in einem tendenziösen Artikel zur vermeintlichen Klimakatastrophe an der Ostsee. Um bis zu 4° solle die Ostsee sich erwärmen. Nach Recherchen fand ich heraus, dass die durchschnittliche Wassertemperatur der Ostsee bei ca. 1o°C liegt.

Nach Logik des “Spiegel” liegt also die Temperatur einer Badewanne bei 14°C. Das mag für Spiegel-Redakteure genug sein, für mich wäre das entschieden zu kalt.

Ein weiterer Artikel schreibt, wie so oft, die USA schlechter als sie sind: “Jobkrise erreicht US-Mittelschicht” heißt hier der provokante Titel, nachdem mehr Akademiker in den Staaten arbeitslos sind. Fakt ist aber: In 2007 betrug die durchschnittliche Arbeitslosenrate in den USA 4,6%. In  Deutschland betrug sie zur gleichen Zeit 7,9%, also fast das Doppelte.

Fazit: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Auch beim “Spiegel” nicht!