Unter Freunden? Schröder im Iran

Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) ist zu einem viertägigen Besuch im Iran eingetroffen. Wie das Büro des Altkanzlers in Berlin mitteilte, reiste Schröder privat nach Teheran. Am Nachmittag bestätigte das Büro Berichte, wonach Schröder in Teheran auch Präsident Mahmud Ahmadinedschad und weitere Regierungsvertreter treffen wird.

http://www.n-tv.de/1106470.html

Für wen reist der gute Mann denn nun? Für Deutschland, wie von einem Ex-Kanzler zu erwarten wäre? Oder die Russen, die ihn bezahlen? Ich finde es eine Schande, dass sich ein deutscher Ex-Regierungschef so schamlos verkauft.

Martha Nussbaum fordert eine Rückbesinnung auf den Liberalismus

Die amerikanische Philosophin ist am Dienstag in Berlin mit 100 000 Euro dotierten A.SK Social Science Award ausgezeichnet worden.

… Die Aufklärung war idealistischer und inspirierender als das Jahrhundert, das sie hervorgebracht hat. Denn sie stellte eine Welt der Gleichheit zwischen Hochwohlgeborenen und von niedriger Geburt, zwischen verschiedenen Rassen, zwischen Mann und Frau. Wir haben immer noch diese Träume, und wir versuchen sie in die Praxis hinüberzuführen. Und wir haben weitere Träume zu dieser Liste hinzugefügt: Wir träumen jetzt von einer Gesellschaft, in der Menschen mit Behinderungen völlig gleich sind, und wir träumen von einer Welt, in der alle Bewohner aller Nationen in der Lage sind, ein lebenswertes Leben zu leben. Und, wichtig für mich, wir träumen von einer Welt, in der nichtmenschliche Wesen nicht mit Gewalt von Menschen ausgenutzt werden.

http://www.ksta.de/html/artikel/1233584056768.shtml

http://de.wikipedia.org/wiki/Martha_Nussbaum

Das nächste Stuttgarter Krisenopfer: Schefenacker

Der Stuttgarter Autospiegelhersteller Schefenacker steht einem Zeitungsbericht zufolge vor einem Notverkauf nach Indien. Die finanziellen Reserven des Unternehmens seien aufgebraucht, in sämtlichen wesentlichen Entscheidungen stimme sich das Unternehmen bereits mit einem potenziellen Käufer aus Indien ab, berichtet das “Handelsblatt.

http://www.n-tv.de/1098269.html

Mehr “Politics of Common Sense”

Ein neuer Politikstil setzt sich durch: Aus den USA kommt die Meldung der New York Times:

Obama Calls for ‘Common Sense’ on Executive Pay

WASHINGTON — In announcing executive pay limits on Wednesday, President Obama is trying to hold the financial industry accountable to taxpayers while aiming to change an entrenched corporate culture that endorses outsize bonuses and perks that often bear little relationship to corporate performance. Mr. Obama also needs to deflect a growing populist outrage over sky-high pay among the banks and other companies now on the public dole. His announcement comes just days before the administration is expected to unveil a new strategy — and possibly request more money from Congress — to guarantee or buy outright hundreds of billions of dollars in bad assets held by banks.

[...] Still, the rules represent the most comprehensive effort to curb compensation. “This is America,” Mr. Obama said on Wednesday. “We don’t disparage wealth. We don’t begrudge anybody for achieving success. And we believe that success should be rewarded. But what gets people upset — and rightfully so — are executives being rewarded for failure. Especially when those rewards are subsidized by U.S. taxpayers.

http://www.nytimes.com/2009/02/05/us/politics/05pay.html?th&emc=th

Als pragmatischer Liberaler kann man da nur zustimmen.

Bloggen aus Windows 7

Viel wurde berichtet über den Nachfolger des (m.E. zu Unrecht) verschmähten Windows Vista. Nun, die Beta von Windows7 ist bei microsoft zu haben und läuft bis August 2009. Mein erster Eindruck: schneller, ein paar schicke Gags, weitere kleinere Verbesserungen. Von Vista kein großer Sprung. Von XP schon. Mir gefällt’s – aber eben nur auf neuen Rechnern ab Core2Duo und 2 Gig RAM.

Ein bisschen wie auf der Titanic

Genau so habe ich mir den Untergang der Titanic immer vorgestellt: Die Damen in ihren Abendkleidern, die Herren im Smoking. Man isst, plaudert und das Orchester spielt. Derweil fließt unaufhaltsam eiskaltes Wasser in den Rumpf des leckgeschlagenen Ozeanriesen und es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der zu spröde Stahl bricht…
Na ja, noch spielt das Orchester und die Schieflage des Dampfers ist kaum spürbar. Aber sie ist da. Während die Liberale Schickeria samt polit-kommerziellem Anhang munter ihren Dreikönigsball feiert, brennen draußen im Ghetto die Mülltonnen – regiert auf der Straße der Mob, mal von rechts, dann wieder von links. Er wird immer radikaler und immer gewalttätiger. Das macht mir Sorgen.
Und während die Herren sich von ihren Fahrern in den schicken S-Klassen durch die Nacht chauffieren lassen, denkt manch schlaflose alleinerziehende Mutter an das Essen für ihre Kinder.
Aber das Orchester spielt weiter – es wird gar Cha-Cha-Cha getanzt. Oder, ganz modern, zu Hits aus den Achtzigern. Da war die Welt noch in Ordnung. Und die Falten noch nicht da.
Hoppla, was war das? Wankte da nicht der Boden unter den Tanzenden ein wenig? War das eine oder andere Lachen an diesem Abend nicht doch zu aufgesetzt? Spürten wir nicht alle das langsame aber stetige Sinken des Staates, in dem wir alle zu so viel Wohlstand gekommen waren?
Verstehen sie mich bitte nicht falsch – ich bin der letzte, der einer sozialistischen Utopie nachweint. Und ich bin absolut der Meinung, dass Leistung sich lohnen muss – und das Klasse und Stil Kulturleistungen sind, die nur mit erheblichem intellektuellem und finanziellem Aufwand zu erbringen sind. Und ja, ich tanze gern in dieser Gesellschaft. Aber dennoch fürchte ich manchmal, dass allzu weiche Seidenteppiche doch den dumpfen Aufprall des sozialen Eisbergs gegen den Rumpf unserer Gesellschaft allzu gut dämpfen. So bleibt er in manchen Kreisen gänzlich ungehört.
Was also tun? Pumpen, heißt die Antwort! Frack ausziehen, Ärmel hoch, ab in die Kajüten und pumpen, was das Zeug hält! Dann die Löcher stopfen, damit nicht noch mehr Wasser in das sinkende Gefährt eindringt!
Und was tut unsere Regierung? Sie stellt neue Musiker ein.
Sie verstehen, was ich meine? Wenn man das Sinken des Schiffes schon nicht verhindern kann, dann sollen wir eben bestens unterhalten sinken. We love to entertain you, eben.
Da, haben Sie das gerade eben gehört? Es knirscht schon im Gebälk! Es soll sogar einer über Bord gegangen sein! Ein Reicher! Ja, ja. So fängt es an. Irgendwann sind sie so in Panik, dass sie ganz von alleine springen. Da hilft dann auch kein Rettungs-Schirm. Der Fall ist einfach zu tief und das Wasser zu kalt in diesen Zeiten.
Wie, meinen Sie? Die Armen? Nein, die können doch gar nicht springen. Die sind ja Unterdecks eingeschlossen. Von unserer Musik hören die allenfalls das dumpfe Dröhnen der Basstrommel. Und manchmal einen weiblichen Jubelschrei.
Womit wir beim Takt wären – auch eine sehr schöne Erfindung. Wie sich alles regt und bewegt, im Takt der Maschinen. Spüren Sie nicht auch das beruhigende Stampfen des großen Motors? Der sich immerwährend drehenden Kolben und Wellen? In diesem Schiff läuft doch alles wie geschmiert! Doch halt! War da nicht ein Aussetzer? Gar eine Unwucht? Ein Defekt in unserem System? Wissen Sie, das kann gar nicht sein. Nein, wirklich. Dieses Schiff ist unsinkbar, das wissen Sie doch.
Ich verlasse den Saal, ich brauche Luft. Und bei Gelegenheit schaue ich, nur so sicherheitshalber, mal nach den Rettungsbooten. Man weiß ja nie.
Es ist schon ein bisschen so wie auf der Titanic, auf einem Dreikönigsball.

Merckle wirft die Welt ab

Der fünftreichste Mann Deutschlands wirft sich vor einen Zug. Für ihn arbeiteten 100.000 Menschen. Ein Mann, 74 Jahre alt, der sein Leben lang für seinen Traum gearbeitet hatte – und richtig erfolgreich damit wurde. Sicher – er hat Fehler gemacht, wie so viele in New York, London und Frankfurt auch. Doch ich meine, auch die typisch deutsche Neo-Sozialistische Neid-Debatte hat Adolf Merckle dazu bewegt, Selbstmord zu begehen. Immerhin hat der Mann in seinem Leben mit Summen hantiert, von denen mancher Gewerkschaftsboss noch nicht mal träumen kann. Er sah für sich keine Zukunft mehr in diesem Land. Das ist traurig. Kein Geld der Welt darf Menschenleben kosten. Das ist es nicht wert.

Ayn Rand beschrieb schon 1957 in Ihrem Roman “Atlas wirft die Welt ab”, was mit einer Gesellschaft passiert, die ihre Leistungsträger verliert – am Ende verliert sie sich in Aufruhr und Anarchie. Ein guter Lese-Tipp in Krisenzeiten.

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