Landlicher Raum/Landwirtschaft
Die Entwicklung zwischen dem Ländlichen Raum und den Ballungsräumen erfolgte im Land lange sehr ausgeglichen. Seit Jahren ist allerdings auch hier ein Trend zu den Ballungsräumen unübersehbar. Doch nach wie vor können rund zwei Drittel der Fläche Baden-Württembergs dem Ländlichen Raum zugerechnet werden, der für große Teile der Bevölkerung Heimat ist. Eine ausgewogene Entwicklung zwischen Ländlichem Raum und Ballungsräumen ist ein wichtiges politisches Ziel. Der Ländliche Raum braucht eine intakte Infrastruktur für Hochschulabsolventen technischer Fachrichtung mit entsprechender Berufserfahrung, für Verkehr, Bildung, Freizeit und Kultur. Nur dann bleibt er auch in Zukunft als Wohnort und als Standort für gewerbliche Investitionen attraktiv. Der Ländliche Raum blutet nicht aus. In den letzten 50 Jahren hat sich die Bevölkerung in Baden-Württemberg verdoppelt. Mit über 300 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Land durchschnittlich dichter besiedelt als die Bundesrepublik. Angesichts unserer Spitzenstellung in der Wirtschaft zieht die Region sogar eher Menschen an.
Der ganze Wahlkreis ist Ländlicher Raum. Probleme liegen nicht im Ausbluten, sondern eher in einer noch mangelhaften Verkehrsinfrastruktur. Längst geplante Umgehungsstraßen müssen endlich realisiert werden, wie z. B. bei Spaichingen oder in der südlichen Baar.
Hin und wieder wird auf dem Land über mangelnde ärztliche Versorgung geklagt. Maßgeblich für die Niederlassung sind die Kassenärztliche Vereinigung( KZV) und der Bundesausschuß in Berlin. In Gebieten, in denen Bedarf besteht, aber kein Arzt bereit ist, sich niederzulassen, kann das Land auch durch finanzielle Unterstützung hier tätig werden. In den neuen Bundesländern geschieht dies bereits. Dieselben Möglichkeiten bestehen auf kommunaler Ebene. Ich begrüße dies, denn angesichts der demografischen Entwicklung sehe ich die Notwendigkeit einer flächendeckenden Ärzteversorgung.
Für die Jugend gibt es im Ländlichen Raum, so wie ihn der Wahlkreis darstellt, viele Möglichkeiten. Ziel muss sein, die Jugend in der Region zu halten. Entsprechend müssen die Angebote für Bildung, Ausbildung, Arbeitsplätze, Freizeit stimmen. Zu einer guten Infrastruktur neben der vorhandenen attraktiven Gegend gehört meiner Meinung nach bezahlbarer Wohnraum.
Soweit es möglich ist, sollte die Schule im Dorf gelassen werden, aber: Eltern wollen zu Recht für ihre Kinder das Beste. Eine dörfliche Grundschule sollte darauf vorbereiten. Wenn sie dies aber nicht kann, weil zu wenig nachgefragt, dann ist ihr Erhalt fraglich.
Ich bin für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Frauen müssen annehmbare Möglichkeiten der Betreuung ihrer Kinder bekommen. Dies liegt nicht nur im Interesse der Frauen, sondern auch im Interesse der heimischen Wirtschaft, die Fachkräftemangel beklagt. In einer modernen Gesellschaft müssen sowohl Beruf als auch Kind möglich sein.
•Die Aufgaben der Landwirtschaft gehen weit über ihre wirtschaftliche Bedeutung hinaus: Die Landwirtschaft sorgt für die Offenhaltung und Pflege unserer vielfältigen Kulturlandschaft und sie unterstützt zunehmend durch extensive Wirtschaftsweise den Erhalt seltener Arten und Biotope.
•Ich unterstütze eine unternehmerische, mittelstandsfreundliche und nachhaltige Agrarpolitik unter fairen Wettbewerbsbedingungen.
•Wir brauchen bessere Lebensverhältnisse auf dem Land. Unsere Bauern stehen im Wettbewerb zur Industrielandschaft in den flachen Bundesländern. Wegen der unterschiedlichen Bedingungen muss für Ausgleich gesorgt werden.
•Wichtig ist eine Kennzeichnung für die Herkunft von Produkten.
•Ich bin für eine Unterstützung unserer Landwirte bei der Vermarktung ihrer Produkte, beispielsweise auf genossenschaftlicher Basis.
•Der Landwirt ist kein Landwirt mehr, sondern Gewerbetreibender, wenn er z. B. Biogasanlagen oder Anlagen für erneuerbare Industrie im großen Rahmen betreut, ohne sie aufgrund der vorhandenen Fläche ausreichend ohne Anbau von Monokulturen bestücken bzw. aufbauen zu können.
