Michael Theurer zu Besuch in Herrenberg

Quelle: Gäubote; Text: Sabine Haarer

Mit der Theodor-Heuss-Medaille ehrte die FDP am Donnerstagabend in Herrenberg ihr Mitglied Otto Eipper. Seit 40 Jahren setzt sich der Mötzinger für die Belange der Liberalen ein. Im Januar 1971 hat Otto Eipper seinen unterschriebenen Mitgliedsantrag bei der FDP abgegeben, seit 40 Jahren ist er den Liberalen treu geblieben. Dafür wurde er nun mit der Theodor-Heuss-Medaille in Silber ausgezeichnet. Am Donnerstagabend bekam er die Auszeichnung samt Urkunde von Michael Theurer, Mitglied des Europäischen Parlaments, überreicht. Die Laudatio für Otto Eipper hielt Heiderose Berroth.

Wie die FDP-Landtagsabgeordnete hervorhob, war Oskar Marczy die treibende Kraft für den Parteieintritt von Otto Eipper, der damalige Sportkreisvorsitzende im Kreis Böblingen hatte seinen Stellvertreter zur FDP gebracht. Von 1967 an engagierte sich der Mötzinger im Sportkreis, im selben Jahr übernahm er den Vorsitz des Radsportvereins Öschelbronn. Insgesamt leitete Otto Eipper 21 Jahre lang den Verein. „Eine Arbeit, die bis heute Früchte trägt, wie ich auf der Gala des Sports vor zwei Wochen in Nebringen selbst gesehen habe“, so Heiderose Berroth in ihrer Laudatio.

 Nachhaltig hat sich Otto Eipper auch in der FDP engagiert. Von 1984 bis 1999 vertrat er die Partei im Kreistag und setzte sich hier nicht nur für den Ausbau des Radwegenetzes, sondern auch für Straßenbauprojekte, unter anderem die Umgehung von Mötzingen und Bondorf, ein. „Vor allem die Wirtschafts- und Mittelstandspolitik war ihm wichtig.“ Für seine 40-jährige Mitgliedschaft bei der FDP wurde Otto Eipper die Theodor-Heuss-Medaille in Silber verliehen. Es war die zweite große Auszeichnung für den heute 77-Jährigen, bereits 1987 war er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande für sein vielfältiges ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet worden. 

Im Anschluss an Heiderose Berroth gratulierten Alfred Semmler, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes Herrenberg und Gäu und Hans-Dieter Scheerer. Der stellvertretende Vorsitzende des FDP-Kreisverbandes Böblingen bezeichnete Otto Eipper als sein „großes Vorbild im Kreistag“ und als einen, der seine Meinung immer „klar und konsequent auf den Punkt gebracht hat“. Otto Eipper selbst dankte am Donnerstagabend allen Wegbegleitern und betonte, er sei immer noch „ein überzeugter Liberaler“. Im Vergleich zur heutigen Politik habe es früher jedoch nicht so viel „Streit und Zank“ gegeben. Man habe sich, auch parteiübergreifend, gegenseitig geschätzt. 

Im Anschluss an die Ehrung von Otto Eipper warf Heiderose Berroth einen Blick auf die in zwei Wochen anstehende Landtagswahl. „Wir haben in den letzten 15 Jahren gute Arbeit geleistet und noch sehr viel vor.“ Als Schwerpunkte nannte sie den Ausbau der beruflichen Schulen und des Pensionsfonds und die Stärkung des Mittelstandes. Michael Theurer, früherer Oberbürgermeister von Horb am Neckar und inzwischen Mitglied im Europäischen Parlament, hielt im Rahmen der turnusmäßig stattfindenden Veranstaltungsreihe „Quartal Liberal“ einen Vortrag zum Thema „Bessere Demokratie wagen“. Als Aufhänger diente erwartungsgemäß das Großprojekt Stuttgart 21. Ganz freimütig räumte Michael Theurer Fehler bei der Informationspolitik ein, „es hätte von Anfang an eine Mediation gebraucht“. Allerdings habe es bereits früh eine Bürgerbeteiligung gegeben, die Frage sei nur, wer sich schon damals für das Bahnprojekt interessiert habe. Angesichts des geforderten Bürgerentscheids sei die Frage, wer abstimmen dürfe, da der Bund Bauträger sei. Zudem müsse man sich darüber im Klaren sein, dass ein Volksentscheid nicht bedeutet, dass „alle einer Meinung sind“.