Enquetekommission

Enquetekommission legt Abschlussbericht vor

Den Abschlussbericht der Enquetekommission „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft – berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung“ wurde am Montag, 13. Dezember 2010, der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Bericht enthält eine aktuelle Bestandsaufnahme sowie einen umfangreichen Katalog 50 konkreter Handlungsempfehlungen an die Landesregierung mit 160 Einzelvorschlägen für die Zukunft des beruflichen Schulwesens, der dualen Ausbildung sowie der allgemeinen und beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Abschlussbericht und Empfehlungen der Enquetekommission

Drei große Herausforderungen haben die Enquete intensiv beschäftigt:
– Die notwendige Herstellung der Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung,
– die Heterogenität der Gesellschaft mit Menschen unterschiedlichster Herkunft und verschiedenster Bildungsvoraussetzungen, die eines differenzierten und flexiblen Bildungsangebots bedürfen,
– die notwendige Gewinnung von Fachkräften zur Bewältigung der wirtschaftlichen Herausforderungen des erfolgreichen Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg.

"Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft - Berufliche Schulen, Aus- und Weiterbildung"

(Quelle: Referat Öffentlichkeitsarbeit/Pressestelle, Landtag von Baden-Württemberg)

„Die duale Ausbildung ist und bleibt das Herzstück der beruflichen Bildung in Baden-Württemberg“, so Heiderose Berroth. Für die FDP/DVP-Landtagsfraktion ist es ein zentrales Anliegen, mehr Jugendliche direkt nach der Schule in eine praxisnahe Ausbildung zu bringen. Durch persönlichen Kontakt mit jungen Auszubildenden, die in den allgemein bildenden Schulen als „Ausbildungsbotschafter“ aus der Praxis berichten, können sich die Schülerinnen und Schüler schon früh ein realistisches Bild über ihren künftigen Beruf machen. Diese und weitere Maßnahmen sollen auch zu einer Senkung der Abbrecherquoten führen.

Es sei im Verlauf der Anhörungen sehr deutlich geworden, dass es das Potenzial der hier lebenden jungen Menschen noch besser auszuschöpfen gelte. „Über Maßnahmen der Berufsorientierung wie dem Girls Day oder anderer Aktivitäten ist die Ausbildungsbeteiligung von Mädchen und Frauen in MINT-Berufen weiter zu steigern“, so Berroth. „Besonders hervorheben will ich das breite Angebot der Schulen in freier Trägerschaft. Hier gibt es auch Bildungsgänge, die im staatlichen Bereich kaum angeboten werden, beispielsweise in der chemisch-technischen Ausbildung oder im Pflege- und Sozialbereich“, erklärte Berroth abschließend.

Öffentliche Anhörungen zu den Themen

  1. „Berufliche Bildung – fit für Europa“
  2. „Duales System – gemeinsame Leistung von Wirtschaft und Schule“
  3. „Weiterentwicklung beruflicher Schulstandorte“
  4. „Gleichwertigkeit der beruflichen und allgemeinen Bildung“
  5. „Fit durch Weiterbildung – allgemeine und berufliche Weiterbildung“
  6. „Weiterbildung als vierte Säule der Wissensgesellschaft“
  7. „Sicherung des Fachkräftebedarfs und Integration durch Berufliche Schulen, Wirtschaft und Weiterbildung“

 

Die Enquetekommission hat außerdem bei einer öffentlichen Verbändeanhörung Vertreterinnen und Vertreter von folgenden Verbänden und Organisationen angehört:

  • Arbeitsgemeinschaft der Direktorenvereinigungen an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg
  • Verband der Lehrerinnen und Lehrer an beruflichen Schulen in Baden-Württemberg e.V.
  • Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Landesverband Baden-Württemberg
  • Landesschulbeirat Baden-Württemberg
  • Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen Baden-Württemberg
  • Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeber e.V.
  • DGB-Bezirk Baden-Württemberg
  • Baden-Württembergischer Industrie- und Handelskammertag e.V.
  • Baden-Württembergischer Handwerkstag e.V.
  • Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit
  • Landkreistag Baden-Württemberg
  • Städtetag Baden-Württemberg

Stellungnahmen der Verbände und Organisationen zu den Themenfeldern der Enquetekommission