THEURER/RÜLKE: Zum Tode von Karl Moersch – ein großer Friedenspolitiker ging von uns

 13.07.2017 -

Zum Tod des ehemaligen Landesvorsitzenden der FDP Baden-Württemberg und Staatsminister im Auswärtigen Amt, Karl Moersch, erklärt der Landesvorsitzende der FDP Baden-Württemberg, Michael Theurer MdEP:

„Der Tod von Karl Moersch ist mir persönlich ein großer Verlust. Ich sehe und höre ihn vor mir, wenn ich an ihn denke. Karl Moersch war nicht nur liberaler Landes- und Bundespolitiker, sondern als Staatsminister im Auswärtigen Amt maßgeblich an der sozialliberalen „neuen Ostpolitik“ beteiligt. Die neue Ostpolitik und Deutschlandpolitik der sozialliberalen Koalition ging weg vom Konfrontativen hin zu Verhandlungen auf Augenhöhe. Dieser Ansatz trug Früchte. Die damals von CDU/CSU hart bekämpfte neue Ostpolitik ist heute Paradebeispiel für den Erfolg des Prinzips von „Wandel durch Annäherung.“ Karl Moersch wird Deutschland fehlen.“

Der stv. Landesvorsitzende und Fraktionsvorsitzende der FDP/DVP Fraktion im baden-württembergischen Landtag erklärt dazu:

„Karl Moersch war ein couragierter und weitsichtiger Freidemokrat, der auf Landes- und Bundesebene entscheidende Akzente zu setzen wusste. Als Staatsminister im Auswärtigen Amt avancierte er schnell zu einem unverzichtbaren Impulsgeber der sozial-liberalen Koalition und hatte entscheidenden Anteil daran, die Ostpolitik Westdeutschlands positiv und zukunftsweisend zu gestalten. Sein Verlust ist ausgesprochen schmerzlich für uns.“


Zur Person:


KARL MOERSCH

Nach dem Abitur 1944 wurde Karl Moersch zum Kriegsdienst einberufen und geriet in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1947 war er zunächst Gasthörer für Naturwissenschaften an der Universität Tübingen, wurde dann aber Volontär beim "Schwabenecho" in Oberndorf/Neckar. Im selben Jahr gehörte er zu den Mitbegründern der Demokratischen Volkspartei (DVP) in Baden-Württemberg, die später in der FDP aufging. Ab 1948 arbeitete Moersch als Redakteur bei der "Rheinpfalz" in Ludwigshafen am Rhein. Ab 1954 arbeitete er für den "Deutschen Forschungsdienst" in Bad Godesberg und für die Zeitschrift "Gegenwart" in Frankfurt/Main. 1961 übernahm er die Leitung der FDP-Pressestelle in Bonn. 1964 rückte er als Nachfolger des Mannheimer Abgeordneten Margulis in den Deutschen Bundestag ein. Bei den Bundestagswahlen 1969 wurde sein Bundestagsmandat über Platz 1 der baden-württembergischen Landesliste seiner Partei bestätigt. Anfang Juni 1970 wurde er Parlamentarischer Staatssekretär im Auswärtigen Amt. 1976 wurde seine Position zum Staatsminister aufgewertet. Im Januar 1971 wurde er Landesvorsitzender der baden-württembergischen FDP und blieb dies bis 1974. Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war er seit 1977 als freier Journalist tätig. Von 1980 bis 1985 vertrat er die Bundesrepublik bei der UNESCO in Paris. 2001 wurde ihm für sein wissenschaftliches Wirken der Titel Professor h.c. verliehen.

 

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