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Thema: Differenzierung und Leistungsorientierung sichern Gerechtigkeit und Wohlstand

Haupt-/Werkrealschulen in ihrem berufspraktischen Profil stärken

Menschen verfügen über unterschiedliche Interessen, Begabungen und Motivationen. Dementsprechend setzen sich Freie Demokraten auch für den Erhalt eines leistungsorientierten, differenzierten Schulwesens ein. Eine Einheitsschule lehnen wir entschieden ab. Wer das Leistungsprinzip aus der Schule verbannt, bereitet unsere Kinder mangelhaft auf das spätere Leben vor und leistet der Bildungsgerechtigkeit einen Bärendienst. Gerade die Haupt- beziehungsweise Werkrealschulen haben im Sinne der Differenzierung über Jahrzehnte hinweg zahlreichen Schülerinnen und Schülern eine fundierte Schulbildung zukommen lassen, sie erfolgreich zu einem Abschluss geführt und ihnen insbesondere mit einer berufspraktischen Ausrichtung des Unterrichts echte Lebensperspektiven eröffnet. Die Haupt-/Werkrealschulen haben intensiv und mit beeindruckendem Erfolg die Herausforderung einer zunehmend heterogen zusammengesetzten Schülerschaft angenommen und gemeistert. Die überstürzte und unvorbereitete Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung hat nicht nur die Not der Kommunen hinsichtlich der Existenz ihres Haupt-/ Werkrealschulstandorts erheblich verschärft, sondern dürfte auch für den starken Anstieg der Sitzenbleiberquoten an Gymnasien und Realschulen verantwortlich sein. In der Folge wird ein großer Aufwand nötig, um die Defizite nachträglich zu beheben, wie auch die OECD kritisch anmerkt. Wir Freie Demokraten wollen diese falsche Weichenstellung korrigieren und mit der Förderung zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ansetzen, um Defiziten wirksam vorzubeugen.

 

Wir werden:

 

  • mit dem Ziel einer Senkung der Sitzenbleiberquote den Grundschulen mehr Personalmittel für die Elternberatung und den weiterführenden Schulen mehr Mittel für Stützkurse zuweisen; letztere sollten das Recht erhalten, über die Grundschulempfehlung informiert zu werden. Wenn diese Maßnahmen nicht greifen, werden wir als letztes Mittel wieder eine verbindliche Grundschulempfehlung einführen. Im Gegensatz zum früheren Verfahren sollte eine zukünftige Verbindlichkeit aber in erster Linie das Recht eines Schülers sichern, eine Schule der empfohlenen Schulart(en) zu besuchen. Zusätzlich sollte der betreffende Schüler das Recht erhalten, sich auch an einer Schule zu bewerben, für die er keine Empfehlung bekommen hat. Wenn diese Schule glaubt, ihn erfolgreich zum angestrebten Abschluss führen zu können, kann sie den Schüler entgegen seiner Grundschulempfehlung aufnehmen.

 

  • die Werkrealschulen in der Klasse 10 mit den beruflichen Schulen kooperieren lassen und auf diese Weise das berufspraktische Profil der Werkrealschulen und des Werkrealschulabschlusses stärken.

 

  • die Bildung von Verbundschulen, insbesondere von Haupt-/ Werkreal- und Realschulen erleichtern und Hemmnisse abbauen. Wenn Schulen zu Verbundschulen zusammengelegt werden, sollte anders als bisher nicht jede Schule gesondert die Mindestschülerzahl in der Eingangsklasse erreichen müssen, sondern können die Schülerzahlen in den Eingangsklassen beider Schulen für das Erreichen der Mindestschülerzahl addieren,

 

  • die Privilegierung der Gemeinschaftsschulen beenden und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit eröffnen, nach dem Vorbild der Gesamtschulen Lerngruppen auf unterschiedlichen Leistungsniveaus zu bilden oder ein Modell mit Haupt-/ Werkrealschul- und Realschulzug zu wählen.

 

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